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Prezero Dual: Droht dem System der Schwarz-Gruppe das vorläufige Aus?

Droht Prezero Dual, dem dualen System der Lidl- und Kaufland-Mutter Schwarz, das vorläufige Aus? Wer bundesweit Produkte vertreibt, muss die Verpackungen bei einem bundesweit genehmigten dualen System beteiligen. Auf diese Kurzformel lässt sich der Inhalt eines aktuellen Schreibens der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) bringen. Die Konsequenz daraus könnte fatal sein, vor allem für Prezero Dual.
Denn das System der Schwarz-Gruppe hätte mit solchen Verpackungen zu Jahresbeginn gar nicht den Systembetrieb aufnehmen dürfen, da es nicht in allen 16 Bundesländern genehmigt ist. Beim Neckarsulmer Systembetreiber stößt diese Sichtweise der Behörde auf Verwunderung.

Notbremse nach sechs Wochen

Tatsächlich ist Prezero Dual seit Jahresbeginn in sieben Bundesländern aktiv und hat dafür Verpackungen für Produkte lizenziert, die bei Lidl und Kaufland vertrieben werden. Die Mengen wurden für das erste Quartal 2020 gemeldet und die Anteile von der Zentralen Stelle veröffentlicht.
Gut sechs Wochen später zieht die Zentrale Stelle mit ihrem Brief überraschend die Notbremse. Anlass dafür waren Fragen der Systembetreiber an die Zentrale Stelle von Mitte Dezember zur Marktanteilsberechnung und Aufnahme des operativen Systembetriebs. Darin macht die Behörde nun ihre Rechtsauffassung in „Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt“ klar: Ein Hersteller dürfe sich nur an einem System beteiligen, das sein komplettes Einzugsgebiet abdeckt.
Sofern die Verpackungen des Herstellers in sämtlichen Bundesländern in Verkehr gebracht werden, muss das System ebenfalls in sämtlichen Bundesländern genehmigt sein und eine flächendeckende Erfassung und Verwertung sicherstellen, z.B. durch Beteiligung an den Sammelstrukturen. Demnach dürfte Prezero Dual nur Verpackungsmengen von Firmen unter Vertrag nehmen, deren Produkte nur in den Bundesländern vertrieben werden, für die der Systembetreiber eine Genehmigung hat.  
Bis zu dem aktuellen Schreiben der Behörde habe es keinerlei Anzeichen dafür gegeben, dass der Systemstart womöglich als ein unzulässiger Frühstart angesehen werden könnte, hieß es. In den anderen neun Bundesländern hatten Lidl und Kaufland ihre Verpackungsmengen beim Systembetreiber Noventiz unter Vertrag gegeben. Aktuell ist Prezero Dual in zwölf Bundesländern als duales System genehmigt.

Prezero Dual: Halten am Plan fest

Die Sichtweise der Zentralen Stelle sorgt in der Branche für Überraschung und bei Prezero Dual für erhebliches Unverständnis. Systembetreiber sprachen von einer „Bombe“. Auf Anfrage von EUWID erklärte Prezero Dual: „Den Start von Prezero Dual und unsere Planungen haben wir den vergangenen Monaten sehr eng mit der Zentrale Stelle abgestimmt. Die Art und Weise unseres Markteintritts ist in der Branche der dualen Systeme nicht neu. Andere Systeme sind in der Vergangenheit ähnlich gestartet. Wir sind überzeugt davon, dass wir als starker Partner die Stellung der dualen Systeme im Markt insgesamt stärken werden und halten an unseren Plänen fest.“
Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 09/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung.

Bioabfallverordnung: DGAW kritisiert inoffiziellen Entwurf

Die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) kritisiert erste Überlegungen zur geplanten Novelle der Bioabfallverordnung. Das Bundesumweltministerium hat seit geraumer Zeit eine kleine Novelle angekündigt, die im Kern darauf zielt, Fremdstoffe vor der Kompostierung oder Vergärung zu reduzieren. Vorrangig soll die Qualität der Bioabfälle geregelt werden.
Konkret beruft sich die DGAW auf einen ersten inoffiziellen Vorschlag, der einen möglichen Kontrollwert von 0,5 Prozent maximaler Fremdstoffgehalt in der Trockenmasse vor der biologischen Behandlung beinhalten soll. Nach Auffassung der DGAW wird dieser Wert weder in der Sammlung, noch in der Vorsortierung umzusetzen sein. Die DGAW verweist hierbei auf den Abfalltechnikausschuss der Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), der bereits 2017 den Wert von maximal 1 Prozent Fremdstoffe im Bioabfall festgelegt habe. Es stelle sich somit auch die Frage, warum der Bund nicht das übernimmt, was die Länder beschlossen haben.
Gleichfalls fordert die DGAW eine klare Definition für Bioabfälle aus der Biotonne. Die Bioabfallverordnung ordnet getrennt erfasste Bioabfälle dem Abfallschlüssel 200301 „gemischte Siedlungsabfälle“ zu. Grund: Die Abfallverzeichnisverordnung enthält keine spezielle Abfallbezeichnung für getrennt erfasste Bioabfälle, insbesondere in Biotonnen. Die DGAW fordert eine klare Abgrenzung der einzelnen Abfallstoffe. Denn dürften Bioabfälle weiter unter der Abfallschlüsselnummer für gemischte Siedlungsabfälle gesammelt werden, dürfe sich niemand über schlechte Qualitäten wirklich wundern. Eine klare Abgrenzung wäre aus Sicht der DGAW eine der Aufgaben für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft.

GRS schlägt Einrichtung einer Clearing-Stelle für Lastenausgleich vor

Die Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien schlägt für die Koordinierung der Rücknahmeaktivitäten im Batteriebereich die Einrichtung einer Clearing-Stelle vor. Diese Stelle sollte vor allem den geforderten Lastenausgleich zwischen den Systemen vornehmen. Den Ausgleich der finanziellen Belastungen für über das Mindestsammelziel hinausgehende Mengen erachten GRS und Mitbewerber CCR als wichtigsten Punkt bei der Ausgestaltung des vom BMU im Batteriegesetz künftig geplanten reinen Wettbewerbssystems. Sollte ein Lastenausgleich nicht implementiert werden, gebe es keinerlei Anreize für die Systeme, die Sammlung über das Ziel von 45 Prozent auszudehnen, sind die beiden größten Rücknahmesysteme sowie weitere Marktakteure überzeugt.
Tatsächlich mehren sich die Berichte von Sammelstellen, wonach Systeme trotz gesetzlicher Verpflichtung zur kostenlosen Abholung keine Angebote abgeben wollen. Der von GRS bereits seit einiger Zeit befürchtete Wettbewerb um die geringstmögliche Zielerreichung ist somit offenbar bereits Realität.
Die Einrichtung einer Clearing-Stelle sei wichtig, um sicherzustellen, dass tatsächlich alle Systeme finanziell gleich belastet werden, betonte Julia Hobohm von GRS diese Woche im Rahmen einer Konferenz von Obladen in Hannover. Die konkrete Ausgestaltung einer solchen Stelle sei zwar noch offen. Denkbar wäre aber, dass diese Stelle neben der Sicherstellung des Ausgleichsmechanismus auch für die Koordinierung der übergeordneten Kommunikationsaufgaben der Systeme und Hersteller zuständig ist, sagte Hobohm weiter.
Die Forderung nach einer gemeinsamen Koordinierungs- und Clearing-Stelle erhebt GRS auch in der ausführlichen Stellungnahme zur Novelle des BattG an das Bundesumweltministerium. Den ausführlichen Bericht hierzu lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 09/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper – EUWID Recycling und Entsorgung

Stadtreinigung Hamburg kauft Müllverbrennungsanlage MVR

Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) wird alleinige Eigentümerin der Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm (MVR). Wie die Stadtreinigung mitteilte, sind die Verträge zwischen der SRH und Vattenfall heute notariell beglaubigt worden. Der SRH-Konzern hält seit 2014 bereits 45 Prozent der Gesellschaftsanteile an der MVR und übernimmt jetzt die restlichen 55 Prozent der Anteile vom bisherigen Mehrheitseigentümer Vattenfall. Die MVR ist seit 1999 in Betrieb und kann pro Jahr etwa 320.000 Tonnen Abfall verbrennen.
Die Transaktion muss noch vom Aufsichtsrat der SRH und durch das Bundeskartellamt genehmigt werden. Daher konnte die SRH nach eigenen Angaben Details des Vertrages noch nicht mitteilen. 
„Wir sind gleichermaßen froh und stolz, dass wir die langen Verhandlungen mit Vattenfall endlich erfolgreich abgeschlossen haben“, sagte SRH-Geschäftsführer Rüdiger Siechau. „Als Alleineigentümerin können wir die Entsorgung Hamburger Siedlungsabfalls jetzt noch flexibler und unabhängiger gestalten.“ Seit 1999 ist die MVR mit jährlich 320.000 t Abfall aus Hamburg und vier angrenzenden südlichen Landkreisen Niedersachsens beliefert und ausgelastet worden.“

Umweltsenator in Hamburg begrüßt die Übernahme der MVR

Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) begrüßte den Kauf der Müllverbrennungsanlage. „Mit dem Erwerb der MVR im Verbund mit der bereits im Jahre 2014 erworbenen Müllverwertung Borsigstraße (MVB) und dem geplanten Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) wird für die Hamburger Gebührenzahler auch künftig die thermische Verwertung ihrer Abfälle zu sehr wirtschaftlichen Kosten gewährleistet“, so Kerstan.
Darüber hinaus werde bei der Verbrennung in allen drei Anlagen Wärme erzeugt, die wesentlich zur klimafreundlichen Fernwärmeversorgung der Haushalte und des Gewerbes in Hamburg beiträgt. „Mit der MVR in komplett städtischer Hand können wir gezielter und unabhängiger den Energiepark Hafen steuern und planen, der das alte Kohlekraftwerk in Wedel klimafreundlich ersetzen wird“, sagte Kerstan weiter.

Stahlschrottmarkt: Rückkehr der Exportnachfrage verhindert stärkeren Preisverfall

Der Rückgang des Exportpreises ab Mitte/Ende Januar hatte die Erwartungen des Schrotthandels an die Preisverhandlungen mit den Stahlwerken im Februar zwar bereits gedämpft. Die Höhe der von den Werken Anfang Februar geforderten Preisabschläge hatte die Marktteilnehmer dann aber doch überrascht. Bis zu 40 € pro Tonne weniger wurde für die Frei-Werk-Lieferung angeboten. Der Handel weigerte sich, diesen Preis mitzugehen. Entsprechend langwierig entwickelten sich die Verhandlungen, die sich teils bis Anfang dieser Woche hinzogen.
Dass der Preisverfall nicht so hoch wie gefordert ausfiel, lag auch daran, dass der Exportpreis zuletzt wieder anzog. So signalisiert die Türkei Händlerangaben zufolge momentan wieder einen höheren Schrottbedarf. Produktionsstillstände in China und die Sorge vor Lieferverzögerungen in Folge des Coronavirus bieten den türkischen Stahlwerken nach Einschätzung von Gesprächspartnern zurzeit bessere Absatzmöglichkeiten in Asien, im Nahen Osten und Nordafrika. Wegen des im Vergleich zum Euro gestiegenen Dollar-Kurses favorisiere die Türkei dabei einen Schrottzukauf in Europa und im Baltikum.

Die Schrottnachfrage der deutschen Stahlwerke beschreiben die Händler „als gut, aber nicht übermäßig“. In den meisten Fällen konnten normale Mengen abgesetzt werden. Einzelne Stahlwerke hätten sich mit ihrem langen Beharren auf hohen Preisabschlägen aber auch „verzockt“ und letztlich nur Kontaktmengen erhalten, sagte ein Gesprächspartner. Der Händler kritisierte den Versuch dieser Werke, die nur kurzfristige Schwäche des türkischen Marktes zum Monatswechsel 1:1 auf die für einen ganzen Monat abgeschlossenen Kontrakte im deutschen Markt zu übertragen.

Den vollständigen Bericht zum deutschen Stahlschrottmarkt inklusive der Preisangaben lesen in EUWID Recycling und Entsorgung 9/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen der Bericht sowie die Preistabelle schon jetzt online zur Verfügung:

EUWID Preisspiegel Stahlschrott Deutschland

Schrottpreisverfall im Herbst lässt Sims-Ergebnis einbrechen

Der australisch-amerikanische Recyclingkonzern Sims Metal Management hat in der ersten Hälfte seines Geschäftsjahres 2019/20 (1.7.-31.12.) deutliche Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis verbucht. Die Erlöse verringerten sich um 19 Prozent auf 2,71 Mrd Australische Dollar (ca. 1,68 Mrd €). Das Nettoergebnis drehte von einem Gewinn von 77 Mio AUD im Vorjahreszeitraum in einen Verlust von 91 Mio AUD zwischen Juli und Dezember 2019.
Ursache für den Rückgang seien der rapide Einbruch der Stahlschrottpreise im September 2019 sowie die historisch niedrigen Preise für geshredderte NE-Metalle aus Altfahrzeugen (Sorte Zorba). Beide Faktoren hätten die Margen gesenkt. Sims-CEO Alistair Field sprach anlässlich der Vorlage der Halbjahreszahlen am Dienstag von einer für alle Recyclingunternehmen weltweit „herausfordernden Zeit“.
In Geschäftsbereich UK Metals meldete Sims Einnahmen von 488 Mio AUD, was einem Rückgang von fast 17 Prozent entspricht. Das europäische Schrottgeschäft des Konzerns verzeichnete im ersten Geschäftshalbjahr einen um Sondereinflüsse bereinigten Betriebsverlust von 28,4 Mio AUD, verglichen mit einem Überschuss von 6,8 Mio AUD im Vorjahreszeitraum. Sims erklärte, dass das Unternehmen nach „schwierigen Managementbedingungen im ersten Finanzquartal“ eine Umstrukturierung des britischen Schrotthandels in Angriff genommen und elf Standorte geschlossen habe. Das Unternehmen operiere nun von vier größeren Standorten aus, die zusammen in der Lage seien, Mengen auf dem Niveau des Vorjahres zu verarbeiten.
Trotz des Rentabilitätsrückgangs bestätigte der Recyclingkonzern seine bisherigen Ergebnisprognosen für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres. Für die Zeit Januar bis Juni 2020 erwartet Sims demnach ein Ebit von 40 bis 60 Mio AUD – bereinigt um dengeplanten Verkauf des europäischen E-Schrottgeschäfts an die Remondis-Tochter TSR. Dem Ausblick liegt allerdings eine Reihe günstiger Annahmen bezüglich des Schrotteinkaufs, der Erholung der türkischen Wirtschaft und der Auswirkungen des Corona-Virus auf die Schrottmärkte zugrunde.
Den ausführlichen Bericht zu den Halbjahreszahlen von Sims lesen Sie lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 09/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

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Altpapierexporte 2019 auf neuem Tiefpunkt

In Deutschland türmt sich immer mehr Altpapier, was in den letzten Monaten in einem deutlichen Preisverfall resultierte. Eine Ursache für das Überangebot offenbart ein Blick auf die deutsche Außenhandelsbilanz: So sind Deutschlands Altpapierexporte im Jahr 2019 auf einen neuen Tiefpunkt gesunken. Gleichzeitig liegen die Altpapierimporte weiter auf Rekordniveau.
Laut heute veröffentlichten vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat Deutschland im letzten Jahr insgesamt 2,36 Mio Tonnen Altpapier im Wert von 256 Mio € exportiert. Das waren 14 Prozent weniger als im Jahr 2018 (2,75 Mio t für 337 Mio €). Maßgeblich für den Rückgang sind die erneut deutlich gesunkenen China-Exporte. Im Vorjahr konnte der Nachfrageabfall der Volksrepublik noch teils durch Mehrausfuhren in andere asiatische Staaten kompensiert werden. Seit aber auch Länder wie Indien und Thailand die Einfuhr von Abfallstoffen strenger handhaben, ist auch hier ein deutlicher Rückgang der Einfuhren von Altpapier zu erkennen.

Deutschlands Altpapierimporte haben 2019 den historischen Höchststand vom Vorjahr nur knapp verfehlt. Laut Destatis summierten sich die Einfuhren auf 4,60 Mio Tonnen im Wert von 628 Mio €. Gegenüber dem Vorjahr, als die deutschen Papierwerke für 697 Mio € 4,62 Mio Tonnen Altpapier aus dem Ausland einkauften, entspricht dies einem Rückgang um 0,7 Prozent.
Der jährliche Saldo zwischen Ein- und Ausfuhren hat sich damit auf über 2,2 Mio Tonnen erhöht. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 hatten die Altpapierexporte die Altpapierimporte noch übertroffen.
Eine ausführliche Auswertung der Ein- und Ausfuhrstatistik für Altpapier lesen Sie lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 09/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

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Coronavirus: China behandelt Abfälle mit Mikrowellen

China behandelt die mit dem Coronavirus kontaminierten Krankenhausabfälle mit Hilfe von Mikrowellen. Die eingesetzte Technologie heißt Sterilwave und ist vom Unternehmen Bertin Technologies, eine Tochtergesellschaft des französischen Anlagenbauers CNIM, zusammen mit CNIM Industrial Systems China entwickelt worden. Die Anlagen sollen nach Angaben von CNIM direkt in den Krankenhäusern in der Region Wuhan zum Einsatz kommen.
Das chinesische Gesundheitsministerium hat nach Unternehmensangaben den Erwerb von 16 Sterilwave-Behandlungsstationen für die wichtigsten Krankenhäuser in der Region Wuhan bestätigt. Die ultrakompakten Systeme ermöglichen es den Angaben zufolge, biomedizinische Abfälle, die potenziell mit dem Coronavirus kontaminiert wurden, direkt vor Ort zu behandeln und somit jedes Kontaminationsrisiko außerhalb des Krankenhauses auszuschalten. Daher müssen die gefährlichen Abfälle nicht mehr mit dem Lkw vom Krankenhaus zu weit entfernten Behandlungsorten gebracht werden. Das begrenze das Ansteckungsrisiko deutlich, so CNIM.

Coronavirus wird bei Temperaturen über 80 Grad zerstört

Die Maschinen von CNIM können den Angaben zufolge bis zu 80 Kilogramm Abfall  pro Stunde behandeln. Dabei wird der Abfall zunächst zermahlen und im gleichen Behälter zwanzig Minuten lang auf über 100 Grad Celsius erhitzt. Studien hatten nach Angaben von CNIM gezeigt, dass das Coronavirus bei Temperaturen über 80 Grad Celsius schnell zerstört wird.
Wenn der Abfall die Maschine verlässt, ist er trocken und inert. Das Volumen reduziere sich während des Verfahrens um 85 Prozent, das Gewicht um 25 Prozent. Nach dem Behandlungsprozess kann der gesamte Abfall als normaler Siedlungsabfall ohne biologisches Risiko und ohne Gefahr für die öffentliche Gesundheit entsorgt werden, so CNIM. Die Effektivität der biologischen Inaktivierung von Bakterien und Viren sei von den Gesundheits- und Umweltministerien Frankreichs und Chinas validiert worden.

Coronavirus-Epidemie stellt chinesische Papierindustrie vor große Herausforderungen

Die Coronavirus-Epidemie in China wirkt sich auch auf die Papierindustrie des Landes aus. Durch die Schutzmaßnahmen, die eine weitere Verbreitung des Virus einschränken sollen, steigt einerseits der Bedarf an bestimmten Produkten der Papierbranche rasant, andererseits erschweren die notwendigen Schutzmaßnahmen einen Start der Werke nach den Feiertagen zum Chinesischen Neujahr. Die Feiertage wurden zunächst in ganz China verlängert.
Laut dem Nachrichtendienst China Paper Net könnte nun das Hochfahren der Produktion aber durch die Coronavirus-Krise eingeschränkt werden. So befinden sich viele Werke der Industrie in den stark von der Epidemie betroffenen Gebieten. Dort könnte es daher zu einem Arbeitskräftemangel kommen. Nimmt ein Betrieb die Arbeit wieder auf, müssen außerdem sehr strenge Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Arbeiter befolgt werden, etwa die Bereitstellung von Schutzausrüstung, regelmäßige Temperaturmessungen bei Angestellten und die Desinfektion von Räumlichkeiten auf dem Werksgelände. Dadurch seien weitere Einschränkungen möglich.
Auch bei der Altpapierversorgung wird ein Engpass erwartet. Die Altpapiersammlung in China erfolgt über eine Lieferkette von Sammlern, Käufern, Packstationen und ist daher sehr personenintensiv. Aufgrund der ergriffenen Schutzmaßnahmen komme es auch hier zu Behinderungen. Einschränkungen gelten auch für die Logistikbranche.
Ob China den wachsenden Bedarf an Altpapier durch zusätzliche Importe ausgleichen wird, erscheint sehr fraglich. Die bisher für dieses Jahr erteilten Einfuhrgenehmigungen summieren sich gerade mal noch auf 3,2 Mio Tonnen. Das sind im Vergleich zum Vorjahr rund 40 Prozent weniger.
Den vollständigen Bericht lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 08/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

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bvse: Entwurf für Kreislaufwirtschaftsgesetz bleibt deutlich hinter Möglichkeiten zurück

Nur bedingt zufrieden zeigt sich der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) mit dem vergangene Woche vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf zur Neufassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. „Die Novelle bringt durchaus Fortschritte für das Ziel hin zu einer modernen Kreislaufwirtschaft durch eine Stärkung des Recyclings von Abfällen, bleibt aber dennoch und teilweise sehr deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück“, erklärte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock in einer Stellungnahme.
Der Verband begrüßt zwar ausdrücklich, dass der Entwurf eine kommunale Klagebefugnis im Anzeigeverfahren für gewerbliche Sammlungen nicht mehr vorsieht. „Ein Festhalten an dem ursprünglichen Vorhaben hätte private Sammlungsstrukturen zugunsten der Kommunen weiter geschwächt, weil das gesetzlich vorgesehene Anzeigeverfahren ‚faktisch’ zu einem Genehmigungsverfahren umfunktioniert worden wäre, das sich über etliche Monate oder gar Jahre hätte hinziehen können“, so Rehbock.
Gleichzeitig befürchtet der bvse aber, dass gewerbliche Sammlungen durch die erweiterten Möglichkeiten zur Herstellerrücknahme unter Druck geraten. Die Erweiterung auf Produkte anderer Hersteller sowie die Absenkung der Anforderung auf eine Gleichwertigkeit im Vergleich zu den Sammelangeboten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sorge für „enorme Risiken“, schreibt der Verband. „Die gut etablierten Sammelstrukturen, zum Beispiel im Alttextilbereich, würden dadurch gefährdet werden“, befürchtet Rehbock. Es sei zu erwarten, dass die Hersteller bei der freiwilligen Rücknahme ihren Fokus auf die hochwertigen Materialien legen.
Wie der bvse die geplanten Regelungen zum öffentlichen Beschaffungswesen sowie zur Beteiligung der Hersteller an den Reinigungskosten für Littering bewertet, lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 08/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

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