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Remondis kauft duales System RK

Am Ende ging es schneller als viele erwartet haben. Nach dem Scheitern der DSD-Übernahme hat Deutschlands führender Entsorger Remondis heute Vormittag ein anderes duales System gekauft. Künftig gehört das noch nicht in allen Bundesländern genehmigte System RK aus Köln zum Remondis-Konzern, bestätigt ein Sprecher der Rethmann-Tochter. Remondis dürfte mit dem Kauf von RK keine kartellrechtlichen Schwierigkeiten bekommen, da das Unternehmen noch nicht als duales System arbeitet und somit bislang keine Marktanteile hat.
Die RK Recycling Kontor GmbH Co. & KG war aus den Reihen der Recycling-Kontor-Gruppe um Florian Dühr entstanden. Die Recycling-Kontor-Gruppe hatte mit RKD bereits ein duales System, das im vorigen Jahr aber seinen Betrieb eingestellt hat. Dühr wird Geschäftsführer der Remondis-Tochter, ein weiterer Geschäftsführer aus Reihen von Remondis wird ihm zur Seite gestellt.
RK ist seit längerem in den Bundesländer unterwegs, die Genehmigungen für den Systembetrieb zu erhalten. In 15 Bundesländern ist das System bereits genehmigt. In den nächsten Wochen dürfte RK die letzte noch ausstehende Genehmigung aus Rheinland-Pfalz erhalten. Wann das duale System von Remondis seinen Betrieb aufnimmt, war indes noch nicht zu erfahren.

bvse will Kunststoffrecycling mit Drei-Punkte-Plan retten

Mit einem Drei-Punkte-Plan soll das Kunststoffrecycling gerettet werden. Dazu ruft der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling das Bundesumweltministerium und Bundestagsabgeordnete auf. Der Verband fordert „den umweltschädlichen Verdrängungswettbewerb von billiger Kunststoffneuware gegenüber Rezyklaten zu stoppen und faire Rahmenbedingungen für Recyclingprodukte zu schaffen“.
Aufgrund der aktuellen Marktentwicklungen durch die Covid-19-Pandemie haben zahlreiche Kunststoffrecycler in Europa die Produktion eingestellt. Die Hauptursachen sind neben der mangelnden Nachfrage durch die Schließung von Verarbeitungsbetrieben auch die Rekordtiefstpreise für Neukunststoffe wegen niedrigen Rohölpreisen sowie die weltweit rückläufige wirtschaftliche Aktivität.
„Wenn das Kunststoffrecycling in Zukunft noch eine Chance haben soll, müssen endlich Bedingungen geschaffen werden, die einen vergleichbaren Wettbewerbsrahmen zu Kunststoffneuware schaffen“, sagte der Vorsitzende des Fachverbandes Dirk Textor. „Der klimaschädliche CO2-Rucksack, der bei der Produktion von Kunststoffneuware entsteht, bleibt bei der Preisbildung bislang völlig außen vor. Dies muss sich dringend ändern“, so bvse-Vizepräsident Herbert Snell.
Die Kunststoffneuware, die für Verpackungen eingesetzt wird, hat sich dem bvse zufolge in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent verbilligt und Corona-bedingt hat sich der Verfall der Preise weiter beschleunigt. Es sei absehbar, dass der Trend zu preiswerter Neuware auch in Zukunft weiter anhalten wird.

Mindestrezyklatanteile gefordert

Der Verband schlägt ein Zwei-Stufen-Modell zur Verminderung des Einsatzes von Kunststoffneuware und in der Konsequenz eine stufenweise Erhöhung der Einsatzquote von Rezyklaten vor. Bis zum Jahresanfang 2021 soll in Stufe 1 eine verbindliche Reduktion der CO2-Emissionen der eingesetzten Rohstoffe im Mittel um mindestens 25 Prozent festgeschrieben werden, wobei der Bezugspunkt die Produktion mit Neuware darstellt. In Stufe 2 soll diese Quote dann auf 40 Prozent ab dem Jahr 2030 erhöht werden. Zur Dokumentation des Reduktionsziels sollen Kunststoffverarbeiter in Zukunft verpflichtet werden, einen jährlichen Nachweis zu erbringen. Für die Zielverfehlung sieht der Plan eine Malus-Regelung in Höhe eines 20-prozentigen Preisaufschlags auf den Produktnettopreis der Neuware vor, der dann als Beitrag für klimaschutzfördernde Investitionen eingesetzt werden soll.

Vereinheitlichung der Qualitätssicherung

Der zweite Vorschlag des bvse zielt auf eine Vereinheitlichung der Qualitätssicherung. Zur Erfüllung der Recyclingquoten der dualen Systeme müssen sogenannte „Letztempfängeranlagen“ eingesetzt werden. Deren Eignung wird zweijährlich überprüft und in einem Zertifikat dokumentiert. Eine Überprüfung der Zertifikate und Auditberichte durch die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) als neutrale Stelle soll dafür sorgen, dass gleichbleibende Qualitätsstandards eingehalten und Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden. Beispielgebend ist die Vorgehensweise bei der EuCertPlast-Zertifizierung.

Öffentliche Beschaffung stärken

Der dritte Baustein ist die Öffentliche Beschaffung auf Bund- und Länderebene. Hier spricht sich der Verband für eine Nachschärfung der Vorgaben für einen vorrangigen Rezyklateinsatz aus. Laut bvse verfehlten diese Vorgaben aufgrund fehlender Einspruchsmöglichkeiten oder Sanktionen bislang ihre Wirkung. Von den Behörden zu erbringen sei eine jährliche Berichtspflicht, die nicht nur Auskunft über den direkten Einsatz von Recyclingerzeugnissen oder in vergebenen Aufträgen gibt, sondern darüber hinaus auch den Nichteinsatz rechtfertigt.

Veolia und Verdi vereinbaren Pandemie-Fonds

Die Gewerkschaft Verdi und Veolia Umweltservice haben per Tarifvertrag einen Unterstützungsfonds für besonders von der Coronakrise betroffene Beschäftigte vereinbart. Der sogenannte „Pandemie-Fonds“ soll Beschäftigte mit Kindern, mit pflegebedürftigen Angehörigen, mit persönlichen Schicksalsschlägen in Folge der Pandemie oder Beschäftigte mit Verdienstausfällen in besonderer Weise finanziell unterstützen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Verdi und Veolia.
Das Entsorgungsunternehmen stellt bis zum Jahresende einmalig eine Mio € für den Fonds zur Verteilung an Mitarbeiter zur Verfügung. Betroffene Beschäftigte sollen maximal 10.000 € als Unterstützung erhalten. Zuvor hatten sich Verdi und Veolia bereits auf eine Konzernbetriebsvereinbarung zur Kurzarbeit mit Aufstockung verständigt.
Christoph Schmitz, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand begrüßt die Vereinbarung: „Der Tarifvertrag hat in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine Signalwirkung für die Beschäftigten der Veolia Umweltservice.“ Dass ihre Belange in den Fokus rücken und Menschen mit sozialen Härten unter die Arme gegriffen wird, sei „außerordentlich positiv“.
„Wir sind uns sehr darüber bewusst, dass die aktuelle Situation allen unseren Beschäftigten Opfer abverlangt, die in Einzelfällen möglicherweise sogar existenzbedrohend sind“, betont der Chef von Veolia Deutschland, Matthias Harms. Mit dem Pandemie-Fond wolle Veolia seiner sozialen Verantwortung als Arbeitgeber gerecht werden und gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern die Möglichkeit einer Unterstützung für Beschäftigte schaffen, die von der Pandemie besonders betroffen sind.

Recyclinggerechte Verpackungen: Zentrale Stelle überarbeitet Mindeststandards

Die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) überarbeitet die Mindeststandards zur Bemessung des recyclinggerechten Designs von Verpackungen. Für das im Expertenkreis der Stiftung erarbeitete Entwurfspapier kann nun bis zum 5. August Stellung genommen werden. Die Mindeststandards 2020 sollen dann am 1. September dieses Jahres veröffentlicht werden.
Umfangreich überarbeitet wurde insbesondere der Anhang 1 „Materialarten, Materialfraktionen und Verwertungswege“, dessen Umfang nun von sechs auf 13 Seiten gewachsen ist.

Adressaten des Mindeststandards sind die dualen Systeme

Deraktuelle Entwurf des Mindeststandards vom 2. Juli basiert auf den Erfahrungen der in den Jahren 2018 und 2019 veröffentlichten Inhalte. Nach § 21 des Verpackungsgesetzes sind die dualen Systeme verpflichtet, im Rahmen der Bemessung der Beteiligungsentgelte Anreize zu schaffen, um bei der Herstellung systembeteiligungspflichtiger Verpackungen die Verwendung von Materialien und Materialkombinationen zu fördern, die zu einem möglichst hohen Prozentsatz recycelt werden können.
Der Mindeststandard stellt eine Vorstufe zur eigentlichen Anreizgestaltung durch die Systeme dar. Entsprechend sind die dualen Systeme die Adressaten des Mindeststandards. Das Dokument des Mindeststandards beinhaltet auch den Prozess zur Bemessung der Recyclingfähigkeit einer Verpackung und gibt einen Überblick zu den Prüfkriterien und -prozessen.

Pennon schließt Verkauf von Viridor an KKR ab

Die globale Investmentfirma KKR hat die Übernahme des britischen Abfallentsorgungsunternehmens Viridor abgeschlossen. KKR zahlt 4,2 Mrd Pfund an die bisherige Viridor-Mutter Pennon. Die US-Beteiligungsgesellschaft hält Anteile an einer Vielzahl von Unternehmen aus den Bereichen Energie, Infrastruktur und Immobilien.
Viridors Geschäftsführer Phil Piddington wurde zum Chief Executive Officer ernannt, teilten KKR und Viridor am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit. Das Abfallentsorgungsunternehmen gab außerdem bekannt, dass Ian Wakelin, ehemaliger CEO von Biffa, den Vorsitz im Verwaltungsrat übernommen hat. Er befinde sich seit seinem Rücktritt bei Biffa im Herbst 2018 im „Halbruhestand“ und freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Management-Team von Viridor, so Wakelin. „Viridor hat eine klare Strategie, die auf der Marktnachfrage basiert, und ein echtes Verständnis für die Herausforderungen und Chancen in diesem Sektor, das auf jahrelanger Erfahrung beruht“, sagte er.
CEO Piddington betonte die Wachstumspläne von Viridor, einschließlich der durch langfristige Verträge abgesicherten Infrastrukturinvestitionen. „Wir prüfen Optionen für drei weitere Verbrennungsanlagen, darunter ein neues Werk bei Ford in West Sussex, ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen mit Grundon Waste Management. Die Projektpartner reichten den Antrag auf Planungsgenehmigung letzten Monat ein.

BMBF fördert Forschung zu Batterierecycling mit 30 Mio €

Die Bundesregierung will die Forschung zum Batterierecycling ausbauen. Das Bundesforschungsministerium gab heute den Aufbau von vier neuen Batterie-Kompetenzclustern bekannt, die mit insgesamt 100 Mio € gefördert werden sollen. Eines dieser Zentren soll sich der systematischen Gestaltung des Batterielebenszyklus, der Weiterentwicklung effizienter Recyclingtechnologien und der Integration von zurückgewonnenen Materialien in die Batteriezellproduktion widmen, teilte das Ministerium heute mit.
Für das Ziel, Stoffkreisläufe zu schließen, stellt das BMBF Fördermittel im Umfang von 30 Mio € bereit. Koordiniert wird das Cluster „GreenBatt“ von der Technischen Universität Braunschweig, dem Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme in Dresden sowie der RWTH Aachen.

Weiteres Cluster soll Optionen für „Second Use“ von Akkus untersuchen

Weitere 20 Mio € werden für die Forschung zu Batterienutzungskonzepten bereitgestellt. In diesem Cluster soll ein besseres Verständnis von Batteriezuständen und -verhalten gewonnen werden, um zu entscheiden, wann die Zweitnutzung von Batteriespeichern möglich und für welche Anwendung sinnvoll ist, erklärt das BMBF. An dem Kompetenzzentrum sind ebenfalls die RWTH Aachen sowie die Technische Universität München und das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe beteiligt.
Hinzu kommen zwei Cluster für die „Intelligente Batteriezellproduktion“ sowie für Analytik und Qualitätssicherung. Das Konzept der vier neuen Kompetenzcluster baue auf den vorhandenen Strukturen des Dachkonzeptes „Forschungsfabrik Batterie“ auf, das forschungsseitig Synergien mit dem europäischen Green-Deal und den IPCEI-Projekten des Bundeswirtschaftsministeriums schafft, erklärt das BMBF weiter. Alle Module des Dachkonzepts sollen zusammen wirken und Forschungsergebnisse auf die nächste Wertschöpfungsstufe bringen.

Dänemark will Kapazitäten zur Müllverbrennung deutlich reduzieren

In Dänemark stehen offenbar einige Müllverbrennungsanlagen vor dem Aus. Die Verbrennungskapazität des Landes soll im Rahmen des neuen „Klimaplans für eine grüne Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft“ mit dem anfallenden Hausmüll in Einklang gebracht werden. Gleichzeitig soll die Menge des dänischen Abfallaufkommens zur energetischen Verwertung im nächsten Jahrzehnt um 30 Prozent reduziert werden. Das zwischen der dänischen Regierung und mehreren anderen politischen Parteien ausgehandelte Abkommen wurde Mitte Juni unterzeichnet.
Die derzeitige Verarbeitungskapazität aller 23 in Betrieb befindlichen Müllverbrennungsanlagen des Landes liegt bei rund 3,5 Mio Tonnen im Jahr. Nach Angaben des dänischen Umweltministeriums gab es eine Überkapazität von bis zu 700.000 Tonnen. Ein Teil dieser Überkapazität wird mit Importen ausgeglichen. So wurden allein 2016 etwa 364.000 Tonnen Ersatzbrennstoff zur Verbrennung importiert. Nach der neuen politischen Vereinbarung soll die Menge des dänischen Abfalls zur thermischen Verwertung bis zum Jahr 2030 auf 2,6 Mio Tonnen reduziert und die Verbrennungskapazität damit an das inländische Aufkommen angepasst werden.
„Seit 15 Jahren wird versucht, das Problem der Verbrennung zu lösen, ohne Erfolg. Jetzt muss der Import von Kunststoffabfällen aus dem Ausland ein Ende haben, um leere Öfen zu füllen und den Müll auf Kosten des Klimas zu entsorgen“, forderte Klimaminister Dan Jørgensen bei der Vorstellung der Pläne.
Zur Reduzierung der Müllverbrennungskapazität sollen nach Plänen des dänischen Parlaments die am wenigsten umweltfreundlichen und am wenigsten effizienten Anlagen zuerst auf die Streichliste kommen. Die effiziente Verteilung des Abfalls unter den MVA könne jedoch weitgehend beibehalten werden. Außerdem sollen Anlagen nicht geschlossen werden können, wenn nicht ohne weiteres eine andere Heizquelle zur Verfügung steht.
Den vollständigen Bericht mit den Details zur geplanten Kapazitätsreduzierung der Müllverbrennung in Dänemark sowie den Reaktionen der betroffenen Kommunalverbände und der privaten Entsorgungswirtschaft lesen Sie diese Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 28/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die aktuelle Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper – EUWID Recycling und Entsorgung

Baugewerbe schließt sich neuem bvse-Gütesystem für Recyclingbaustoffe an

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hatte den Start des im letzten Jahr vom bvse und dem Deutschen Abbruchverband gegründeten neuen Qualitätssicherungssystems für Sekundärbaustoffe verzögert. Nun stehe der Zertifizierungsbetrieb der QUBA aber kurz vor dem Start, teilte der bvse am Dienstag mit. Und mit dem ZDB konnte zudem ein neuer Gesellschafter aus der Bauwirtschaft gewonnen werden.
Mit dem Beitritt des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) sind laut bvse nunmehr die führenden Verbände der gesamten Mineralik-Wertschöpfungskette im Gesellschafterkreis der Qualitätssicherung Sekundärbaustoffe GmbH (QUBA) vertreten. bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock betonte das hohe fachliche Know-how und die breite Verankerung in der Branche, die die Qualitätssicherung von Sekundärbaustoffen erfordere. Dass der ZDB sich hier in der Verantwortung sehe und sich als QUBA-Gesellschafter engagiere, habe daher eine bedeutende Signalwirkung. „Wir haben nun beste Voraussetzungen dafür, eine hohe Akzeptanz für das QUBA-Qualitätssiegel zu erreichen und damit den Weg zu ebnen für die Verwendung qualitätsgesicherter Sekundärbaustoffe“, so Rehbock.
Die QUBA bietet ein bundesweit einheitliches System der Prüfung, Überwachung und Zertifizierung von Recyclingbaustoffen an. Anhand einer Ampelregelung soll das vergebene Gütesiegel künftig einen Überblick über die Einbaumöglichkeiten (offen / halbdurchlässig / gedeckelt) verschaffen. Laut bvse sind alle rechtlichen und technischen Vorarbeiten für den operativen Betrieb abgeschlossen. Nach der Coronabedingten Verzögerung kündigte QUBA-Geschäftsführer Thomas Fischer jetzt den baldigen Start des Zertifizierungsbetriebs an. Die ersten Zertifizierungen sollen demnach nach der Sommerpause im September in Bayern beginnen.

Grüne fordern deutlich höheres Sammelziel und Pfand auf Lithium-Akkus im BattG

Die Grünen im Bundestag sprechen sich für umfangreiche Korrekturen am Novellierungsentwurf für das neue Batteriegesetz aus. In einem letzten Woche vom Parlament in den Umweltausschuss verwiesenen Antrag fordert die Fraktion unter anderem eine deutliche Erhöhung des Mindestsammelziel für Gerätebatterien, ein Pfand für Lithium-Akkus sowie Anpassungen bei den Vorgaben für die Rücknahmesysteme.
Nach Vorstellung der Grünen sollte die Mindestquote für die Sammlung der Gerätebatterien schon im nächsten Jahr auf 65 Prozent angehoben werden. Im Jahr 2030 soll die Zielvorgabe dann auf 80 Prozent steigen. Das Bundesumweltministerium will hingegen zunächst an der bisherigen Mindestquote von 45 Prozent festhalten und vor einer möglichen Anhebung die Diskussionen zur Neufassung der Batterierichtlinie auf europäischer Ebene abwarten.
Auch der Bundesrat hat am vergangenen Freitag eine Anhebung der Mindestsammelquote abgelehnt. Der Umweltausschuss der Länderkammer hatte allerdings nur eine vergleichsweise moderateErhöhung auf 50 Prozent empfohlen. Neueste Zahlen zur Batteriesammlung zeigen, dass in Deutschland bereits letztes Jahr eineSammelquote von über 52 Prozent bei Gerätebatterien erreicht wurde.
Die Grünen fordern aber nicht nur eine Anhebung der Quoten, sondern auch die separate Erfüllung dieser Ziele für einzelne Batteriesysteme. So soll verhindert werden, dass der Fokus der Rücknahme nur auf schweren Bleibatterien liegt, heißt es in dem Antrag.
Hohe Sammelmengen und vor allem eine sortenreine Erfassung von Lithium-Batterien erhofft sich die Fraktion auch von einem Pfandsystem. Bei der Pfandhöhe schweben den Grünen 25 € vor. Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft fordert seit einiger Zeit sogar ein Pfand von 50 € für Lithium-Akkus.
In dem Antrag sprechen sich die Grünen außerdem dafür aus, im Batteriegesetz auch künftig die Möglichkeit zur Einrichtung eines gemeinsamen, nicht gewinnorientierten Rücknahmesystems vorzusehen. Nach dem Wechsel von GRS in den Status eines herstellereigenen Systems hatte das BMU im Entwurf für das neue Gesetz die Option eines Solidarsystems gestrichen. Die Grünen erachten ein solches System aber für die Sicherstellung eines flächendeckenden Netzes an Sammelstellen auch an unattraktiven Standorten sowie für die Durchführung von gemeinschaftlich finanzierten Informations- und Aufklärungskampagnen für notwendig.
Auch der von vielen Akteuren geforderte Lastenausgleich sowie Änderungen an der Berechnungsmethode für die Sammelquote gehören zum Forderungskatalog der Grünen für die Überarbeitung des Batteriegesetzes.
Den kompletten Bericht zum Antrag der Grünen sowie den Artikel zur Beratung des Batteriegesetzes im Bundesrat lesen Sie diese Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 28/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die aktuelle Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper – EUWID Recycling und Entsorgung

Unbefriedigende Aussichten für PET-Recycler

Im Juni stiegen die Preise für PET-Neuware zwar leicht an. Doch vorerst bringt das Plus für die PET-Recycler in Deutschland keine Entspannung. Neuware bleibt weiterhin günstig. Angesichts einer schwachen Nachfrage nach Rezyklaten aus fast allen Abnahmebereichen sowie den Sommerferien mit weiteren Produktionskürzungen und Betriebsruhen stehen die PET-Recycler vor großen Herausforderungen. Der Juli werde nochmals ein schlechter Monat, meinten die meisten PET-Recycler. Die Branche hofft allerdings auf eine Trendumkehr, die ab Mitte August beginnen könnte.
Auch im Juni mussten einige PET-Recycler weiter Kurzarbeit einlegen, andere kürzten die Produktion und mussten dennoch Flakes auf Lager legen. Das Flaschenaufkommen stieg ab der zweiten Monatshälfte deutlich an. Recycler, die noch weitgehend voll produzierten, hatten den Eindruck, dass sie mit Flaschen „zugeschüttet“ wurden, weil Mitbewerber ihren Einkauf zurückgefahren haben.
Das Flaschenaufkommen gilt als ordentlich, auch wenn im Vergleich zum Vorjahr ein geringerer PET-Einweg-Absatz spürbar ist. Der Verkauf von Soda-Sprudlern, der Zugewinn von Mehrwegglas sowie infolge der Corona-Beschränkungen ein stark gesunkenes Aufkommen an 0,5-Liter-PET-Flaschen aus dem Gastro-Bereich sorgen für einen Mengenrückgang um deutlich über zehn Prozent. Gleichwohl dürfte in den nächsten Wochen das Aufkommen an PET-Pfandflaschen saisonal weiter steigen.
Eine ausführliche Berichterstattung zur Lage am Markt für gebrauchte PET-Flaschen lesen Sie in Ausgabe 28/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen der Bericht sowie die Preistabelle schon jetzt online zur Verfügung:

EUWID-Preisspiegel: Gebrauchte PET-Einweg-Pfandflaschen

Aktuelles bei Wenner

  • 3. Juli 2020

    ALS UNTERSTÜTZUNG UNSERES TEAMS SUCHEN WIR ZUM NÄCHSTMÖGLICHEN ZEITPUNKT EINEN ELEKTRONIKER FÜR BETRIEBSTECHNIK (M/W/D)

    Wir sind ein mittelständisches Familienunternehmen und produzieren mit modernster Maschinentechnologie (Drucken, Stanzen, Kleben, Palettierrobotik) Faltkartonagen. Die Weiterentwicklung unseres Betriebes erfordert […]

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  • 29. Mai 2020

    Als Unterstützung des Produktionsleiters suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Produktionsassistenten (m/w/d)

    Die Friedrich Wenner Versmolder Vollpappen-Verarbeitungswerk GmbH mit Sitz in Versmold ist ein auf Vollpappeverpackung spezialisierter Verpackungshersteller. Die innovativen Verpackungslösungen werden […]

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  • 8. Mai 2020

    MAN liefert erstmals Elektro-Lkw aus – und startet damit in Versmold

    Nachhaltigkeit gehört seit vielen Jahren zur Firmenpolitik des Versmolder Vollpappen-Verarbeitungswerkes. Mit der Anschaffung eines durch Strom betriebenen Nutzfahrzeuges schlägt der […]

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  • 5. Mai 2020

    Versmolder Traditionsbetrieb hat neuen Eigentümer – und wächst gewaltig

    Das Jahr des 90. Geburtstages ist für das Vollpappen-Verarbeitungswerk Wenner ein richtungweisendes. Der Verkauf an die Halbzellstoff-Industrie GmbH soll neue […]

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  • 20. März 2020

    Aktuelle Information zur Corona-Krise

    Informationsschreiben zur COVID-19

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  • 4. Februar 2020

    Reduzierung von Kunststoff zugunsten von Pappe …

    Das wünschen sich nach einer Umfrage die meisten Konsumenten! Dies ist das Ergebnis der Studie “HANDEL IST WANDEL”, die vom […]

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  • 14. Januar 2020

    Unser Öko-Kreislauf!

    Alle Pappenreste, die bei der Produktion von Kartonagen anfallen, sammeln wir in einem riesigen Container, denn bei 7 großen Stanzautomaten […]

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  • 5. Dezember 2019

    CO2-Ersparnis durch eigene Stromherstellung …

    … und wir stecken uns immer wieder höhere Ziele! Wir produzieren mit der Stromerzeugung durch die Photovoltaik-Anlage auf unseren Dächern […]

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  • 4. November 2019

    Unser gemeinschaftliches Engagement für dieses Jahr, um noch mehr CO2 einzusparen …

    Hier zählen für uns auch die kleinen Schritte zur CO2-Ersparnis, deshalb haben wir in diesem Jahr die Idee gleich zu […]

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  • 18. Oktober 2019

    Reduzierung von Kunststoffverpackungen zugunsten von Pappe …

    KARTON MIT KUNSTSTOFFFREIER ÖKOBARRIERE Verbraucher und Markenhersteller haben großen Bedarf angemeldet an nachhaltigeren Alternativen zu Plastikverpackungen und dies überall auf […]

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