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WIR SUCHEN VERSTÄRKUNG!

Wir sind ein mittelständiges Familienunternehmen und produzieren mit modernster Maschinentechnologie (Drucken, Stanzen, Kleben) Faltkartonagen für die Lebensmittelindustrie.

Die Weiterentwicklung des Betriebes erfordert eine entsprechende personelle Besetzung, daher suchen wir zum sofortigen Eintritt (bzw. nach Absprache):

  • Maschinenführer/-in Stanzerei (m/w/d)

    Voraussetzungen:
    Eine abgeschlossene Berufsausbildung (Packmitteltechnologe/-in oder Handwerk (Metall)), Erfahrung als Stanzen- oder Maschinenführer sowie technisches Verständnis

    Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung incl. Ihrer Verdienstvorstellung

    Osman Solmaz

    ['alt']
    Ltg. Stanzen/Drucken 05423-2013-27 os@wenner-gmbh.de
  • Mitarbeiter Lager/Versand (m/w/d)

    Ihre Aufgaben:
    Sie lagern Ware ein und aus, stellen Kommissionen und Lieferungen zusammen und beladen LKW. Sie beliefern unsere Kunden per LKW und holen Rohware von unseren Lieferanten ab.

    Ihre Qualifikation:

    • Staplerschein
    • Führerschein CE mit Eintrag 95
    • Erfahrung im Bereich Lager / Versand
    • Bereitschaft zum Schichtdienst
    • verantwortungsbewusst, flexibel, zuverlässig und teamfähig
    • gute Umgangsformen

    Sie sind interessiert? Dann senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen
    (gern auch per Mail) an:

    Matthias Paul

    ['alt']
    Lager und Versand 0172 5697625 mp@wenner-gmbh.de

Interview zur aktuellen Situation

Wenner-Redaktion
Herr Potthoff-Wenner, Sie verarbeiten in Ihrem Unternehmen in Spitzenzeiten rund 500.000 Kartonagen pro Tag. Das sind schon einige Papiermengen die täglich Ihre Produktionsstraßen verlassen. Die Rohstoffpreise schwanken dabei im 24 Stunden-Takt. Können Sie überhaupt eine feste Preiszusage gegenüber Ihren Kunden machen?

Stephan Potthoff-Wenner
Eine langfristige Preiskalkulation ist nach wie vor eher unwahrscheinlich. Wir müssen uns wie andere auch an der Tendenz des Marktes orientieren. Aktuell noch intensiver denn je – tatsächlich täglich. Da lassen sich Preissteigerungen nach heutiger Sicht nicht vermeiden, denn – das können sich viele gar nicht vorstellen – der Rohstoff Altpapier wird zunehmend knapper. Wird eine Ressource knapper, steigt natürlich ihr Preis. Momentan liegt die Preissteigerung der Rohstoffe in unserer Branche zwischen 30 und 40 %. Die erste Preissteigerung stößt nicht unbedingt sofort auf Verständnis. Das ist durchaus nachvollziehbar. Erst mit wachsendem Bewusstsein für die aktuelle Situation wächst auch die Akzeptanz einer weiteren Preissteigerung, die eben unvermeidbar ist. Dafür braucht es eine gute Kommunikation und Vertrauen. Dass steigende Rohstoffpreise automatisch steigende Produktionspreise nach sich ziehen, ist kein Geheimnis.

Wenner-Redaktion
Aktuell unterliegen Sie einer Rohstoff-Verknappung, d. h. es stehen nicht genügend Rohstoffe weltweit zur Verfügung. Bitte erläutern Sie uns kurz Ihre Einschätzung, warum es zu einer solchen Situation gekommen ist!

Stephan Potthoff-Wenner
Dafür gibt es verschiedene Gründe:
die aktuell sicher ausschlaggebende ist gerade in 2020/2021 die Situation um die weltweiten Folgen der Pandemie. Auch bei uns hat diese ihre Spuren hinterlassen. Bei vielen Vorlieferanten wurden ganze Produktionen eingestellt, die bis heute entweder gar nicht oder nicht zu 100 % wieder aufgenommen worden sind. Dies und die dazwischen liegende Logistikbranche haben selbstverständlich zu Lieferengpässen von Rohmaterial geführt.

Ein weiterer Grund liegt u. a. auch in dem wachsenden Umweltbewusstsein, das sich während der Pandemie rasant entwickelt hat. Nicht erst heute gibt es Menschen, die für den Naturschutz plädieren. Aber gerade jetzt, wo durch die Lockdowns auch die Auswirkungen auf die Natur in den Vordergrund gerückt sind, wo Menschen plötzlich aus Angst um ihre Gesundheit noch stärker für die Gefahren unserer Lebensweise sensibilisiert wurden, für so vieles, was zuvor nur schleichend in das Blickfeld geraten war und oft auch wieder in die Ecke gestellt wurde, wo der Klimawandel nun zeitgleich zu Naturkatastrophen geführt hat, die ein verheerendes Ausmaß haben für unser ganzes Land – wenn wir einmal nur dieses betrachten möchten – sich eben nicht in der Ferne abspielen, sondern sich auch bei uns ereignen, da denken die Verbraucher um. Wesentlich schneller, ja sofort bitte.
Entsprechend geht man nun spontan mehr und mehr dazu über, statt der bisher stark genutzten Kunststoffverpackungen immer mehr in umweltverträglichen Alternativen, wie z. B. Karton zu verpacken und zu präsentieren. Das führt zwangläufig zu einem steigenden Bedarf an Rohstoffen zur Kartonagenherstellung, welcher in großem Maße für uns als Produzenten das Altpapier ist. Diese so plötzliche Änderung im Verhalten der Verbraucher aber auch der nun augenblicklich eingeleiteten Maßnahmen der Politik waren nicht schon langfristig vorhersehbar, sondern haben uns tempomäßig quasi überrollt. Die Folge ist: Rohstoffmangel – Mangel an einem Rohstoff, der für uns bei Wenner insbesondere Altpapier heißt.

Wenner-Redaktion
Gerade als ein Teil der HZI-Gruppe haben Sie als Kartonagen-Produzent hervorragende Möglichkeiten, an recycelten Rohstoff zu kommen. Warum hat selbst Ihr Unternehmen solche Rohstoff-Engpässe, mit denen Sie sich täglich erneut auseinandersetzen müssen?

Stephan Potthoff-Wenner
Es ist richtig, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen. Alles andere wäre fatal. Auch als Mitglied der HZI-Gruppe können wir nicht unendlich aus dem Vollen schöpfen. Die vorgenannten Gründe betreffen ja auch uns.

Wenner-Redaktion
Und nun noch eine letzte Frage: „Wie begegnen Sie dieser nicht ganz einfachen Situation und was können Sie konkret dagegen tun?

Stephan Potthoff-Wenner
Nun sind wir in der komfortablen Situation, zur HZI-Gruppe zu gehören und damit zu den Unternehmen, die bei der Belieferung in der ersten Reihe sitzen, wenn man das einmal so ausdrücken darf. Und das ist auch gut so. Denn unsere enormen Auftragsmengen sollen auch weiterhin termingetreu abgewickelt werden können, bzw. wir möchten unseren Kunden in ihren Ansprüchen weiterhin wie gewohnt gerecht werden. Dafür haben wir in den letzten Jahren immer wieder investiert. Alle unsere Investitionen waren und sind auf diese Nachfrage nach Kartonagen ausgelegt, um der seit langem absehbaren Situation optimal begegnen zu können. Längst hat es sich ja abgezeichnet, dass sich die Gesamtsituation ändert und vieles nicht mehr so geht, wie noch vor Jahren.
Eben deshalb haben auch wir uns verändert / der aktuellen Situation und Entwicklung angepasst. Haben in das Unternehmen investiert mit modernster Technik, haben uns der HZI-Gruppe angeschlossen, um ein großes Netzwerk nutzen zu können. Unsere Kunden kommen in der Hauptsache aus der Lebensmittelbranche. Da gehört Termintreue unseren Kunden gegenüber zum A und O. Denn Lebensmittel haben nun einmal einen MHD. Der lässt sich nicht mal eben aufhalten.
Bisher konnten wir unsere Aufträge noch immer zur vollen Zufriedenheit unserer Kunden abwickeln trotz Engpässen bei der Zulieferung von Rohstoffen. Das verdanken wir u. a. auch unserem ausgesprochen großen Lager von bis zu 25.000 Paletten. Was wir nicht selbst ad hoc bedienen konnten, haben wir in der Gruppe an Schwesterunternehmen vermittelt und durch Lohnfertigung unsere Kunden wunschgemäß beliefern können.

Nicht nur unsere Bestandskunden wurden bisher von uns bei Wenner wie gewohnt versorgt. Aktuell gibt es eine große Anzahl von Unternehmen, u. a. solche, mit denen wir auch früher schon einmal zusammengearbeitet haben, und die neu mit Ihren Anfragen auf uns zukommen. Auch diese mussten und möchten wir in Zukunft nicht abweisen sondern sehr gern den Anfragen gerecht werden.

Sind Lieferschwierigkeiten unserer Lieferanten absehbar, weil sie frühzeitig bekannt und damit berechenbar sind, können wir diesen mit den notwendigen Mitteln begegnen. Wie etwa dann, wenn wir die Modernisierungsarbeiten an den Kartonmaschinen im Schwesterunternehmen der Papier- und Kartonfabrik Varel für uns einkalkulieren müssen.
Bis Mitte KW 33 werden wir für ein paar Tage auf Belieferung verzichten müssen, damit hier modernste Technik schon sehr bald für einen weitaus größeren Output sorgen wird. In dieser Zeit werden wir auf unsere Ressourcen zurückgreifen, um unseren Kunden dennoch angemessen Ihren Bedarf zu decken. Und in Kürze können wir dann tatsächlich aus dem Vollen schöpfen – vorausgesetzt, es läuft wie geplant.

Unsere Kunden haben gerade in dieser Konstellation, wie wir sie nun durch die Zugehörigkeit zur Gruppe haben – einen wirklich starken Partner an ihrer Seite.

Wenner-Redaktion
Vielen lieben Dank, Herr Potthoff-Wenner für diese sehr interessanten und wirklich informativen Ausführungen. Eigentlich meint man ja immer, dass Altpapier kein Thema sein dürfte bei den vorhandenen Müllbergen. Da haben uns Ihre Antworten heute eine ganz neue Sichtweise vermitteln können.

Die HZI-Gruppe »Stark aufgestellt für die Zukunft!«

Die Firma Friedrich Wenner Versmolder Vollpappen-Verarbeitungswerk GmbH nutzt mit seiner Zugehörigkeit zur HZI (Halbzellstoff-Industrie) ein großes, modern ausgelegtes Netzwerk. Die HZI verbindet leistungsfähige und innovative Kartonhersteller und -veredler sowie Verpackungshersteller in einer gemeinsamen Unternehmensgruppe.

Als innovativer Spezialist für Lebensmittelkartonagen aus Vollpappe zählt Wenner heute zu einem der führenden Hersteller. Aber auch im Nonfood-Bereich bietet das Unternehmen bedarfsgerechte Umverpackungen aus Altpapier. Somit ist die Firma Wenner ein leistungsfähiger Partner für unterschiedliche Branchen.

Im Verbund mit den Unternehmen der HZI-Gruppe bietet Wenner seinen Kunden die Vorteile einer konstanten Rohstoffversorgung, einer vielfältigen Rohstoffauswahl, sowie einer großen Produktbreite mit hoher Liefersicherheit.

Anforderungen an die Herstellung von Lebensmittel-Kartonagen

Lebensmittel gehören mit Abstand zu einem der heikelsten Verpackungsgüter, die wir kennen. Hierzu müssen viele Aspekte und Richtlinien beachtet werden, sodass die Produkte vor Verunreinigung und mechanischer Beschädigung geschützt sind. Darüber hinaus dürfen Lebensmittelverpackungen weder die Optik noch den Geschmack und den Geruch der Nahrung in irgendeiner Form beeinträchtigen oder verändern. Gleichzeitig ist der sicheren Logistik Rechnung zu tragen.

Der Gesetzgeber hat vielfältige DIN-Prüfnormen etabliert, damit die Sicherheit und Unbedenklichkeit von Lebensmitteln gewährleistet bleiben. Verpackungen sind somit in einem Anforderungskatalog genauestens beschrieben und beziehen sich auf die unterschiedlichen Bereiche der Herstellung und Fertigung. Relevante Prüfnormen verweisen beispielsweise auf die Formbeständigkeit einer Verpackung, andere auf die Farbbeschaffenheit des Aufdrucks, wieder andere auf die Widerstandsfähigkeit gegenüber Inhaltsstoffen, wie etwa Säure oder Öl.

Das wachsende Umweltbewusstsein der Verbraucher stellt jedoch immer höhere Erwartungen an die Verpackung, da diese nach Möglichkeit biologisch abbaubar sein und aus nachwachsenden oder recycelbaren bzw. recycelten Rohstoffen bestehen sollte.

Allerdings sind Produzenten, die Lebensmittelverpackungen herstellen, durch den Gesetzgeber dazu angehalten, nicht ausschließlich nur auf Umweltfaktoren zu achten. Hier spielen gerade die Faktoren von Frische und Haltbarkeit eine entscheidende Rolle. Das bedeutet, dass gerade eine Vielzahl an Produkten ohne eine stabile und vor allem haltbare Verpackung die Lagerung und die Transporte nicht überstehen würden.

Hinzu kommt der Präsentationscharakter, denn die ansprechende Optik der Kartonage wirkt sich merklich auf den Absatz aus, denn – nach alter Weisheit – das Auge isst mit.

Wir von Wenner sind der Partner, der den vielseitigen Anforderungen gerecht wird und optimale Lösungen für individuelle Produkt-Verpackungen liefert!

Für Matthias Paul zählt Lager und Versand

Die Redaktion befragt Matthias Paul, der seit 2003 bei der Firma Wenner arbeitet und seit Juni 2016 für den gesamten Ablauf von Lager und Versand sowie für den Fuhrpark verantwortlich ist. Bei der Frage nach seinen Tätigkeiten und den damit verbundenen Tagesabläufen, erläuterte uns Herr Paul: »Nachdem die Aufträge in der Verwaltung erfasst werden, beginnt die Arbeit im Lager und im Versand. Hier wird geprüft, ob die Ware in der gewünschten Menge vorrätig ist. Wenn das der Fall ist, wird der Auftrag direkt bearbeitet und geht dann zum Kunden. Sollte der Warenbestand einmal nicht mehr ausreichend sein, wird überprüft, welche Produktionsstufen, wie Drucken, Stanzen, Kleben usw. durchlaufen werden müssen. Danach kann auch hier der Auftrag bearbeitet werden.« Neben der Verantwortlichkeit gegenüber seinen 17 Mitarbeitern im Bereich Lager und Versand, organisiert Herr Paul auch noch den Fuhrpark und führt die Fahrer. Die Disposition des Fuhrparks ist ein wesentlicher Bestandteil seiner Tätigkeit, denn nicht nur die Kunden müssen termingerecht beliefert werden, sondern auch die tägliche Fahrt zum Papierwerk Varel ist für den gesamten Produktionsablauf entscheidend. Denn dort wird täglich die Rohware abgeholt, die für die Verarbeitung benötigt wird. Da für das Unternehmen die Sicherheit in sämtlichen Bereichen an erster Stelle steht, gehört es auch zu Herrn Pauls Zuständigkeitsbereich, regelmäßig die Fahrer auf ihre körperliche Verfassung, gültige Fahrerlaubnis, ärztliche Vorsorgeuntersuchungen und andere betriebsrechtliche Notwendigkeiten zu überprüfen. Die Durchführung von Schulungen sind ebenfalls in seinem Arbeits-Prozess mit eingebunden.

Für die Koordination der Abläufe wird in der Regel eine 5-Wochen-Planung des Teams in Lager und Versand angelegt, wobei das Lagerteam flexibel in den einzelnen Arbeitsbereichen eingesetzt wird. Im Lager und im Versand wird alles computertechnisch erfasst und gesteuert, wofür maßgeblich drei Personen zuständig sind. Das klappt auch in der Regel einwandfrei. Trotzdem, so berichtete Herr Paul, kam es während der Corona-Pandemie in der Zeit vom 27. Februar bis zum 19. März 2021 zu einem großen Problem: Zwei der Verantwortlichen waren an Corona erkrankt und der dritte musste dann mit allen anderen Mitarbeitern aus Lager und Versand in Quarantäne. Eine Person aus dem Lager blieb zwar verschont, aber das bestehende Team konnte die Abwicklungen nun nicht mehr steuern, so dass folgende Maßnahmen eingeleitet wurden: Im genannten Zeitraum wurden zwei Speditionen beauftragt, die entsprechend täglich ihre LKW und Fahrer zur Verfügung stellten. Das war eine extrem große Herausforderung für die Wenner-Mitarbeiter, die noch vor Ort waren, aber natürlich auch für Herrn Paul, der die gesamte Planung nun von zu Hause aus mit koordinierte. Nur durch die gute Unterstützung der Verwaltung in Verbindung mit der hohen Flexibilität des gesamten Teams, konnte diese recht dramatische Situation bewältigt werden. Herr Paul kann jetzt darüber schmunzeln, aber so eine Ausnahmesituation wünscht er sich für seine Mitarbeiter und auch für sich selbst kein zweites Mal!

Seit 2016 hat sich bei der Firma Wenner auch so Einiges verändert, wie Herr Paul berichtet. Beispielsweise wurde die große Lagerhalle gebaut und der Shuttle-Verkehr zwischen Lager und Produktion automatisiert. 2018 erfolgte der Umzug der Versandabteilung vom Hauptgebäude in neue Räumlichkeiten neben dem Bauhof. Hierfür wurde eine bestehende Halle umgebaut, um mehr Platz für die Produktions-Erweiterung zu schaffen. Auch die Umstellung auf E-LKW und E-Sprinter war ein großer Schritt, der maßgeblich von Herrn Paul befürwortet und entsprechend mitbegleitet wurde.

Herr Paul sagt abschließend, dass er die familiäre Situation und die klaren Entscheidungen bei Firma Wenner sehr schätzt und dass er hofft, dass auch nach dem Ausscheiden von Herrn Potthoff-Wenner und Herrn Potthoff aus dem Unternehmen diese essentiellen Details so bleiben wie bisher. Er selber ist auf jeden Fall absolut bestrebt, bis zum Rentenalter für die Friedrich Wenner GmbH zu arbeiten, um das Unternehmen bei weiteren »Antritten nach vorne« tatkräftig in seinem Bereich zu unterstützen.

Die Redaktion bedankt sich ganz herzlich bei Herrn Matthias Paul für das nette Gespräch und seine offenen Worte!

Anforderungen an die Branche der Kartonagen-Hersteller

Wenner-Redaktion
Einige Male haben wir hier schon berichtet, was unser Unternehmen im Produktionsbereich ausmacht. Dabei konnten wir auch Branchenfremden einen kleinen Einblick vermitteln von der Komplexität der Vollpappe-Kartonagenherstellung.

Neben einem modernen, zeitgemäßen Maschinen- und Logistikpark, der sich ständig an den Herausforderungen unserer Zeit orientieren und somit erweitern bzw. erneuern muss, neben gut durchdachten Prozessabläufen in der Produktion und natürlich den originären Anforderungen an Verpackungen insbesondere in der Lebensmittelbranche ist Wenner als Produzent in der Verpackungsbranche extrem abhängig von den am Markt verfügbaren Rohstoffen und deren Preisen.

Herr Potthoff-Wenner, von welchen Rohstoffen sprechen wir da genau?

Stephan Potthoff-Wenner
Nur von Karton bzw. Vollpappe und der zur Herstellung notwendige Hauptrohstoff Altpapier

Wenner-Redaktion
Und wie sieht der Markt der jeweiligen Anbieter dafür aus?
Gibt es genügend Anbieter oder eher eine kleine Anzahl, sodass hier keine große
 Konkurrenz besteht und demnach die Preise nicht sonderlich verhandelbar sind?

Stephan Potthoff-Wenner
Da wir uns in einem Nischenmarkt der Verpackung befinden, ist die Anzahl der Anbieter überschaubar. Die Friedrich Wenner GmbH hat jetzt als integriertes Unternehmen der HZI-Gruppe den großen Vorteil des direkten Zugriffs auf den Rohstoff Karton.

Wenner-Redaktion
Es handelt sich ja halt um Rohstoffpreise, die an der Börse täglich schwanken. Werden
 diese Schwankungen an das produzierende Gewerbe – also wie Wenner – weiter-
 gegeben oder dürfen Sie mit einigermaßen stabilen Preisen kalkulieren?

Stephan Potthoff-Wenner
Der Grundrohstoff Altpapier wird nicht an der Börse gehandelt, unterliegt aber auch dem Gesetz von Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt und die Nachfrage ist aktuell, wie bei vielen Rohstoffen, extrem hoch, was zu heftigen und kurz hintereinander liegenden Preissprüngen nach oben führt

Wenner-Redaktion
Natürlich gibt es in der Kartonagenherstellung auch die so genannten Marktpreise. Das heißt doch, Sie müssen mit dem Unternehmen neben den oben aufgeführten Voraussetzungen auch immer Ihre Beschäftigungs- und Nachfragesituation beachten, um wettbewerbsfähig zu sein. Damit die Sicherheit und Unbedenklichkeit von Lebensmitteln gewährleistet bleibt, hat der Gesetzgeber vielfältige DIN-Prüfnormen etabliert, die Sie beachten müssen. Es gibt spezifische Regelungen für Mineralölbestandteile in Recyclingkartons und Druckfarben. Nicht zu vernachlässigen sind dabei auch künftige Anforderungen durch den Europarat und die Europäische Kommission. Einerseits den Anforderungen aus dem Handel entsprechen und andererseits den immer höheren Wünschen der Verbraucher in Bezug auf die Nachhaltigkeit und biologischen Abbau von Materialien gerecht werden.
Zu alledem dann auch noch schwankende Rohstoffpreise. 
Wie begegnen Sie diesen speziellen Herausforderungen, um Ihren Kunden Preise gewähren zu können, die Wenner zu einem der begehrtesten Lieferanten von Kartonagen zählen lässt und dabei Ihr Unternehmen auch noch erfolgreich zu führen?

Stephan Potthoff-Wenner


Die Friedrich Wenner GmbH befindet sich mitten in einem der perfekt ökologisch und biologisch funktionierenden Kreisläufe in Deutschland, dem des Altpapiers. Das ist auch unser Hauptabfallstoff und Vollpappe die zu über 98% aus Altpapier besteht, unser Hauptrohstoff. Damit war und ist eine solide nachhaltige Grundlage für unser Unternehmen gegeben. Die Entwicklung des Lebensmittelmarktes hat von unseren Kunden und damit auch von uns eine stetige Weiterentwicklung verlangt.
Die Konzentration im Lebensmittelhandel führte bei unseren Kunden zu entsprechenden Gruppenbildungen. Wir haben darauf mit einer stetigen Steigerung unserer Leistungsfähigkeit in Produktion, Lagerhaltung und Distribution reagiert. Dadurch haben wir uns zu einem der bedeutendsten Unternehmen in Deutschland, für die Herstellung von neutralen und bedruckten Kartonagen aus Vollpappe entwickelt.
Damit verbunden war immer unser Blick auf Nachhaltigkeit und Ökologie. Zum Beispiel haben wir bereits vor Beginn der intensiven Diskussion und daraus resultierenden Untersuchungen und Tests zur Migration von mineralölhaltigen Druckfarben unseren gesamten Druckprozess auf wasserlösliche Druckfarben, die völlig unbedenklich sind, umgestellt.
Unser Ziel ist es, so schnell wie irgend möglich und machbar den Betrieb zu einer nachhaltigen regenerativen Energiewirtschaft zu führen. Bereits seit dem Jahr 2009 leben und handeln wir in unserem Unternehmen energieeffizient, alle Energieströme sind visuell sichtbar und damit beeinflussbar. Wir nutzen die Wärmerückgewinnung unserer Anlagen plus Wärmepumpen zum temperieren von Betrieb und Verwaltung. Wir produzieren mittlerweile rund 1 Mio. kwh Strom, ca. 40% unseres Gesamtstromverbrauchs, mit PV-Anlagen selbst. Für das Green Peak Shaving (kappen der Stromspitze) nutzen wir Stromspeicher mit einem Gesamtvolumen von ca. 500 kwh.
Den betrieblichen Fuhrpark haben wir um einen Elektro-LKW und einen E-Bulli ergänzt, die wir begeistert mit Strom aus unseren Speichern tanken, die durch Sonnenstrom geladen werden. Die ökologisch nachhaltige Produktion von Kartonagen aus dem biologisch wertvollen Recycling Rohstoff Vollpappe wird uns auch zukünftig antreiben und uns in unserem aber auch weitern Märkten als gefragten Partner positionieren.

Wenner-Redaktion
Kommunikation ist das Mittel unserer Zeit, um Strukturen, Abläufe und Preise nachvollziehbar transparent zu machen. Ganz herzlichen Dank, Herr Potthoff-Wenner, für diese ausführlichen Erläuterungen.

1 Herz – 5 Fragen

Geschäftsführer Herr Stephan Potthoff-Wenner im Interview:

Wenner-Redaktion
Herr Potthoff-Wenner, wir bedanken uns, dass Sie sich die Zeit nehmen, sich unseren Fragen zu stellen.

Das Unternehmen Friedrich Wenner wurde bereits 1930 gegründet und hat sich in den vergangenen 90 Jahren von einer Holzkistenfabrik zu einem leistungsstarken, überaus gesunden Kartonagenherstellungsbetrieb entwickelt, der sowohl im nationalen als auch im internationalen Raum seine hervorragende Stellung gefunden hat. 90 Jahre Familienbetrieb – inhabergeführt – über mehrere Generationen. Eine so starke Leistung nicht nur in Bezug auf die Fertigung, sondern insbesondere auch in Bezug auf die Familie. Dennoch haben Sie sich im letzten Jahr entschlossen, dieses florierende Unternehmen an die Halbzellstoff-Industrie GmbH in Varel zu verkaufen. Wer ohne vorherigen Einblick im letzten Jahr von diesem Entschluss hörte, meinte zunächst spontan, es sei eine Fakemeldung.

Wenn man Sie kennt, dann kennt man einen sympathischen, empathischen Mann, der eine solche Entscheidung nicht ohne gute Gründe trifft.
Vorab: Hat Ihr Herz geblutet, als Sie sich zu diesem Schritt entschlossen haben?

Stephan Potthoff-Wenner
Grundsätzlich ist es immer ein emotionaler, persönlich schwerer Schritt, Familiengeschichte aufgeben zu müssen.

Wenner-Redaktion
Warum war dieser Schritt aus Ihrer Sicht dennoch notwendig?

Stephan Potthoff-Wenner
Als Unternehmer hat man die Pflicht, für das was man mitgestaltet und entwickelt hat, eine Zukunft zu schaffen, die dann auch ohne einen selbst funktioniert. Dabei ist die wichtigste Aufgabe, den Markt, das Umfeld und das Geschäftsmodell hinsichtlich seiner Zukunftsfähigkeit zu bewerten. Das war für mich gegeben. Die Konzentration im Lebensmittelhandel hat mittlerweile auch in unserer traditionellen Kundschaft zu vielen Zusammenschlüssen bzw. Großunternehmen geführt. Das erfordert von uns eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit und vor allem den direkten Zugang zum Rohstoff, in unserem Fall Karton. Damit war für mich klar, dass die HZI-Gruppe, in der die Papier-und Kartonfabrik Varel bereits seit Jahrzehnten unser Partner für die Rohwarenversorgung ist, der ideale Partner für die Zukunft der Friedrich Wenner GmbH ist.

Wenner-Redaktion
Was war Ihnen in erster Linie – rein mental – wichtig bei der Auswahl eines Interessenten? Welche Grundwerte musste dieser mitbringen?

Stephan Potthoff-Wenner
Wissen Sie, was es bedeutet, ein Familienunternehmen zu führen?
Es ist essenziell wichtig, teamfähig zu sein. Hinzu kommt eine gute soziale, ökologische und ökonomisch nachhaltige Grundeinstellung. Ein weiterer wichtiger Faktor ist Zuverlässigkeit und Offenheit für die Zukunftsgestaltung.

Wenner-Redaktion
Und wirtschaftlich vorausschauend– was war Ihnen strategisch wichtig?

Stephan Potthoff-Wenner
Sehr wichtig war mir, dass unser absolut gesundes Unternehmen zu einem anderen absolut gesunden Unternehmen kommt, dass für alle Arbeitsplätze der Friedrich Wenner GmbH eine sichere Zukunft gewährleistet werden kann und dass bereits zu erkennen ist, dass sich das Unternehmen in der Zukunft mit entsprechenden Investitionen weiterentwickeln wird.

Wenner-Redaktion
Abgesehen davon, dass die Friedrich Wenner GmbH ein absolut gesundes Unternehmen war und ist, welche Vorteile sehen Sie langfristig auch geschäftlich durch den Verkauf für das 90-jährige Lebenswerk der Familie Wenner?

Stephan Potthoff-Wenner
Mir ist wichtig, dass das Lebenswerk der Familie Wenner auch ohne das direkte Wirken der Familie fortgeschrieben wird. Die HZI-Gruppe sichert durch ihre ebenfalls absolute Gesundheit die Zukunft des Unternehmens. Es ist somit gewährleistet, jederzeit den notwendigen Entwicklungen im Verpackungsmarkt folgen zu können. Nicht zuletzt ist mir sehr wichtig, eine sichere Grundlage für zukünftiges Wachstum am Standort Versmold geschaffen zu haben.

Wenner-Redaktion
Und noch eine ganz persönliche Frage, wenn Sie erlauben: Welche Perspektiven sehen Sie für Ihre eigene Zukunft? Aktuell gestalten Sie nach wie vor als Mitglied der Wenner-Geschäftsführung die Strukturen des Unternehmens mit.

Stephan Potthoff-Wenner
Sobald wir die Geschäftsführung des Unternehmens neu und sicher aufgestellt haben, wünsche ich mir mehr Zeit für mich und meine Familie. Ich hoffe, wir bleiben alle gesund! Das Wort Freizeit wird einen anderen Inhalt für mich und uns haben, aber da werde ich sicher noch in mich hineinhören müssen…
…und mein Interesse, Zukunft zu gestalten wird sicher immer in mir weiterleben!

Wenner-Redaktion
Vielen Dank, dass Sie uns so ehrlich Rede und Antwort gestanden haben, Herr Potthoff-Wenner. Ihnen und der Familie wünschen wir weiterhin viel Erfolg und vor allem beste Gesundheit, um den nächsten Lebensabschnitt genießen zu können!

Herr Lazar Cvetkovic erneut im Interview

Betriebsleiter „Produktion“ Herr Lazar Cvetkovic erneut im Interview zur neu angeschafften Offset-Druckmaschine – ein Dutzend Fragen:

Wenner-Redaktion
Hallo, Herr Cvetkovic. Heute möchten wir gern etwas zu unserer neu angeschafften Druckmaschine von Ihnen als Betriebsleiter Produktion erfahren. Was wird eigentlich alles bei uns gedruckt?

Lazar Cvetkovic
Inzwischen werden ca. 50 % unserer Aufträge bedruckt ausgeliefert. Schwere Kartonage in unterschiedlichen Formen und für unterschiedliche Einsatzbereiche u. a. auch regaltaugliche Kartons mit Abreißdeckel, die dem Kunden ein gut aufgestelltes Sortiment zeigen. Der Schwerpunkt unserer Kunden kommt aus der Fleisch- und Wurstwarenindustrie. Die Anforderungen gehen von dem Aufdruck der Haltbarkeitsdaten, Logo und Firmenname bis hin zu Serviervorschlägen, Bilder, die im Regal ansprechen.

Wenner-Redaktion
Das Wort „Druckveredelung“ ist durchaus bekannt. Aber was genau heißt das eigentlich?

Lazar Cvetkovic
Veredelung basiert auf dem Finish mit Lacken. Je nach Anforderung werden Hochglanz- oder Mattlacke eingesetzt. Hierbei gibt es Unterschiede im Glanzgrad, der meistens auch verantwortlich dafür ist, wie rutschig die Oberfläche wird, was Probleme bei der Logistik für den Kunden aufwerfen kann.
Kartons könnten beim Transport ins Rutschen kommen. Gerade Kunden, die die Ökoschiene fahren, bevorzugen mattes Finish, da das Auge dies als eher naturverbunden wahrnimmt. Eine Folienprägung, wie sie in der Süßwarenindustrie üblicherweise eingesetzt wird, bieten wir bei Wenner nicht an.

Wenner-Redaktion
Und wie ist das mit dem Design? Haben wir das in der Hand?

Lazar Cvetkovic
Nein, heute leider nicht mehr. Die Daten für den Druck erhalten wir heute immer direkt vom Kunden oder der Agentur, mit der er arbeitet.

Wenner-Redaktion
Welche Schwerpunkte haben wir dann in unserem Druckbereich zu beachten?

Lazar Cvetkovic
Das große Problem vieler Anbieter ist die Stärke der zu bedruckenden Kartonage. Während eine Standardmaschine in der Regel Material von 0,1 mm – 1,0 mm Stärke schafft, können unsere Maschinen auch Stärken von 0,4 mm – 1,6/1,7 mm bedrucken. Schwerpunktmäßig haben wir Aufträge im Bereich 0,9 mm – 1,3 mm.

Wenner-Redaktion
Ja und das hat bis letztes Jahr alles mit einer einzigen Druckmaschine geklappt. Warum also wurde eine zweite angeschafft?

Lazar Cvetkovic
Natürlich ist das Ziel eines jeden Unternehmens eine Umsatzentwicklung nach oben. Ist bei uns nicht anders. Logischerweise kommt dann irgendwann jede Maschine an ihr Limit. Somit hat sich die Unternehmensleitung zukunftsorientiert dafür entschieden, frühzeitig eine zweite Maschine anzuschaffen, die sowohl weitere künftige Umsatzsteigerungen ohne Unterbrechung ermöglichen kann, als auch jetzt schon eine Redundanz bietet, wenn eine der beiden Maschinen etwa für Wartungs- oder Umrüstarbeiten stillstehen muss. Bisher war es so, dass in dem Fall auch einmal bis zu drei Tagen die Produktion stand. In dieser Zeit wollten unsere Kunden aber dennoch bedient werden, sodass die Aufträge außer Haus gegeben werden mussten, was mit entsprechenden Kosten und Risiken verbunden war. Mit zwei Maschinen gibt es dieses Problem aktuell gar nicht mehr, weil ja schon die erste noch nicht am Limit ihrer Leistungskapazität war. Wir können jetzt ohne Bauchschmerzen allen Aufträgen entgegensehen und gerecht werden, die aus einer Kundschaft kommt, die immer unterschiedlicher, bunter wird mit ihren Ansprüchen.

Die erste Maschine, die manroland, war bei ihrer Anschaffung von einem Unternehmen, das eines der stärksten in Europa mit sehr gutem Service war. Inzwischen ist das Unternehmen allerdings leider aufgrund der Bankenkriese in andere Hände gegangen und ist leider im Bereich Service anders aufgestellt, sodass wir uns auch ein Angebot der Firma König und Bauer eingeholt und angenommen haben. Neben manroland zählt König und Bauer ebenfalls zu den stärksten am europäischen Markt, das übrigens seinerzeit das früher im Osten für Druckmaschinen führende Unternehmen Planeta aufgekauft hatte.

Wenner-Redaktion
Wie ist es denn aktuell mit dem Einsatz der neuen Maschine bei uns?

Lazar Cvetkovic
Die neue Maschine haben wir seit September 2020 im Einsatz. Wie schon bei der ersten wurde sie natürlich mit Grundeinstellungen und groben Anpassungen für unsere Ansprüche geliefert. Das „Feintuning“ – also die Anpassung an unsere individuellen Anforderungen im Detail – hatte damals bei der ersten ca. ein halbes bis dreiviertel Jahr gedauert. Die gleiche Zeit werden wir auch für die neue Maschine benötigen. Bisher haben die aufgefallenen Anpassungen zu unserer Zufriedenheit gut funktioniert. Wir erwarten auch nicht, dass sich dies ändert.

Wenner-Redaktion
Nun interessiert uns, ob die neue Maschine im Vergleich zu der alten einen zusätzlichen Mehrwert liefert.

Lazar Cvetkovic

Einen klaren Vorteil bietet die neue Maschine gegenüber der alten durch ihre höhere Geschwindigkeit. Im Übrigen gibt es keine zusätzlichen Leistungen. Im Gegenteil. Die alte verfügt über 6 Farbwerke, die neue nur über 5. Aber das behindert nicht die Ergebnisse für unsere Kunden.

Der tatsächliche Mehrwert besteht einfach in einer viel besseren Planbarkeit der vorbeugenden Instandhaltung und einer durchgängig möglichen Produktion. Wir müssen keine Aufträge mehr außer Haus geben, denn es ist schon sehr unwahrscheinlich, dass nun beide Maschinen gleichzeitig ausfallen würden. Es ist eine sehr hohe Sicherheit durch die Redundanz der beiden Maschinen gewährleistet. Auch können wir kurzfristig eingehende Aufträge nun außerplanmäßig annehmen.
Für 2021 werden wir in der Gesamtproduktion bei ähnlichen Zahlen liegen wie 2020. Eine Produktionssteigerung sehen wir gewinnbringend eher durch einen sukzessiven Ausbau unserer Kapazitäten, sowohl mitarbeiterverträglich als auch investitionsverträglich mit kalkulierbaren Risiken.
Im Druckbereich rechnen wir für 2021 allerdings mit einer Zunahme der Druckaufträge, weil die Kundenwünsche eben auch immer bunter werden. Während wir im letzten Jahr ca. 55 t Druckfarben und Lacke verarbeitet haben, rechnen wir für das laufende Jahr mit ca. 60 t.

Wenner-Redaktion
Wie ist denn der prozentuale Anteil der zu verarbeitenden Lacke zu den Druckfarben als Rohstoff?

Lazar Cvetkovic
So kann man die Frage nicht stellen. Druckfarben sind ja keine Alternative zu Lacken. Vielmehr sind die Lacke als Finish zum Farbdruck zu sehen, der bei uns aus den vier Grundfarben gelb, rot, schwarz und blau besteht. Der Druck erfolgt dabei in 60 Punkten/mm, die so gesetzt werden, dass sie dem menschlichen Auge eine viel höhere Anzahl an Farben suggerieren, sodass ein wirklich buntes Bild entsteht. Diese Daten werden automatisch durch die gelieferten Druckdaten von der Druckmaschine übernommen. Der Lack ist einerseits natürlich ein Mittel, das die Optik in hohem Maße beeinflusst, aber eben auch der wichtige Schutz für die Farben, da er Scheuern und Schmieren der Farben verhindert.

Wenner-Redaktion
Umweltfreundlichkeit ist ja unser Anspruch. Wie passt das zum Bedrucken der Kartonage?

Lazar Cvetkovic
Wir bei Wenner haben uns schon frühzeitig für den Einsatz migrationsarmer Farben entschieden. Das heißt, dass die von uns verwendeten Farben keine Mineralöle enthalten. Wir beziehen die am Markt verfügbaren umweltfreundlichen Produkte, wobei wir höchsten Wert auf Qualität legen. Aber nicht nur für den Druck verwenden wir migrationsarme Farben, sondern auch für die Instandhaltung der Druckmaschinen verwenden wir ausschließlich spezielle Schmieröle und Fette, die migrationsarm sind.

Wenner-Redaktion
Der Begriff „lebensmittelecht“ ist noch nachvollziehbar. Aber was bedeutet „Lebensmittelfreundlichkeit“ genau?

Lazar Cvetkovic

Lebensmittelecht bezeichnet Stoffe, die einen direkten Kontakt mit den Lebensmitteln eingehen können und dürfen.

Kartons haben keinen direkten Kontakt zu den Lebensmitteln. Dennoch können Farben und Lacke sich auf Geruch und Geschmack der Lebensmittel, die in den Kartons verpackt werden, auswirken. Mit dem Lebensmittel vermischen dürfen sie sich natürlich nicht. Damit eben Lebensmittel auch bei einer längeren Verweildauer im Karton nicht beeinträchtigt werden, ist bei uns der Einsatz von migrationsarmen Farben unser Beitrag zur Lebensmittelfreundlichkeit.

Wenner-Redaktion
Beide Maschinen stehen in ein und derselben Halle. Warum bei der vorhandenen Arealgröße?

Lazar Cvetkovic

Es gibt dadurch einfach nur Vorteile, da wir ja Spezialmaschinen und ein tolles Wärmeableitsystem in der Halle haben. Hätten wir dieses nicht, dann könnte eine unterschiedliche Wärmeentwicklung zweier Maschinen ein Nachteil sein.

Die Vorteile liegen einfach klar auf der Hand durch die für beide Maschinen vorhandene Komplett-Peripherie und automatisierte Logistik sowohl vor den Maschinen als auch dahinter. Bei uns ist innerhalb von sechs Minuten eine angefahrene Palette leer.

Die Palettenanlieferung wird von einer zentralen „Annahmestelle“ automatisch auf die Förderbänder beider Maschinen kanalisiert. Das Gleiche geschieht nach dem Druck in Richtung Aufnahme-Palette.

Beide Maschinen werden ebenfalls zentral mit Farben versorgt.

Da die Maschinen auch noch auf einem Podest in gleicher Höhe aufgestellt sind, hat hier der verantwortliche Drucker, der die Maschinen steuert, so die Möglichkeit, sich auch einmal ganz kurzfristig zu entfernen, ohne die Produktion anhalten zu müssen. Also beide Maschinen in derselben Halle spart schlicht und ergreifend in jeder Hinsicht Kapazitäten.

Wenner-Redaktion
Sie sagten „der verantwortliche Drucker“. Gibt es unabhängig von Ihnen jemanden, der für den gesamten Druckbereich verantwortlich ist?

Lazar Cvetkovic
Ja, das darf ich wohl – nicht ganz ohne Stolz – sagen, das ist mein Sohn, Jan. Er ist gelernter Drucker. Seine Ausbildung hat er bei Kolbe-Druck gemacht und war damit schon früh mit dem Thema Offset-Druck vertraut.
Als wir bei Wenner vor gut 13 Jahren planten, zu Offset überzugehen, habe ich mich gefreut, meinen Sohn, der in diesem Bereich bereits Kenntnisse hatte, quasi als persönlichen Berater zu haben, denn für uns war das damals Neuland. So hat es sich einfach ergeben, dass er von der ersten Minute an dabei war und 2009 auch Mitarbeiter als Drucker bei Wenner wurde.
Seit Anfang 2021 ist er als Abteilungsleiter für den Druckbereich im Produktionsleitungsteam. Dieses besteht aus den Abteilungsleitern für die Spezialbereiche Drucken, Kleben und Stanzen. Ebenso im Team ist die Haustechnik gesondert vertreten.

Wenner-Redaktion
Wieder vielen, vielen Dank, lieber Herr Cvetkovic, dass Sie sich die Zeit für uns und unsere Wissbegierde genommen haben. Wir haben viel erfahren und lernen dürfen zum Thema Druck und warum es für Wenner konsequent war, die Investition in eine weitere Spezial-Druckmaschine getätigt zu haben.

Der Wenner-Vertrieb stellt sich vor

Was bedeutet »Vertrieb« bei Wenner? Zunächst heißt das einmal, dass den Geschäftskunden Janine Schmerl, Heiko Zühlke und seit März auch Markus Reichert als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Starke Persönlichkeiten, die sich für die Umsetzung der Wünsche von Wenner-Kunden einsetzen.

Was dürfen Kunden erwarten, die bei Wenner anfragen? Kompetente Köpfe des Wenner-Vertriebs, die zuhören können, die Wünsche der Kunden in einem verständlichen Briefing zusammenfassen und ein perfekt passendes Angebot unterbreiten. Genauso zeigen sie ihre Kompetenz darin, Möglichkeiten aufzuzeigen, an die der Kunde bei seinen Vorstellungen vielleicht noch gar nicht gedacht hat, für Wenner aber gar kein Problem darstellen. Auch darf die Kundschaft von Wenner erwarten, dass auf Risiken hingewiesen wird, die außergewöhnliche Wünsche mit sich bringen können.

Bei Wenner arbeiten im Vertrieb Menschen. Menschen, die die Fragen und Vorstellungen anderer Menschen ernst nehmen, beantworten und mit innovativen Strategien zusammen mit dem Kunden Konzepte entwickeln, damit sich dieser dann mit gutem Gefühl auf seine eigenen Kompetenzen konzentrieren kann.

Frau Schmerl ist seit zwei Jahren bei Wenner und ist insbesondere Ansprechpartnerin, wenn es um Anfragen, Bestellungen und alle Belange unserer Kunden geht. Zuvor hat sie bei der Nagel Group in Borgholzhausen die Abteilung Lager- und Kontraktlogistik für den Standort Versmold geleitet. Ihr besonderes Lebensmotto lautet: »Ehrlichkeit verschafft dir vielleicht nicht viele Freunde, dafür die Richtigen!«

Herr Zühlke ist schon sozusagen ein Urgestein im Unternehmen Wenner. Wenn es um Innovation oder Fachwissen geht, ist er der Mann an der richtigen Stelle. Dafür bringt er einen Lebenslauf mit, der schon früh vertriebliche Tätigkeiten bei der Firma Specht beinhaltet und bereits über 20 Jahre bei Wenner.
Ganz nach seiner persönlichen Lebenseinstellung »Geht nicht, gibt´s nicht ☺« schätzen ihn unsere Kunden, die ihn schon lange kennen.

Und nun gibt es ein drittes Gesicht im Wenner-Vertrieb: Markus Reichert.
Unser Redaktions-Team hat mal angefragt:
»Frau Schmerl, warum haben Sie und Herr Zühlke sich auf die dritte Säule im Vertrieb gefreut?«
»Durch weiteres jahrelanges Fachwissen in unseren Reihen können wir unseren Kunden somit weiterhin die bestmöglichen Strategien an die Hand geben. Wir wollen nicht aufhören, gut zu sein, und freuen uns darauf, im Team stetig besser zu werden.« – 

»Wie sind Sie zu Wenner dazu gestoßen, Herr Reichert? Was sind Ihre Ziele und mit welcher Lebenseinstellung treten Sie unseren Kunden gegenüber?«

»Ich bin seit etwa drei Jahrzehnten in der Kartonverpackungsbranche und seit über 5 Jahren in unserer Unternehmens-Gruppe tätig. Der Wechsel zu Wenner ist für mich aufgrund der Aufgabenstellung interessant: Ich möchte neue Einsatzgebiete für die in unserem Werk sehr effizient hergestellten Verpackungen eruieren und realisieren. Möglichkeiten dazu lassen sich sowohl branchenspezifisch als auch geografisch finden. Neugeschäftsaufbau ist langwierig und schwer berechenbar, aber mit meiner rheinischen Mentalität habe ich den nötigen Humor und auch die Gelassenheit, Biss und Verbissenheit nicht zu verwechseln.« Das Redaktionsteam wünscht dem dreiköpfigen Vertriebs-Team viel Erfolg und wünscht unseren Kunden, dass sie sich jederzeit von Wenner bestens betreut sehen.

Aktuelles bei Wenner

  • 22. September 2021

    WIR SUCHEN VERSTÄRKUNG!

    Wir sind ein mittelständiges Familienunternehmen und produzieren mit modernster Maschinentechnologie (Drucken, Stanzen, Kleben) Faltkartonagen für die Lebensmittelindustrie. Die Weiterentwicklung des […]

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  • 23. August 2021

    Interview zur aktuellen Situation

    Wenner-Redaktion Herr Potthoff-Wenner, Sie verarbeiten in Ihrem Unternehmen in Spitzenzeiten rund 500.000 Kartonagen pro Tag. Das sind schon einige Papiermengen […]

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  • 18. August 2021

    Die HZI-Gruppe »Stark aufgestellt für die Zukunft!«

    Die Firma Friedrich Wenner Versmolder Vollpappen-Verarbeitungswerk GmbH nutzt mit seiner Zugehörigkeit zur HZI (Halbzellstoff-Industrie) ein großes, modern ausgelegtes Netzwerk. Die […]

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  • 22. Juli 2021

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    Lebensmittel gehören mit Abstand zu einem der heikelsten Verpackungsgüter, die wir kennen. Hierzu müssen viele Aspekte und Richtlinien beachtet werden, […]

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  • 23. Juni 2021

    Für Matthias Paul zählt Lager und Versand

    Die Redaktion befragt Matthias Paul, der seit 2003 bei der Firma Wenner arbeitet und seit Juni 2016 für den gesamten […]

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  • 31. Mai 2021

    Anforderungen an die Branche der Kartonagen-Hersteller

    Wenner-Redaktion Einige Male haben wir hier schon berichtet, was unser Unternehmen im Produktionsbereich ausmacht. Dabei konnten wir auch Branchenfremden einen […]

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  • 14. Mai 2021

    1 Herz – 5 Fragen

    Geschäftsführer Herr Stephan Potthoff-Wenner im Interview: Wenner-Redaktion Herr Potthoff-Wenner, wir bedanken uns, dass Sie sich die Zeit nehmen, sich unseren […]

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  • 23. April 2021

    FERNFAHRER 5 | 2021

    Lesen Sie den Bericht Der geräuschlose LKW-Verkehr Diese vier Lkw-Fahrer aus vier Unternehmen sind aktuell mit vollelektrischen Lkw im Nahverkehr […]

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  • 19. April 2021

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    Betriebsleiter „Produktion“ Herr Lazar Cvetkovic erneut im Interview zur neu angeschafften Offset-Druckmaschine – ein Dutzend Fragen: Wenner-Redaktion Hallo, Herr Cvetkovic. […]

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  • 1. April 2021

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