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Großbrand auf Mülldeponie in Heßheim

Ein Feuer auf einer Mülldeponie im pfälzischen Heßheim hat die Rettungskräfte am Donnerstag stundenlang in Atem gehalten. Die Feuerwehr sei noch mit Dutzenden Einsatzkräften vor Ort, hieß es am Mittag. Beim Eintreffen der Feuerwehr am frühen Morgen hatte eine Lagerhalle auf dem Gelände im Rhein-Pfalz-Kreis bereits in Vollbrand gestanden. Teile des Gebäudes seien eingestürzt.
Nach Einschätzung der Feuerwehr werden weitere Teile der Halle eingerissen werden müssen, um den Brand löschen zu können. Wie Bürgermeister Michael Reith (SPD) mitteilte, wurde ein Radlader des Technischen Hilfswerks angefordert, um an Glutnester im hinteren Teil der Halle heranzukommen. Die Löscharbeiten könnten nach derzeitiger Einschätzung der Feuerwehr noch bis in die Abendstunden dauern. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand.
Laut Feuerwehr soll sobald wie möglich ein Experte des Technischen Hilfswerks Lagerhalle und Statik begutachten, da vermutlich Einsturzgefahr bestehe. Wann Brandursachenermittler der Kriminalpolizei den Brandort betreten können, steht einem Polizeisprecher zufolge noch nicht fest. Auch zur Höhe des Schadens konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen.
In dem Sonderabfallzwischenlager im Rhein-Pfalz-Kreis hatte es bereits vor zwei Jahren ein Unglück gegeben. Beim Umfüllen eines Kanisters in einen Tank war es im August 2018 zu einer chemischen Reaktion gekommen. Dabei wurde hochgiftiger Schwefelwasserstoff freigesetzt, zwei Arbeiter starben. Die Staatsanwaltschaft hatte das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingestellt. (dpa)

Unterschiedliche Reaktionen auf Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Die letzte Woche im Bundestag beschlossene Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ist in Kreisen der Entsorgungswirtschaft auf höchst unterschiedliche Resonanz gestoßen.
Kritik erntete die Regierungskoalition aus den Reihen der privaten Entsorger. So bezeichnet der Bundesverband der Entsorgungswirtschaft (BDE) die Novelle als “verpasste Chance”. “Im Ergebnis als enttäuschend” lautet die Einschätzung des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse). Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt hingegen die Novelle und den “Feinschliff der Regierungsfraktionen von Union und SPD mit ihrem kurz zuvor eingebrachten Änderungsantrag”.

bvse: kommunale Klagebefugnis “besonders ärgerlich”

Besonders ärgerlich und kontraproduktiv sei die Einführung einer kommunalen Klagebefugnis, die die Regierungsfraktionen in letzter Minute durchgesetzt hätten, kritisierte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock. Damit würden die privaten Sammlungsstrukturen zugunsten der Kommunen weiter geschwächt, weil das gesetzlich vorgesehene Anzeigeverfahren “faktisch” zu einem Genehmigungsverfahren umfunktioniert werden könne, das sich über etliche Monate oder gar Jahre hinziehen könne.

BDE: Koalition verpasst Chance auf Rohstoffwende

Aus Sicht des BDE habe die Regierungskoalition in der Novellierung die Chance auf ein klares Statement für eine Rohstoffwende verpasst. Ein weit größerer Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft wäre mit dieser Novelle zur Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie der Europäischen Union möglich und auch nötig gewesen.
“Der von vielen Akteuren erwartete Paukenschlag für mehr Nachhaltigkeit ist ausgeblieben”, sagte BDE-Präsident Peter Kurth. Für einen funktionierenden Kreislauf seien gesetzliche Verpflichtungen zum Einsatz von Rezyklaten, also ein verpflichtender Rezyklatanteil in bestimmten Produkten, ein unverzichtbares Instrument des Gesetzgebers. “Freiwillige Verpflichtungen der produzierenden Industrie sind keine Basis, um darauf millionenschwere Investitionen in neue Recyclinganlagen zu gründen.”

VKU: Gesamtpaket bremst Rosinenpicken der privaten Entsorger

Der VKU hingegen begrüßt die Novelle: “Das Gesamtpaket bremst Rosinenpicken privater Entsorger, sorgt für juristische Waffengleichheit und ist insgesamt eine gelungene Verknüpfung zwischen ökologischen Innovationen und der Daseinsvorsorge der kommunalen Stadtreiniger.” Mit der neuen Regelung könne jetzt auch der kommunale Entsorger die Entscheidungen von Behörden im Hinblick auf gewerbliche Sammlungen durch Gerichte überprüfen lassen.
Einen ausführlichen Artikel zu den Reaktionen der Verbände auf die Abstimmung im Bundestag lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 39/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die aktuelle Ausgabe als E-Paper zur Verfügung:

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Bayern und Baden-Württemberg intensivieren Partnerschaft zur Entsorgung von gefährlichen Abfällen

Bayern und Baden-Württemberg haben am Montag eine  Rahmenvereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung bei der Entsorgung gefährlicher Abfälle unterzeichnet. Ziel sei ein länderübergreifendes Sicherungsnetz mit kurzen Entsorgungswegen, bei dem beide Länder ihre Standortvorteile zum gegenseitigen Nutzen einbringen, teilte das baden-württembergische Umweltministerium mit. Die beiden Länder dokumentieren den Angaben zufolge mit einer Laufzeit bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein ihren Willen zu einer langfristigen Kooperation bei der Entsorgung von Sonderabfällen im Interesse von Entsorgungs- und Planungssicherheit.
Die engere Zusammenarbeit der beiden Bundesländer deutete Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) bereits Ende Juli an. Außerdem war es bisher schon so, dass gefährliche Abfälle, die thermisch behandelt werden mussten, unter anderem in Bayern verbrannt werden. Im Gegenzug übernimmt Baden-Württemberg die nicht brennbaren Sonderabfälle in seinen Deponien.
Die Grundlage hierfür sei eine langfristig angelegte Entsorgungssicherheitsvereinbarung vom April 2012 zwischen Baden-Württemberg und der GSB Sonderabfall-Entsorgung Bayern (GSB) als Trägerin der Sonderabfallentsorgung in Bayern. Diese räume der baden-württembergischen Wirtschaft ein Verbrennungskontingent ein, sobald dort ein Entsorgungsengpass angemeldet und solange die Entsorgung bayerischer Abfälle bei der GSB sicher gewährleistet sei, heißt es vom Umweltministerium in Stuttgart.
Mit der neuen Rahmenvereinbarung werde diese Entsorgungsoption den Angaben zufolge für die baden-württembergische Wirtschaft aufgestockt sowie um Abfälle aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes erweitert. Damit werde die Zusammenarbeit den aktuellen Gegebenheiten und tatsächlichen Entsorgungsmengen der vergangenen Jahre angepasst. Eine Verpflichtung, die genannten Anlagen zu nutzen, sei damit jedoch weiterhin nicht verbunden.
Baden-Württemberg stellt dafür im Gegenzug für nicht brennbare bayerische Sonderabfälle sicher, dass langfristig gesicherte Untertageentsorgungskontingente bei den Südwestdeutschen Salzwerken (SWS) und ihrer Tochter Umwelt Entsorgung und Verwertung (UEV) eingeräumt werden. Insbesondere sei dies für die bei der GSB und der Abfallverwertung Augsburg (AVA) anfallenden Anfälle aus der Verbrennung zur Gewährleistung des Anlagenbetriebs wichtig, so das baden-württembergische Umweltministerium. Darüber hinaus werden mit der Vereinbarung die Weichen gestellt, dass auch nach der Verfüllung des zweiten Bauabschnitts der bayerischen Sonderabfalldeponie Raindorf eine Deponierung bayerischer Abfälle gewährleistet werden kann.

Ludger Rethmann: Franzosen wollen Bollwerk gegen Chinesen aufbauen

Der Vorstandsvorsitzende von Remondis, Ludger Rethmann, sieht in der möglichen Übernahme von Suez durch Veolia den langfristigen Versuch Frankreichs, ein Bollwerk gegen die Chinesen zu errichten. “Ich will Ihnen ganz ehrlich sagen, ich glaube, dass es dieses Mal zu dieser Fusion kommt”, sagte Rethmann während eines Pressegesprächs in der vergangenen Woche in Berlin auf Nachfrage von EUWID.
Zwei, drei Mal sei eine Zusammenführung gescheitert. Zuletzt 2012, als Suez noch Veolia übernehmen wollte, so Rethmann. Doch der Remondis-Chef sieht inzwischen andere weltwirtschaftliche Bedingungen. Rethmann sagte, er sei sich sicher, dass die Übernahme auch der Wunsch der französischen Regierung sei.

Schutz europäischer Interessen

Rethmann sieht in der Übernahme von Suez durch Veolia beziehungsweise der Großfusion der beiden französischen Umweltkonzerne eine langfristig angelegte Strategie Frankreichs, europäische Interessen in Europa zu schützen. Das sei nicht auf die Bereiche Kreislaufwirtschaft und Daseinsvorsorge beschränkt.
Rethmann sagte in diesem Zusammenhang, er sei bereits seit vielen Jahren Mitglied in einem Beirat der Deutschen Bank. “Wenn man sieht, was in diesem Bereich derzeit passiert: Anfangs war die Deutsche Bank noch sehr weit vorne. Heute sieht man da verdammt viele chinesische Gruppen.”

“Marktführerin bei der Verbrennung in Deutschland ist die Stadt Peking”

Auch im Umweltbereich sieht Rethmann eine expansive Strategie Chinas. “Das darf man nicht vergessen: hier in Deutschland ist die Marktführerin bei der Verbrennung die Stadt Peking, die besitzt EEW.”
Der Helmstedter Anlagenbetreiber gehört seit 2016 dem an der Hongkonger Börse gelisteten chinesischen Staatskonzern Beijing Enterprises Holdings Limited (BEHL). Die BEHL wird in der deutschen Entsorgungsbranche wegen ihres Namens manchmal der Stadt Peking zugeordnet.
Einen ausführlichen Artikel zum Statement von Ludger Rethmann lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 39/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die aktuelle Ausgabe bereits ab Dienstag, 14.00 Uhr, als E-Paper zur Verfügung:

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Altpapier-Exporthandel der EU-Staaten im Zuge der Coronakrise eingebrochen

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Handelsaktivitäten der EU-Staaten mit Altpapier merklich beeinflusst. Die letzte Woche vom Europäischen Statistikamt veröffentlichten Halbjahreszahlen zeigen, wie die EU-Exporte in Drittstaaten ab Februar/März abgesackt sind. Der Einbruch betraf nahezu alle Herkunfts- und Zielländer gleichermaßen. 
Insgesamt summierten sich die Altpapierausfuhren der 27 EU-Staaten in Länder außerhalb der EU (Drittstaaten) im ersten Halbjahr 2020 auf 2,79 Mio Tonnen. Das waren rund zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig zeigt sich ein großer Preisverfall beim Altpapier. Der Wert der gesamten zwischen Januar und Juni 2020 exportierten Tonnage lag Eurostat zufolge bei 234 Mio €, verglichen mit 365 Mio € im Vorjahr.

China-Exporte um drei Viertel gesunken

Bis Ende 2018 war China noch der mit Abstand wichtigste Abnehmer europäischen Altpapiers. Im Zuge der von der Volksrepublik ab 2019 nochmals verschärften Einfuhrbestimmungen für Altpapier und andere Abfallstoffe sind die EU-Altpapierexporte seither allerdings deutlich gesunken. Exportierten die EU-Staaten im Jahr 2018 im Monatsdurchschnitt noch 187.000 Tonnen Altpapier in die Volksrepublik, waren es 2019 noch 57.000 und im ersten Halbjahr 2020 nur noch 23.000 Tonnen pro Monat. In Summe importierte China aus der EU zwischen Januar und Juni lediglich 137.000 Tonnen Altpapier, verglichen mit 506.000 Tonnen im Vorjahreszeitraum.

Indien, Indonesien und Türkei nun die Top-3-Exportnationen

Wichtigster Handelspartner der europäischen Altpapierexporteure ist nunmehr Indien. Im ersten Halbjahr nahmen die Lieferungen hierhin um ein Drittel auf 707.000 Tonnen zu. Platz zwei und drei der wichtigsten Zielländer belegen Indonesien und die Türkei. In den Anfangsmonaten der Coronakrise, als die Exportkurven nach Indien und Indonesien kurzzeitig nach unten zeigten, entwickelte sich die Türkei zu einer beliebten Ausweichroute. Im März erreichten die EU-Altpapierexporte in die Türkei ein Allzeithoch.
Zukünftig könnte die türkische Exportkurve allerdings auch wieder abwärts zeigen. Die türkische Regierung hat kürzlich die Absicht erklärt, die Einfuhr von Sekundärrohstoffen wie Altkunststoffe und Altpapier stärker begrenzen zu wollen, um die Getrenntsammlung von Abfällen in der Türkei zu fördern.
Den kompletten Bericht zur Altpapier-Außenhandesstatistik der EU-Mitgliedstaaten lesen Sie diese Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 39/2020. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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Lage am Stahlschrottmarkt bessert sich, bleibt aber insgesamt fragil

Die deutschen Stahlschrottpreise sind den zweiten Monat in Folge gestiegen. Ein erneut reger Export zum Monatsbeginn, aber auch eine wieder bessere Nachfrage der heimischen Stahlwerke trieben die Preise im September nach oben.
Auch beim Ausblick auf Oktober überwiegt bei den von EUWID befragten Schrotthändlern die Zuversicht. Der Markt bleibe fest, Preisextreme nach oben und unten werde es voraussichtlich nicht geben, so die Prognosen. Gleichzeitig warnten die Gesprächspartner vor einem vorschnellen Optimismus. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung bleibe allein schon wegen Corona, aber auch anderer geopolitischer Risiken weiterhin sehr fragil. „Ich traue dem Braten nicht“, sagte ein Marktteilnehmer.
Als „erfreulich unspektakulär“ bezeichnete ein Händler im Gespräch deshalb das Marktgeschehen der letzten Wochen. Man sei den Umständen entsprechend zufrieden. Die Auftragslage der Stahlwerke hat sich den Angaben zufolge gebessert. Neben der unverändert boomenden Baubranche gebe es nun auch wieder positivere Signale aus der Automobilindustrie, bei der vermehrt Bestellungen für Elektro- sowie insbesondere für Hybridfahrzeuge eingehen.

Schrottaufkommen regional noch sehr unterschiedlich

Das derzeitige Schrottaufkommen bewerteten die befragten Händler teils sehr unterschiedlich, was stark vom individuellen, regionalen Kundenstamm abhängt. Während die Produktionen einiger Stahl verarbeitender Betriebe den Angaben zufolge endlich wieder mehr Fahrt aufnehmen – mit einem entsprechend zuletzt steigendem Schrottentfall –, klagen Schrotthändler anderswo noch immer über einen stark dezimierten Materialeingang.

Den vollständigen Bericht zum deutschen Stahlschrottmarkt inklusive der Preisangaben lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 39/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen der Bericht sowie die Preistabelle schon jetzt online zur Verfügung:

EUWID Preisspiegel Stahlschrott Deutschland

Bundestag: Weiterer Schritt für Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Mit dem im Bundestag gestern Abend angenommenen „Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie der Europäischen Union“ samt den Beschlussempfehlungen des Umweltausschusses hat die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes eine weitere Hürde genommen. Die Zustimmung des Bundesrates steht allerdings noch aus, soll aber nach Angaben des Bundesumweltministeriums am 9. Oktober erfolgen.
Ist dies erfolgt, geht das BMU davon aus, dass noch im Oktober das Gesetz veröffentlicht wird und am Tag nach der Verkündung in Kraft tritt. Eine Mitteilung der erfolgten Umsetzung an die EU-Kommission soll kurzfristig danach erfolgen.
Im Vorfeld der Bundestagsentscheidung umriss der Parlamentarische Staatssekretär im BMU, Florian Pronold, die aus seiner Sicht drei wichtigen Ansatzpunkte der Novelle. Dabei geht es um die seit längerem diskutierte Obhutspflicht für Retouren und nicht abgesetzte Waren insbesondere im Onlinehandel, um die Kosten für Littering im öffentlichen Raum und die Bevorzugungspflicht bei der öffentlichen Beschaffung etwa für einen verstärkten Recyklateinsatz. Diese Aspekte gilt es dem BMU zufolge nun in vielen parallelen Prozessen in Verordnungsform zu gießen.
Den kompletten Bericht lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 39/2020. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr, als E-Paper zur Verfügung:

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Engie will höheren Preis für Beteiligung an Suez

Der französische Energieversorger Engie hat das ursprüngliche Angebot von Veolia für eine fast 30-prozentige Beteiligung am Rivalen Suez abgelehnt. Veolia hatte rund drei Mrd € für das Aktienpaket geboten und will in einem zweiten Schritt Suez vollständig übernehmen. Das Angebot ist bis zum 30. September befristet.
Seit der Ankündigung desVeolia-Angebots am 30. August hatte Engie jedoch signalisiert, dass der von Veolia vorgeschlagene Betrag zu niedrig sei. Laut Engie entschied der Verwaltungsrat gestern nun offiziell, dass das Angebot von Veolia „zu den vorgeschlagenen Bedingungen nicht angenommen werden kann“.
Stattdessen erteilte Engie seinem Vorsitzenden Jean-Pierre Clamadieu und der Interims-CEO des Konzerns, Claire Waysand, das Mandat, weitere Verhandlungen mit Veolia zu führen, um bessere Bedingungen zu erreichen. Engie war auch sehr daran interessiert, von Veolia Zusicherungen hinsichtlich der Qualität des gesamten Übernahmekonzepts und der Sorgfaltspflicht gegenüber allen Stakeholdern zu erhalten.
Engie betont in seiner Erklärung, dass es einen laufenden Austausch zwischen dem Versorgungsunternehmen und Suez gebe, dass aber „bis heute kein Alternativvorschlag vorgelegt wurde“. Die Tür für einen solchen Ansatz sei jedoch nicht verschlossen worden. Der Verwaltungsrat ermächtigte Clamadieu und Waysand damit, den Austausch mit Suez fortzusetzen „und jedes alternative Angebot zu prüfen, das in den nächsten Tagen an Engie geschickt werden soll“, so Engie.
Der Vorstandsvorsitzende von Engie, Clamadieu, kommentierte den Sachstand wie folgt: „Der potenzielle Verkauf aller oder eines Teils unseres Aktienbesitzes an Suez steht im Einklang mit unserer beschleunigten Entwicklung in den Bereichen Infrastruktur und erneuerbare Energien. Der Verwaltungsrat wird sehr genau auf die faire Bewertung dieser Beteiligung sowie auf die Qualität des Übernahmekonzepts und die Garantien für alle Beteiligten achten.“

Bundestag nimmt nur minimale Änderungen am BattG-Entwurf vor

Der Bundestag hat den Entwurf für das neue Batteriegesetz gestern mit minimalen Änderungen verabschiedet. So soll auf Empfehlung des Umweltausschusses das Sammelziel von gegenwärtig 45 auf 50 Prozent angehoben werden. Außerdem sollen die zuständigen Behörden künftig grundsätzlich gegen Rücknahmesysteme vorgehen, die ihren Verpflichtungen zur Bedienung von Rücknahmestellen sowie den Verwertungsanforderungen nicht nachkommen. Hier sah der Kabinettsentwurf zunächst nur eine Kann-Regelung vor. Der von Herstellern, Vertreibern und Rücknahmesystemen im Vorfeld der Ausschussberatung vorgelegteVorschlag zu Regelungen für einen Lastenausgleich zwischen den Systemen fand hingegen genauso wenig Berücksichtigung wie die von GRS wiederholt angemahnteÄnderung der Berechnungsvorschriften für die Sammelquote.
Auch mit der beschlossenen Anhebung der Mindestsammelquote auf 50 Prozent bleibt der Bundestag hinter den Forderungen der meisten beteiligten Akteure zurück. In der Anhörung des Umweltausschusses zum BattG in der vergangenen Woche hatten unter anderem Entsorger, Rücknahmesysteme und Umweltverbändedeutlich ambitioniertere Zielvorgaben gefordert.
Mit der Anhebung der Mindestsammelquote auf 50 Prozent soll der tatsächlichen Praxis Rechnung getragen werden, erklärt der Umweltausschuss. Tatsächlich wurde bereits im letzten Jahr bundesweit eineQuote von 52 Prozent bei der Sammlung von Gerätebatterien erreicht. Nichtsdestotrotz bedeute die Anhebung der Sammelquote auch Anstrengungen für Rücknahmesysteme, die bislang noch keine Sammelquote von 50 Prozent erreicht haben und hierfür zukünftig weitere Anstrengungen unternehmen müssen, heißt es weiter. Dies gelte insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass mit der Neufassung des BattG künftig zurückgenommene Bleibatterien nur noch begrenzt für die Sammelquote angerechnet werden können.

VKU hofft auf Entsorgungssicherheit für kommunale Sammelstellen

Der Verband kommunaler Unternehmen hatte sich im Vorfeld der Beratung im Bundestag besorgt gezeigt, dass durch die Umstellung auf ein reines Wettbewerbssystem bei der Batteriesammlung künftig wenig lukrative Sammelstellen nicht mehr bedient werden könnten. In den beschlossenen Änderungen sieht der VKU nun einen ersten Schritt, um Sammelstellen zu unterstützen, die trotz Aufforderung kein Angebot von einem Rücknahmesystem erhalten. Durch die Umstellung der Kann- auf eine Soll-Regelung müsse die Behörde im Regelfall tätig werden, wenn eine kommunale Sammelstelle nicht von den Systemen bedient wird.
Auch die Anhebung der Sammelquote schafft aus Sicht des VKU einen Anreiz für die Rücknahmesysteme, sich auch um kleinere Sammelstellen zu bemühen. Konkrete Vorgaben, wie sich die Sammelstellen auf die fünf herstellereigenen Rücknahmesysteme aufteilen sollen, gebe es in der Novelle des Batterie-Gesetzes zwar nicht, schränkt der Verband ein.
Insgesamt führt der Umweltausschuss bei der Novelle des Batterie-Gesetzes einige Hebel für das Ziel ein, dass alle kommunalen Sammelstellen unter den fünf Rücknahmesystemen einen Entsorgungspartner finden. Ob diese Hebel in der Praxisstark genug sind, um die flächendeckende Entsorgungssicherheit von Altbatterien auch an dezentralen Sammelstellen spürbar zu verbessern, wird sich zeigen“, so der VKU.
Die Neuregelungen zum Batteriegesetz sollen am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Zunächst muss das Gesetz aber noch den Bundesrat passieren.

Altholzverordnung: BMU will Referentenentwurf zur Novelle noch dieses Jahr vorlegen

Im Hinblick auf die Novelle der Altholzverordnung geht das Bundesumweltministerium weiterhin davon aus, dass noch in diesem Jahr ein Referentenentwurf vorliegen wird. Das anschließende formale Verfahren soll dann im kommenden Jahr erfolgen, erläuterte Claus-André Radde vom Bundesumweltministerium beim Altholztag des Bundesverbandes der Altholzaufbereiter und -verwerter in Bad Neuenahr.

Zu dem Ende April vorgelegtenDiskussionsentwurf haben die beteiligten Kreise grundsätzlich eine hohe Zustimmung signalisiert, so Raddes Fazit. Erwartungsgemäß seien aber auch kleine Änderungsvorschläge und Hinweise zu einzelnen Regelungen vorgebracht worden.
Der größte Diskussionsbedarf besteht laut Radde offenbar im Hinblick auf die Grenzwerte für die stoffliche Verwertung. In diesem Zusammenhang werde die Umstellung der „Bewertungsmethodik“ der Analysewerte auf Median und 80-Perzentil der letzten zehn Untersuchungen überwiegend begrüßt. Vereinzelt wird dies aber auch kritisch gesehen, da eine Verschlechterung der Qualitäten für die stoffliche Verwertung befürchtet wird.
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Aktuelles bei Wenner

  • 3. Juli 2020

    ALS UNTERSTÜTZUNG UNSERES TEAMS SUCHEN WIR ZUM NÄCHSTMÖGLICHEN ZEITPUNKT EINEN ELEKTRONIKER FÜR BETRIEBSTECHNIK (M/W/D)

    Wir sind ein mittelständisches Familienunternehmen und produzieren mit modernster Maschinentechnologie (Drucken, Stanzen, Kleben, Palettierrobotik) Faltkartonagen. Die Weiterentwicklung unseres Betriebes erfordert […]

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  • 29. Mai 2020

    DIE STELLE IST LEIDER VERGEBEN!

    Als Unterstützung des Produktionsleiters suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Produktionsassistenten (m/w/d)

    Die Friedrich Wenner Versmolder Vollpappen-Verarbeitungswerk GmbH mit Sitz in Versmold ist ein auf Vollpappeverpackung spezialisierter Verpackungshersteller. Die innovativen Verpackungslösungen werden […]

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  • 8. Mai 2020

    MAN liefert erstmals Elektro-Lkw aus – und startet damit in Versmold

    Nachhaltigkeit gehört seit vielen Jahren zur Firmenpolitik des Versmolder Vollpappen-Verarbeitungswerkes. Mit der Anschaffung eines durch Strom betriebenen Nutzfahrzeuges schlägt der […]

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  • 5. Mai 2020

    Versmolder Traditionsbetrieb hat neuen Eigentümer – und wächst gewaltig

    Das Jahr des 90. Geburtstages ist für das Vollpappen-Verarbeitungswerk Wenner ein richtungweisendes. Der Verkauf an die Halbzellstoff-Industrie GmbH soll neue […]

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  • 20. März 2020

    Aktuelle Information zur Corona-Krise

    Informationsschreiben zur COVID-19

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  • 4. Februar 2020

    Reduzierung von Kunststoff zugunsten von Pappe …

    Das wünschen sich nach einer Umfrage die meisten Konsumenten! Dies ist das Ergebnis der Studie “HANDEL IST WANDEL”, die vom […]

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  • 14. Januar 2020

    Unser Öko-Kreislauf!

    Alle Pappenreste, die bei der Produktion von Kartonagen anfallen, sammeln wir in einem riesigen Container, denn bei 7 großen Stanzautomaten […]

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  • 5. Dezember 2019

    CO2-Ersparnis durch eigene Stromherstellung …

    … und wir stecken uns immer wieder höhere Ziele! Wir produzieren mit der Stromerzeugung durch die Photovoltaik-Anlage auf unseren Dächern […]

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  • 4. November 2019

    Unser gemeinschaftliches Engagement für dieses Jahr, um noch mehr CO2 einzusparen …

    Hier zählen für uns auch die kleinen Schritte zur CO2-Ersparnis, deshalb haben wir in diesem Jahr die Idee gleich zu […]

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  • 18. Oktober 2019

    Reduzierung von Kunststoffverpackungen zugunsten von Pappe …

    KARTON MIT KUNSTSTOFFFREIER ÖKOBARRIERE Verbraucher und Markenhersteller haben großen Bedarf angemeldet an nachhaltigeren Alternativen zu Plastikverpackungen und dies überall auf […]

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