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Altholz: Milde Witterung sorgt für entspannte Versorgungslage

In einem bislang nahezu ausgebliebenen Winter präsentierte sich der Markt für Altholz zumindest bis zum Jahreswechsel und bis Mitte Januar saisonal ausreichend gut bis sehr gut versorgt. Die vorhandenen Winterlager wurden daher entweder nur planmäßig abgefahren und leeren sich nun langsam, teilweise wurden sie aber noch gar nicht angefasst, teils wird sogar auf ungewöhnlich hohe Bestände verwiesen.
Auch die aus logistischer Sicht schwierige Lage der Feiertage über Weihnachten und den Jahreswechsel habe man in Summe „gut bewältigt“, bestätigten unisono Kraftwerksbetreiber. Vor diesem Hintergrund gibt sich das Gros der Anlagenbetreiber und Aufbereiter hinsichtlich der Versorgung entspannt, manche sprachen auch von „tiefenentspannt“, obwohl die Kraftwerke derzeit nahezu alle planmäßig stabil laufen und einen dementsprechenden Bedarf aufweisen.
Eine konjunkturelle Delle sei nur in „automobillastigen Bereichen“, im Maschinenbau sowie teilweise bei Verpackungsfraktionen und damit eher bei den besseren Qualitäten erkennbar. Dagegen kommen aus dem Baubereich seit Mitte Januar wieder stabil hohe Mengen. Auch an der Sperrmüllfraktion lasse sich kein konjunktureller Rückgang oder gar ein Einbruch festmachen.
Den kompletten Marktbericht inklusive der aktuellen Preise lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 05/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen Preisspiegel und Marktbericht ab sofort online zur Verfügung:

EUWID-Preisspiegel: Altholz Deutschland

Hohes Wiederverwendungspotenzial bei E-Schrott

Bis zu einem Viertel der in Bayern gesammelten Altgeräte könnte wiederverwendet werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Augsburg, deren Ergebnisse das bayerische Umweltministerium in einem Leitfaden veröffentlicht hat. Um dieses Potenzial für die Wiederverwendung tatsächlich nutzen zu können, müssten jedoch erhebliche Änderungen bei der E-Schrottsammlung vorgenommen werden.
Für die Studie wurden Daten von 60 Wertstoffhöfen im Freistaat analysiert und das theoretische Potenzial für die Vorbereitung zur Wiederverwendung nicht nur für gebrauchte Elektrogeräte, sondern auch für Möbel, Freizeitgeräte und Altkleider ermittelt.
Demzufolge könnten durch Änderungen bei der Sammlung und dem Verbraucherverhalten sowie durch weitere Maßnahmen theoretisch bis zu 86 Prozent aller Geräte in die Vorbereitung zur Wiederverwendung gegeben werden. Zieht man jedoch Faktoren wie das Alter der Geräte, Kosten- und Erlösaspekte, Hygiene und Technologie hinzu ergibt sich ein maximal realisierbares Potenzial für die Wiederverwendung von acht bis 24 Prozent der gesammelten Altgeräte.
Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 05/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

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China plant Umklassifizierung bestimmter Altmetallsorten von Abfall zu Produkt

Die chinesische Regierung schreitet mit Plänen voran, bestimmte Altmetallsorten neu zu klassifizieren, bevor das Land am Jahresende die Einfuhr von Abfällen verbietet. Die Normungsbehörde der Volksrepublik hat am 31. Dezember drei neue Normen für „Recyclingmaterialien für Aluminiumgusslegierungen“ (GB/T 38472-2019), „Recyclingmaterialien für Kupfer“ (GB/T 38471-2019) und „Recyclingmaterialien für Messing“ (GB/T 38470-2019) veröffentlicht, die am 1. Juli 2020 in Kraft treten sollen. Der volle Text soll in Kürze von der Staatlichen Verwaltung für Marktregulierung veröffentlicht werden.
Die neuen Normen würden es erlauben, dass vorbehandelte Altmaterialien, die Qualitätsanforderungen erfüllen, als Produkte zu importieren statt als Abfall. Mit dieser Bemerkung zitiert die Metallrecyclingsparte des chinesischen NE-Metallverbands CMRA Liu Youbin, den Sprecher des chinesischen Umweltministeriums.
Der US-Recyclingverband ISRI begrüßte die Entwicklung. Die Entscheidung Chinas sei ein „wichtiger Präzedenzfall“, so die Einschätzung von Adina Renee Adler, die Leiterin Internationale Angelegenheiten des Verbands. ISRI werde die chinesische Regierung weiter dazu auffordern, alle recycelbaren Rohstoffe als wertvolle Produkte anzuerkennen und andere Regierungen auf der ganzen Welt dazu aufrufen, dem Beispiel Chinas zu folgen und „anzuerkennen, dass Altmaterial kein Abfall ist, sondern ein notwendiger Bestandteil für die Verwirklichung einer grünen Wirtschaft“, so Adler.
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Belegschaft der kommunalen Entsorger durchschnittlich immer älter

Es spiegelt die allgemeine demografische Entwicklung wider: Das Durchschnittsalter der operativ tätigen Mitarbeiter in der kommunalen Abfallwirtschaft ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Laut der neuesten Erhebung des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zur Abfallsammellogistik war die Belegschaft der kommunalen Entsorger im Jahr 2018 durchschnittlich 45,9 Jahre alt. Bei der letzten Erhebung für 2016 lag das Durchschnittsalter noch bei 45,7 Jahren, bei der ersten Erhebung für 2006 noch bei 43,5 Jahren.
An der aktuellen Umfrage mit dem Bezugsjahr 2018 haben 122 VKU-Mitgliedsunternehmen teilgenommen, womit dem Verband zufolge eine Einwohnerzahl von etwa 27 Mio abgedeckt wurde. Bei der letzten Umfrage für 2016 hatten sich 160 Betriebe mit einer Abdeckung von 38 Mio Einwohnern beteiligt. Die Auswertung hat erneut das INFA – Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management durchgeführt.
Neben dem Alter der Beschäftigten wurden die VKU-Unternehmen u.a. wieder auch nach dem Krankenstand und dem Verdienst ihrer operativ tätigen Belegschaft befragt. Demnach fehlte im Jahr 2018 jeder Mitarbeiter krankheitsbedingt durchschnittlich 20,3 Tage. Das ist ein halber Tag mehr als bei der letzten Befragung für 2016. Werden noch die Tage der Dauerkranken ohne Lohnfortzahlung mit berücksichtigt, lag die durchschnittliche Ausfalldauer bei 27,6 Tage im Jahr und somit leicht unter dem Wert von 2016.
Bei Betrachtung des Durchschnittsverdienstes der Müllwerker lassen sich nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen den Gehältern in den neuen und den alten Bundesländern erkennen. Zwar ist auf nahezu allen Betrachtungsebenen ein Anstieg der Gehälter zu erkennen. Allerdings fiel der Lohnzuwachs im Westen zuletzt höher aus als im Osten, so dass sich die Gehaltsschere zwischen den Beschäftigten in den alten und neuen Bundesländern wieder weitete.
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Tütenverbot: Regierung gegen längere Übergangsfrist für Abverkauf von Altbeständen

Der Handel soll Altbestände an Plastiktüten nur innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten des geplanten Verbots verkaufen dürfen. Eine Ausweitung der Übergangsfrist lehnt die Bundesregierung ab. Das geht aus der Gegenäußerung der Regierung zur Stellungnahme des Bundesrats hervor.
Die Länderkammer hatte eine Ausweitung der Übergangsfrist für das geplante Plastiktütenverbot von sechs auf zwölf Monate gefordert. Der Handel solle dadurch die Möglichkeit haben, die vorhandenen Vorräte an Plastiktüten noch aufzubrauchen. Die Regierung ist gegen eine Verlängerung – auch weil die Verbotsregelung bereits im Sommer 2019 angekündigt worden sei und sich hieraus eine faktische Übergangsfrist von rund zwölf Monaten ergebe.

Forderung nach Rezyklateinsatzquoten aus Zeitgründen ebenfalls abgelehnt

Ablehnend reagiert die Bundesregierung auch auf die Forderungen des Bundesrats im laufenden Verfahren zur Novelle des Verpackungsgesetzes Einsatzquoten für Rezyklate bei ausgewählten Kunststoffverpackungen zu etablieren. Gleiches gilt auch für den Wunsch der Länderkammer nach ökonomischen und ordnungsrechtlichen Maßnahmen, mit denen Einwegverpackungen reduziert und Mehrwegsysteme gefördert werden sollen. Aus Sicht der Regierung würden diese Vorschläge zu einer erheblichen Verzögerung des Gesetzesvorhabens führen und somit das Verbot des Inverkehrbringens von leichten Kunststofftragetaschen auf unbestimmte Zeit blockieren.
Die Bundesregierung hat Mitte Januar den umstrittenen Entwurf zur Änderung des Verpackungsgesetzes in den Bundestag eingebracht. Den kompletten Bericht hierzu und zur Gegenäußerung auf die Stellungnahme des Bundesrates lesen Sie kommende Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 5/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

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EEW legt Grundstein für Klärschlammverbrennungsanlage in Helmstedt

EEW hat heute am Stammsitz in Helmstedt im Beisein von Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) den Grundstein für Niedersachsens erste Klärschlammverbrennungsanlage gelegt. Nach Inbetriebnahme im Jahr 2021 kann die Anlage 20 Prozent des niedersächsischen Klärschlamms verbrennen. Neben der Monoverbrennungsanlage in Buschhaus plant das Unternehmen vergleichbare Projekte in Stapelfeld bei Hamburg, Stavenhagen in Mecklenburg und im niederländischen Delfzijl.
„Die Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage Buschhaus ist erster sichtbarer Ausdruck unseres noch jungen Geschäftsfeldes Klärschlammverwertung, trägt dem Willen des Gesetzgebers Rechnung, künftig keine belasteten Klärschlämme mehr in der Landwirtschaft einzusetzen, und schafft die Voraussetzungen für das Recycling des begrenzten und lebenswichtigen Rohstoffs Phosphor“, erklärte EEW-Chef Bernard Kemper.
Bei der Verbrennung des Klärschlamms sollen in der neuen Anlage jährlich etwa 15.000 Tonnen Asche entstehen. „Eines unserer Ziele ist es, eine Asche bereitzustellen, aus der mehr als 90 Prozent Phosphat zurückgewonnen werden können“, so Kemper. EEW sehe sich in der Pflicht, aus den in Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen anfallenden Aschen Phosphor als pflanzenverfügbaren Dünger zu gewinnen und in den Kreislauf zurückzugeben. Das Unternehmen beteilige sich daher an der Entwicklung geeigneter Verfahren.

EEW braucht Flächen für weitere Investitionen

Vor diesem Hintergrund könnten der Erweiterung des Standortes Buschhaus um eine Monoverbrennungsanlage weitere Ansiedlungen folgen. Für derartige Investitionen benötige EEW jedoch geeignete Flächen, betonte Unternehmenschef Kemper.
Lies sieht durch die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel zur Weiterentwicklung des Standorts ebenfalls Chancen für weitere Projekte in Buschhaus. „Für mich ist der Standort aufgrund seiner sehr guten Infrastrukturanbindung sowie dem leistungsfähigen Netzanschluss für Strom und Gas prädestiniert für Zukunftspläne – um mit „Power to Gas“ nur ein Beispiel zu nennen“, erklärte der Landesumweltminister.

Sekundärrohstoffeinsatz wächst langsamer als weltweiter Ressourcenverbrauch

Der Verbrauch von Rohstoffen steigt weltweit weiter stark an. Der Anteil von Sekundärrohstoffen geht dabei jedoch zurück. Das geht aus dem „Circularity Gap Report 2020“ hervor, der auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt wurde. Demzufolge lag der Materialverbrauch der Weltwirtschaft 2017 erstmals bei mehr als 100 Mrd Tonnen im Jahr. Während der Gesamtverbrauch an Ressourcen somit gegenüber 2015 um mehr als acht Prozent gestiegen ist, nahm die Menge an wiederverwendeten Materialien nur um drei Prozent zu.
Global wurden 2017 insgesamt 8,65 Mrd Tonnen Sekundärrohstoffe eingesetzt. Die Einsatzquote von Recyclingmaterialien ging damit von 9,1 Prozent im Jahr 2015 auf nur noch 8,6 Prozent zurück.
Der Bericht wurde von der Circle-Economy-Initiative vorgestellt. Deren Chef Harald Friedl warnte vor einer „globalen Katastrophe“, wenn die Ressourcen der Welt weiterhin so behandelt würden als seien sie grenzenlos. Nationale Regierungen sollten die Kreislaufwirtschaft dringend fördern, „wenn wir bis Mitte des Jahrhunderts eine hohe Lebensqualität für fast zehn Milliarden Menschen erreichen wollen, ohne kritische planetarische Prozesse zu destabilisieren“.

Bei Übergang zu Kreislaufwirtschaft „alle Entwicklungsländer“

Der Bericht zeige, dass kein Land die Grundbedürfnisse seiner Bürger erfüllt und gleichzeitig innerhalb der physischen Grenzen unseres Planeten operiert, betonte Hauptautor Marc de Wit. „Wir alle sind hier noch Entwicklungsländer“, sagte er. Daher müssten alle Staaten in eine ökologisch sichere und sozial gerechte Zukunft gelangen. Je nach wirtschaftlichem Reifegrad gebe es dazu aber verschiedene Wege. Daher unterscheidet der Bericht auch zwischen in Aufbau befindlichen Entwicklungsländern, Wachstumsländern und eher gesättigten Industriestaaten.
Welche konkreten Empfehlungen der Bericht für einen schnelleren Übergang von einer linearen Rohstoffnutzung zu einer Kreislaufwirtschaft für die verschiedenen Gruppen an Ländern gibt, lesen Sie kommende Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 5/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

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Sulo übernimmt schwedische San-Sac-Gruppe

Die schwedische San-Sac-Gruppe gehört seit Ende letzten Jahres zum Abfallbehälter-Hersteller Sulo. Die beiden Sulo-Gesellschafter Latour Capital und BPI haben die vor allem in Skandinavien und Frankreich tätige Unternehmensgruppe übernommen. San Sac sei ein führender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen zur Sammlung und Trennung von Abfällen in Skandinavien und zähle zu den weltweit größten Herstellern von Müllverdichtern und Ballenpressen, heißt es.
Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Linköping verfügt über drei Werke in Schweden und Frankreich und erzielt mit über 500 Mitarbeitern rund 170 Mio € Umsatz im Jahr. Zu San Sac gehören insgesamt zwölf Gesellschaften, die neben Skandinavien und Frankreich auch die Märkte in Russland und den USA bedienen.
Sulo bezeichnet die Akquisition von San Sac als wichtigen Schritt bei der Umsetzung des im vergangenen Jahr eingeleiteten strategischen Wachstumsplans. Mit der Aufnahme einiger der „zuverlässigsten derzeit erhältlichen Metallbehälter und Verdichtungsmaschinen“ in das Produktportfolio will Sulo vor allem im Industriemarkt stark wachsen.
Die beiden Unternehmen streben durch den Zusammenschluss wechselseitige Ergänzungen im Hinblick auf Produktangebot und den Länderfokus, aber auch die Bündelung der verfügbaren Ressourcen für Innovationen an. „Durch die Übernahme der San-Sac-Gruppe erweitert sich das Produkt- und Dienstleistungsangebot von Sulo. Sie wird es uns auch erlauben, unsere Forschungs- und Entwicklungs-Anstrengungen zu beschleunigen, damit wir unseren Kunden die Lösungen von morgen anbieten können“, erklärte Sulo-Chef Michel Kempinski.

Sulo-Umsatz steigt auf halbe Milliarde Euro

Sulo bezeichnet sich selbst als europäischen Marktführer im Bereich Abfallmanagement. Das Unternehmen ist in zwölf Ländern tätig und verfügt über sechs Werke in Frankreich, Deutschland und Spanien. Die Unternehmensgruppe beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1.800 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 350 Mio €.
„Diese Übernahme ermöglicht es Sulo, zum klaren europäischen Marktführer zu werden, der einen Umsatz von über 500 Mio € erzielt, mit starken Umsätzen auf dem skandinavischen Markt“, kommentierte Didier Gaudoux, Partner bei Latour Capital. Die Beteiligungsgesellschaft und die französische Investitionsbank BPI hatten die Sulo Umwelttechnik GmbH und die weiteren Bestandteile der Umweltsparte von Plastic Omnium Ende 2018 übernommen.

Amsterdam bereitet Verkauf von MVA-Betreiber AEB vor

Die Amsterdamer Stadtregierung will den MVA-Betreiber Afval Energie Bedrijf (AEB) als Ganzes verkaufen. Der Grundsatzbeschluss darüber soll im Februar dem Stadtrat vorgelegt werden. Die Stadt plant einen „wettbewerblichen Verkaufsprozess“, für den der Rat im Frühjahr den Startschuss geben soll. Dies teilte die Stadtregierung am Dienstag mit. Sie geht davon aus, dass das Verkaufsverfahren bis zum Jahresende 2020 dauern wird.
Ihren Entsorgungsvertrag mit AEB, der Ende 2022 ausläuft, will die Stadt vor dem Verkaufsverfahren nicht verlängern, weil es den Prozess komplizierter machen würde. Amsterdam werde für die Zeit nach 2022 einen Entsorger mit dem besten Angebot „auf Grundlage des Preises, der Nachhaltigkeit und der Zirkularität“ auswählen.
Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl des Käufers für AEB werde der Preis sein, teilte die Stadt mit. Die Parteien müssen außerdem bestimmte Eignungskriterien erfüllen. Es werde eine Prüfung ihrer Integrität durchgeführt, und die Parteien müssten nachweisen können, dass sie über ausreichende finanzielle Kapazitäten verfügten. „Sie müssen außerdem 100 Prozent der Anteile übernehmen, Transaktionssicherheit bieten und die Haftungsrisiken für die Gemeinde begrenzen“, so die Stadtregierung.
Als weitere Kriterien nennt sie ein möglichst längerfristiges Engagement der Käufer, die Wahrung öffentlicher Interessen wie die Wärmeversorgung und die Verwertung kommunaler Abfallströme sowie den Erhalt von Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen. Der Käufer soll die Kontinuität der AEB gewährleisten und einen „CO2-neutralen Geschäftsbetrieb“ anstreben.

Kunststoffverarbeiter warnen vor Populismus der Politik

Die Kunststoffverarbeiter in Europa kritisieren massiv die Politik der EU und Mitgliedstaaten. Alle bisherigen Maßnahmen bestraften nur Kunststoffprodukte und nicht das Verhalten. Dies widerspreche der Weiterentwicklung eines Kreislaufwirtschaftsmodells. Der europäische Dachverband EuPC fragt, ob der Fonds für den „Green Deal“ der EU Mittel für den Verlust von Arbeitsplätzen in Europa und die Schließung von Kunststoffverarbeitungsanlagen bereitstellen werde.
Entscheidungen zum Verzicht auf Kunststoffe würden ohne Berücksichtigung der Umweltauswirkungen von Alternativen oder der Frage getroffen, ob eine angemessene Infrastruktur für die Sammlung und Behandlung vorhanden sei, schreibt EuPC in einer Mitteilung. Es würden schnell und oberflächlich Verbote von Einwegartikeln aus Kunststoff ausgesprochen, die viele wichtige Funktionen in Bezug auf Gesundheit, Hygiene und Haltbarkeit von Lebensmitteln erfüllten. Dies wirke sich bereits jetzt negativ auf die Umwelt aus. Die Kluft zwischen Realität und Politik werde von Tag zu Tag größer, so die Kritik des Verbands.
Auch seien Alternativen zu Kunststoffen bei weitem weniger umweltfreundlich, da sie mehr Wasser und Energie verbrauchten und viel mehr CO2 verursachten. Laut EuPC sind die Gesamtumweltauswirkungen der „populistischen“ Einweg-Kunststoff-Richtlinie nicht so positiv wie bei ihrer Verabschiedung 2019 erwartet.
Dagegen fordere der „Green Deal“ der EU-Kommission jetzt weniger Materialverbrauch in Europa. „Wie können wir beide Ziele vereinbaren?“, fragt EuPC-Geschäftsführer Alexandre Dangis. „Wir hoffen, dass wir bald die Gelegenheit bekommen, EU-Kommissar Sinkevičius zu erklären, was derzeit in der Realwirtschaft geschieht und welche Risiken es birgt, aus der Nutzung von Kunststoffen auszusteigen, ohne die Folgen für Gesundheit, Umwelt und Arbeitsplätze richtig abzuschätzen.“ Der EU-Kommissar hatte unlängst angekündigt, auch ein Verbot von Kunststoffverpackungen zu prüfen.
Die Folgen eines Verbotes wären aus Sicht des Branchenverbandes schädlich für Umwelt und Gesundheit sowie die Lebensmittelsicherheit. „Wir würden erwarten, dass die EU-Kommission stattdessen eine vollständige Umsetzung eines Kunststoff-Deponieverbots in Europa durch die Mitgliedstaaten ohne Ausnahmen gewährleistet.“ Das würde bedeuten, in der Abfallwirtschaft eine Führungsrolle zu übernehmen. „Aber auch hier sehen wir noch sehr wenige Aktivitäten und viele konservative Maßnahmen in einem Europa, das zersplittert ist, wenn es um Abfallwirtschaftspläne geht.“

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