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Kommission will verzögerungsfreie Abfalltransporte innerhalb der EU sichern

Die Europäische Kommission will Hindernisse für die grenzüberschreitende Verbringung von Abfällen innerhalb der EU während der Coronakrise vermeiden. In einer aktuell veröffentlichten Orientierungshilfe weist sie darauf hin, dass die „Green Lanes“, die bevorzugten Transportkorridore und Grenzübergänge für einen möglichst verzögerungsfreien Gütertransport, auch Abfalllieferungen offenstehen.
Den zuständigen Behörden in den Mitgliedstaaten empfiehlt die Kommission unter anderem, auf Papierformulare zu verzichten und elektronische Lösungen für den Informationsaustausch zu nutzen, um Kontakte zu vermindern und Notifizierungsverfahren zu beschleunigen.
EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius unterstrich die wichtige Arbeit, die die Entsorgungsunternehmen in schwierigen Zeiten weiterhin leisteten. „Die EU-Kommission arbeitet mit den Mitgliedstaaten daran, die ‚Green Lanes’ für Abfälle offen zu halten, damit sie ohne Verzögerungen geliefert werden können, um als Rohstoff in der Industrie genutzt zu werden oder das am besten geeignete Behandlungsverfahren in der EU zu durchlaufen“, so der Umweltkommissar. „Das ist gut für den Gesundheits- und Umweltschutz und auch für die Kreislaufwirtschaft“.

EEW: Vier Prozent Umsatzplus bei konstantem Durchsatz

Deutschlands größter Abfallverbrenner EEW hat im Geschäftsjahr 2019 erneut mehr Umsatz erzielt. Wie der chinesische Mutterkonzern Beijing Enterprises Holdings Limited (BEHL) gestern bekannt gab, stiegen die Erlöse um 3,9 Prozent auf 5,32 Mrd Hongkong-Dollar (HKD). Die Verbrennungsmenge stagnierte etwa auf Vorjahresniveau.
Umsatzzahlen in Euro enthält der Jahresfinanzbericht der BEHL wie üblich nicht. Auch ein Wechselkurs wird nicht genannt, so dass eine genaue Umrechnung der von EEW in Euro erwirtschafteten Erlöse nicht möglich ist. Würde man den Wechselkurs vom 31. Dezember 2019 zu Grunde legen (1 HKD = 0,115 €), ergäbe sich ein Umsatz von rund 610 Mio €. Ausgehend von der Erfahrung der Vorjahre dürfte der tatsächliche EEW-Umsatz in Euro von dieser Zahl aber abweichen.
Laut BEHL hat EEW 2019 insgesamt 4,72 Mio Tonnen Abfall verbrannt. Im Vorjahr waren es mit 4,71 Mio Tonnen geringfügig weniger. Der Stromabsatz lag ebenfalls nahezu konstant bei 1,77 Mrd kWh. Darüber hinaus koppelte EEW den Angaben zufolge rund 0,79 TWh Wärme und 2,18 TWh Dampf aus. Während der Wärmeabsatz sich ebenfalls nahe dem Vorjahresniveau bewegte, ist bei der Auskopplung von Prozessdampf an Industriekunden ein starker Anstieg um 16 Prozent feststellbar.
Insgesamt hat BEHL im vergangenen Jahr mit der Abfallentsorgung rund 8,44 Mrd HKD umgesetzt. Abzüglich des EEW-Umsatzes liegt der auf dem chinesischen Abfallmarkt erzielte Umsatz damit bei ca. 3,12 Mrd HKD, was im Vergleich zu 2018 einen deutlichen Zuwachs um über 90 Prozent. Die auf dem Heimatmarkt behandelte Abfallmenge belief sich auf 4,26 Mio Tonnen nach 4,19 Mio Tonnen im Vorjahr.
Den ausführlichen Artikel zum BEHL-Jahresbericht lesen Sie lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 15/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper – EUWID Recycling und Entsorgung

Fehr-Knettenbrech übernimmt in Bad Hersfeld alle Aktivitäten von Fehr Umwelt Hessen

Der Entsorger Fehr-Knettenbrech übernimmt sämtliche Dienstleistungen der Fehr Umwelt Hessen (FUH) in Bad Hersfeld. Das in Bad Nauheim ansässige Unternehmen weite damit seine strategische Reichweite innerhalb Hessens aus, teilte das Joint Venture der Fehr-Gruppe und des Entsorgers Knettenbrech + Gurdulic (K+G) mit. Fehr und K+G sind je zur Hälfte an dem im hessischen Bad Nauheim ansässigen Unternehmen beteiligt.
„Seit der Gründung unseres Gemeinschaftsunternehmens vor zwei Jahren sind wir den steigenden Anforderungen der Wertstoff-Entsorgung und -Wiederverwertung konsequent gerecht geworden“, sagte Christian Meret, Sprecher der Geschäftsführung von Fehr-Knettenbrech. „Dieser Anspruch hat uns zur Partnerschaft mit der Fehr Umwelt Hessen bewogen. Somit können sich die Bürger Bad Hersfelds nicht nur heute, sondern auch morgen auf ihren professionellen und zukunftsfähigen Entsorgungsservice verlassen.“

Erheblicher Wertzuwachs für Fehr-Knettenbrech

Der Erwerb des Dienstleistungskatalogs der Fehr Umwelt Hessen bedeute für Fehr-Knettenbrech einen nicht unerheblichen Wertzuwachs in Form von Industrie-, Gewerbe- und Privatkunden. Dessen ungeachtet soll der Geschäftssitz sowie die Hauptverwaltung des Unternehmens am Stammsitz in Bad Nauheim verbleiben.
„Die Entsorgungs- und Recyclingbranche hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert“, sagte Andreas Fehr. „Um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen, ohne Abstriche an der hohen Servicequalität zu machen, die unsere Kunden zu Recht von uns erwarten, nutzen wir das gemeinsame Potenzial beider Unternehmen.“

Coronakrise trifft Kunststoffrecycler

Die Coronakrise stellt auch die Kunststoffrecycler in Deutschland vor große Herausforderungen. Aufträge von weiten Teilen der Industrie brechen weg. Oberste Priorität habe derzeit Liquidität, sagen die meist mittelständischen Recycler. Im März habe sich die Krise am Markt zwar noch nicht massiv ausgewirkt. Allerdings lasse die Vorschau für April Böses erahnen, sagen Marktteilnehmer mit Blick auf die Bestellungen.
Bereits im März haben die Preise für Folienabfälle und Mahlgüter zum Teil deutlich nachgegeben. Die Nachfrage war von einigen Recyclern zwar als noch ordentlich beurteilt worden, auch weil es wohl Vorkäufe für den April gegeben hatte. Im weiteren Monatsverlauf trübte sich die Aussicht aber massiv ein. Die Bestellungen für April fallen sehr schlecht aus, sagen vor allem Recycler, die auch für die Autoindustrie arbeiten. „Wir fahren auf kurze Sicht und haben die Einkaufspreise für Mahlgüter und Folienabfälle stark gesenkt“, hieß es oft.

Verfall des Ölpreises erhöht den Druck

Druck komme zudem nach dem massiven Ölpreisverfall durch die deutlich günstiger gewordene Neuware. Es gibt aber auch Ausnahmen. So laufe der Absatz in manchen Folienanwendungen wie etwa Müllsäcke und Verpackungen derzeit auf Hochtouren. Allerdings sorgte dieser Nachfrageschub nicht für höhere Preise für Folienabfälle.
In den Export außerhalb der EU gingen im Laufe des Monats März zudem nur noch geringe Mengen. Abnahme in Asien war zum Teil nur noch in wenigen Fabriken in Malaysia möglich, und auch die Türkei hat die Importe offenbar deutlich reduziert.
Den vollständigen Bericht zum Altkunststoffmarkt inklusive des Preisspiegels für die verschiedenen Sorten lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 14/2020. Premium-Abonnenten können Marktbericht und Preisspiegel auch online abrufen:

EUWID-Preisspiegel: Altkunststoffe Deutschland

Bundesratsausschüsse wollen Kommunen im Kreislaufwirtschaftsgesetz stärken

Bei der laufenden Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes können die Kommunen auf die Unterstützung des Bundesrats hoffen. So empfehlen die Ausschüsse der Länderkammer eine Reihe von Änderungen am Gesetzentwurf, die die Rolle der kommunalen Seite stärken sollen. Die Empfehlungen unter Federführung des Umweltausschusses beziehen sich dabei zum einen auf ein gesondertes Klagerecht der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) im Anzeigeverfahren für gewerbliche Sammlungen. Zum anderen sollen die Regelungen zur freiwilligen Vertreiberrücknahme enger gefasst werden.
Eine gesonderte Klagebefugnis sei nötig, da die Position der örE durch gewerbliche Sammlungen beeinträchtigt werden könne, heißt es zur Begründung. Die Rahmenbedingungen für die Entsorgung, deren Planung und gebührenmäßige Abwicklung könnten in „höchst bedeutsamer Weise“ von gewerblichen Sammlern beeinflusst werden. Dies gelte sowohl in Bezug auf Art und Menge überlassungspflichtiger Abfälle wie im Hinblick auf die Planbarkeit von Entsorgungsnotwendigkeiten. Durch die Konzentration gewerblicher Sammler auf die lukrativen Abfallfraktionen befürchtet der Umweltausschuss zudem deutliche Einbußen bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern.
Darüber hinaus wollen die Bundesratsauschüsse ein „Ausufern“ der freiwilligen Rücknahme im Handel unterbinden. Die Vertreiberrücknahme soll nur dann möglich sein, wenn die Kreislaufwirtschaft „besonders“ gefördert werde. Die geplante Verwertung müsse also hochwertiger sein als die Verwertung, die von dem zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, den von ihm beauftragten Dritten oder einer gemeinnützigen oder gewerblichen Sammlung im Entsorgungsgebiet angeboten wird, fordert der Umweltausschuss.
Die sehr umfangreichen Empfehlungen der Bundesratsausschüsse widmen sich zudem unter anderem noch den Vorgaben zur Getrennterfassung und Verwertung von Bioabfällen, dem verstärkten Einsatz von Recyclingbaustoffen und den erweiterten ökologischen Vorgaben im öffentlichen Beschaffungswesen. Außerdem fordert der Umweltausschuss eine zügige Umsetzung der geplanten Regelungen zur sogenannten „Obhutspflicht“ sowie eine rechtliche Verpflichtung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen.

Zeitplan und Umfang der Beteiligung durch Bundesrat noch offen

Unklar ist allerdings aktuell, wann die Länderkammer über die Empfehlungen der Ausschüsse zur Neufassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes entscheiden wird. Ursprünglich sollte die Novelle in der Plenarsitzung Ende dieser Woche beraten werden. Dann tauchte der Entwurf zur Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie in der vergangenen Woche auf der Tagesordnung zur Sondersitzung des Bundesrats im Zusammenhang mit den Corona-Hilfspaketen auf, wurde dann aber kurzfristig wieder gestrichen. Aktuell ist die nächste Bundesratssitzung erst am 15. Mai geplant.
Mit diesem veränderten Zeitplan erscheint es zumindest fraglich, ob die bis zum 5. Juli laufende Frist zur Umsetzung der EU-Vorgaben in nationales Recht in Deutschland eingehalten werden kann. Da der Bundesrat auf größere Mitsprache drängt, könnte sich das Verfahren zusätzlich verlängern. Während man in der Bundesregierung von einem Einspruchsgesetz ausgeht, handelt es sich bei der Novelle des KrWG aus Sicht des Bundesratsumweltausschusses um ein Zustimmungsgesetz. Der Gesetzentwurf zur Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie regele Verwaltungsverfahren ohne Abweichungsmöglichkeit für die Länder, so dass eine Zustimmung durch den Bundesrat notwendig sei, heißt es zur Begründung in der Ausschussempfehlung.
Der ausführliche Bericht über die Empfehlungen der Bundesratsausschüsse zur Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes erscheint in EUWID Recycling und Entsorgung Ausgabe 14/2020. Unseren Premium-Abonnenten steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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Bundesregierung: Gesamte Abfallbehandlung systemrelevant

Die Bundesregierung sieht die gesamte Abfallbehandlung als systemrelevant an. Das ist einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf ein gemeinsames Positionspapier der Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) und des Bundesverbandes Deutscher Sonderabfallverbrennungs-Anlagen (BDSAV) zu entnehmen.
„Grundsätzlich zählt die Abfallentsorgung zu diesen systemrelevanten Einrichtungen, da sie unabdingbar für eine hygienisch einwandfreie Behandlung – vor allem auch von Krankenhausabfällen – aber auch von allen anderen Abfallarten anzusehen ist“, heißt es in der Antwort des Innenministeriums an ITAD-Geschäftsführer Carsten Spohn.
ITAD und BDSAV hatten sich zuvor gemeinsam an das Bundeskanzleramt gewandt, um eine bundesweit einheitliche Anerkennung der Abfallentsorgung als systemrelevante Infrastruktur im Pandemiefall zu erreichen. Bislang ist der Status der Abfallentsorgung als systemrelevant in den Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Bundeskanzleramt reagierte „schnell, angemessen und unbürokratisch“

Aus der Antwort des BMI leitet die ITAD ab, dass insbesondere die abfallwirtschaftliche Infrastruktur zur Behandlung von Siedlungs- und Krankenhausabfällen zur systemrelevanten Infrastruktur zählen – und damit auch die Müllverbrennung. „Wir begrüßen die Entscheidung sehr“, sagte Spohn. „Unsere Mitglieder und ihre Partner der Kreislaufwirtschaft gewährleisten die Hygienisierung von tatsächlichen und möglichen Covid-19-Abfällen aus Krankenhäusern und damit die sichere Entsorgung auch dieser Abfälle in Deutschland.“
Nach Darstellung der ITAD reagierte die Bundesregierung schnell auf das Schreiben der beiden Verbände. Das Bundeskanzleramt habe „schnell, angemessen und unbürokratisch reagiert“, lobt die ITAD in ihrer Pressemitteilung. Auch die meisten Bundesländer seien der Einschätzung gefolgt und hätten mittlerweise fast alle die Abfallentsorgung als „systemrelevant“ oder „kritisch“ anerkannt. Wo das noch nicht geschehen sei, werde sich der Verband weiterhin um sachgerechte und zeitnahe Lösungen gemeinsam mit den zuständigen Behörden und den Anlagenbetreibern vor Ort bemühen, so die ITAD in ihrer Mitteilung.
Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 14/2019 von EUWID Recycling und Entsorgung. Unseren Premium-Abonnenten steht die Ausgabe ab Dienstag, 14.00 Uhr im E-Paper zur Verfügung:

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Keine Getrenntsammlung in Quarantäne-Haushalten

Haushalte, die sich in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus infiziert haben oder die vorsorglich in Quarantäne sind, sollen ihren Abfall temporär nicht trennen. Darauf haben sich Bund und Länder in einer Telefonkonferenz diese Woche geeinigt. Für alle übrigen Haushalte bleibt alles beim Alten.
Wie das Bundesumweltministerium (BMU) mitteilte, sollen private Haushalte, in denen infizierte Personen oder begründete Verdachtsfälle von Covid-19 in häuslicher Quarantäne leben, ihre Haushaltsabfalle weitestgehend über den Restmüll entsorgen. Dazu zählen auch Verpackungsabfälle, Altpapier und Biomüll.

Glasabfälle und Pfandverpackungen sollen im Haushalt „zwischengelagert“ werden

Nicht über den Hausmüll entsorgt werden sollen Glasabfälle und Pfandverpackungen sowie Elektro- und Elektronikabfälle, Batterien und Schadstoffe. Diese Abfälle sollen nach der Gesundung und Aufhebung der Quarantäne wie gewohnt getrennt entsorgt werden.
Die Vorsichtsmaßnahmen orientieren sich an denEmpfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das RKI hatte empfohlen, Abfälle aus Haushalten, die mit Sektreten und Exkrementen kontaminiert sind, immer als gemischten Siedlungsabfall mit dem Abfallschlüssel 20 03 01 zu entsorgen.
Bisher seien zwar keine Fälle bekannt, bei denen sich Personen durch Berührung von kontaminierten Oberflächen mittels Kontaktinfektion angesteckt haben, heißt es in der Mitteilung des BMU. Dennoch sei dieser Übertragungsweg nicht auszuschließen. Die Empfehlungen des BMU in Abstimmung mit den für die Abfallentsorgung zuständigen Ministerien der Bundesländer sollen daher dem Schutz der Hausmeister, Nachbarn in Mehrparteienhäusern sowie der Mitarbeiter in Entsorgungsunternehmen dienen.

Baden-Württemberg und das Saarland äußern sich

Die Bundesländer haben sich auf ein vergleichbares Vorgehen verständigt. Im Detail seien Abweichungen möglich, so das BMU. Unmittelbar nach der Telefonkonferenz Mitte der Woche hatten sich die Umweltminister aus Baden-Württemberg und dem Saarland bereits selbst zu Wort gemeldet. „Auch über nachlässig entsorgte Abfälle aus Quarantäne-Haushalten, Arztpraxen oder Kliniken ist die Ansteckung mit dem Coronavirus eventuell möglich“,sagte der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne).
Der saarländlische Umweltminister Reinhold Jost (SPD)formulierte es deutlich: „Abfälle aus Haushalten, die unter Quarantäne stehen, gehören alle in die Restmülltonne. Sie sollen nicht, wie sonst üblich, getrennt entsorgt werden.“
Bereits in der vergangenen Woche hatte das Schweizer Bundesamt für Umwelt (Bafu) eine entprechende Empfehlung ausgesprochen. In Haushalten, in denen erkrankte oder unter Quarantäne stehende Personen leben, solle auf die Abfalltrennung verzichtet werden, heißt es in der Empfehlung des Bafu an die Kantone.
Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 14/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung.

Türkei 2019 größter Abnehmer europäischer Altkunststoffe

Innerhalb weniger Jahre haben sich die EU-Außenhandelsströme für Altkunststoffe fundamental geändert. In Folge der strengeren chinesischen Einfuhrbeschränkungen sind die EU-Exporte nach Festlandchina (ohne Hongkong) zwischen 2016 und 2019 um fast 99 Prozent eingebrochen. Als alternative Absatzmärkte rückten vor allem Malaysia und die Türkei in den Fokus der Exporteure. Letztere avancierte 2019 sogar zum größten Abnehmer europäischer Altkunststoffe.
Wie aus aktuell von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Zahlen hervorgeht, haben die 28 im Jahr 2019 zur EU gehörenden Staaten im letzten Jahr insgesamt 1,72 Mio Tonnen Altkunststoffe im Wert von 360 Mio € in Länder außerhalb der Union (Drittstaaten) exportiert. Das waren elf Prozent weniger als im Vorjahr und markiert den niedrigsten Stand seit 2005.
Türkei nun Hauptzielland für EU-Exporte

Größter Abnehmer europäischen Altkunststoffs war 2019 erstmals die Türkei. Mit einem nochmaligen Zuwachs der EU-Importe um 52 Prozent auf 410.000 Tonnen schob sich das Land am Bosporus knapp vor Malaysia. Aber auch die Ausfuhr nach Malaysia bleibt trotz internationaler Kritik durch Umweltverbände und trotz Gegenmaßnahmen der malaysischen Regierung hoch und stagnierte im letzten Jahr bei 405.000 Tonnen.

Deutlich besser scheinen die Maßnahmen der vietnamesischen Regierung zu greifen. Importierte das Land in 2017 noch 250.000 Tonnen Altkunststoff aus der EU, waren es 2019 nur noch 44.000 Tonnen. Auch die EU-Lieferungen nach Indien, Indonesien und Taiwan sind im letzten Jahr deutlich gesunken. Hongkong nahm indes wieder knapp 30 Prozent mehr Altkunststoffe an.
Eine ausführliche Auswertung der europäischen Außenhandelsstatistik für Altkunststoffe lesen Sie lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 14/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

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Recycling- und Entsorgungswirtschaft europaweit als systemrelevant anerkennen

Die Dachverbände Euric und FEAD rufen angesichts der Coronakrise die Entscheidungsträger in ganz Europa auf, die essenzielle Rolle der Abfall- und Recyclingwirtschaft für den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt und für die Versorgung mit Sekundärrohstoffen anzuerkennen und sie deshalb als systemrelevante strategische Sektoren einzustufen.
In separaten Mitteilungen fordern die beiden Verbände die zuständigen Behörden auf, die Versorgung mit der erforderlichen Sicherheitsausstattung für die Mitarbeiter zu gewährleisten, die in der Müllabfuhr und dem Transport und der Behandlung von Abfällen tätig sind. Sie unterstreichen ebenso die Notwendigkeit, flexiblere Arbeitszeiten einschließlich Sonntagsarbeit zu ermöglichen und die Betreuung der Kinder von Mitarbeitern sicherzustellen.
Euric fordert die förmliche Anerkennung der kritischen und strategischen Rolle der Entsorgungs- und Recyclingindustrie in allen Mitgliedstaaten der EU, so wie es bereits in einigen von ihnen geschehen sei. An die EU-Kommission richtet die Dachorganisation der Recyclingwirtschaft den Aufruf, eine EU-weite Liste der strategischen und kritischen Sektoren aufzustellen und die Branche darin einzuschließen.

Grenzüberschreitenden Güterverkehr sicherstellen

Euric spricht sich auch für gezielte Ausnahmen von den normalen Regelungen in spezifischen Bereichen aus, darunter Handel und Logistik einschließlich grenzüberschreitender Güterlieferungen. Die Versorgung der noch laufenden europäischen Produktionsbetriebe z. B. in der Stahl-, Metall-, Kunststoff- und Papierindustrie mit Sekundärrohstoffen müsse gewährleistet werden. „Deshalb ist es absolut notwendig, die grenzüberschreitende Verbringung von Sekundärrohstoffen sicherzustellen, ob sie nun als Abfall oder als Produkt eingestuft sind“, so Euric.
FEAD unterstreicht die Bedeutung des grenzüberschreitenden Verkehrs mit Abfällen innerhalb der EU ebenfalls, auch angesichts der Tatsache, dass nicht alle Mitgliedstaaten über Behandlungsanlagen für alle Abfallarten verfügten. Bei notifizierten Verbringungen sollten Abweichungen von der Route zugelassen werden, wenn dies notwendig sei, um Lieferungen zu erleichtern, Verzögerungen an Grenzübergängen und Störungen der Kette zu vermeiden, empfiehlt der Dachverband, der die private Entsorgungswirtschaft vertritt.

Berechtigung für staatliche Beihilfen gefordert

Ein großer Teil der Recyclingunternehmen ist nach Angaben Eurics aktuell mit erheblichen wirtschaftlichen und Genehmigungsproblemen konfrontiert. Liquiditätsengpässe, die als Folge davon auftreten, „können rasch zu einer existenziellen Bedrohung für sie werden, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen“.
Der Verband fordert deshalb, die Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft zum Bezug staatlicher Beihilfen zu berechtigen, einschließlich Programmen für Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten wie zum Beispiel vorübergehenden Steuerbefreiungen und anderen Maßnahmen zur finanziellen Entlastung.

Coronakrise bringt Altkleiderbranche in große Bedrängnis

Die Coronakrise hat die Altkleiderbranche voll im Griff: Angesichts kaum noch planbarer Abläufe „fahren wir nur noch auf Sicht“, so ein großer Marktteilnehmer gegenüber EUIWD. Und: „Keiner weiß, wohin die Reise geht“. Die Maßnahmen fordern stündliche neue und flexible Anpassungen von Systemabläufen und Wirtschaftsvereinbarungen, bekräftigte auch der bvse-Fachverband Textilrecycling: „In diesen schwierigen Zeiten bauen die Alttextilunternehmen auf einen engen lösungsorientierten Dialog mit ihren Vertragspartnern“.
Der Wille zur Kooperation ist dem Vernehmen nach auf Seiten der Kommunen durchaus erkennbar. Demnach hätten manche Kommunen auch unter dem Aspekt der Entsorgungssicherheit die Zahlungsziele für manche Altkleider-Sammler bereits auf unbestimmte Zeit verlängert.
Über die Entwicklung der Sammelmengen gehen die Einschätzungen im Markt derzeit stark auseinander. Straßensammlungen seien abgesagt, über die vielfach geschlossenen Recyclinghöfe wird nichts mehr erfasst, so dass hierdurch Altkleidermengen in vielen Regionen stark zurückgehen. Andere wiederum registrieren deutlich höhere Sammelmengen: „Die Leute haben einfach mehr Zeit, ihre Schränke auszumisten.“

Absatz teilweise komplett weggebrochen

Auf der Absatzseite sieht es nach den Worten von Martin Wittmann, Vorsitzender des bvse-Fachverbands Textilrecycling, „noch düsterer aus“. Mittlerweile verhindern weltweit angeordnete Maßnahmen, wie Ausgangssperren und Versammlungsverbote, die Möglichkeiten, überhaupt noch Erlöse zu erzielen.
So müssen aufgrund behördlicher Anordnungen überall, auch in Osteuropa, Secondhand-Läden schließen. Damit fällt ausgerechnet der Absatz derjenigen Sortimente komplett weg, der in der Regel den größten Deckungsbeitrag liefert.
Den vollständigen Marktbericht für Alttextilien lesen Sie kommende Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 14/2020.

Aktuelles bei Wenner

  • 20. März 2020

    Aktuelle Information zur Corona-Krise

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  • 4. Februar 2020

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    Alle Pappenreste, die bei der Produktion von Kartonagen anfallen, sammeln wir in einem riesigen Container, denn bei 7 großen Stanzautomaten […]

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    Hier zählen für uns auch die kleinen Schritte zur CO2-Ersparnis, deshalb haben wir in diesem Jahr die Idee gleich zu […]

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    KARTON MIT KUNSTSTOFFFREIER ÖKOBARRIERE Verbraucher und Markenhersteller haben großen Bedarf angemeldet an nachhaltigeren Alternativen zu Plastikverpackungen und dies überall auf […]

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  • 8. Oktober 2019

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    der gemeinsam mit •   der Stadt Versmold, •   IGEV, der Interessengemeinschaft Einkaufsstadt Versmold •   IG-GV, der Interessengemeinschaft […]

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    Sie benötigen zeitnah Kartonagen für Ihre Waren, um diese geschützt zu Ihren Kunden oder zum Verbraucher zu transportieren und dann […]

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  • 20. August 2019

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