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BDSV: Schrottrecycler bisher mit „leicht blauem Auge“ durch die Krise gekommen

Die Stahlrecyclingindustrie wurde wie andere Branchen hart von der Corona-Pandemie getroffen. Produktionsstopps und Betriebsschließungen bei Kunden aus der Automobilindustrie und dem Maschinenbau führten im Frühjahr zu gravierenden Rückgängen beim Schrottaufkommen. Gleichzeitig waren die Schrottrecycler mit einem starken Absatzrückgang auf der Nachfrageseite konfrontiert, resümierte die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) heute im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich der komplett online ausgerichteten jährlichen Mitgliederversammlung.
Dennoch fällt das Fazit für die Branchenentwicklung in 2020 nicht so negativ aus wie unterjährig zeitweise zu befürchten war. Man sei mit einem nur „leicht blauem Auge“ durch die Krise gekommen, sagte BDSV-Referentin Daniela Entzian bei der Vorstellung einer aktuellen Verbandsumfrage. So seien die Mitgliedsunternehmen anders als in anderen Branchen bisher von Betriebsschließungen verschont geblieben.
Geholfen habe dabei vor allem die frühe Anerkennung der Recyclingbranche als systemrelevant zu Beginn der Coronakrise. 56 Prozent der befragten Schrottrecyclingbetriebe nutzten laut Umfrage das staatlich unterstützte Instrument der Kurzarbeit und nochmals 21 Prozent gaben an, weitere staatliche Hilfen in Anspruch genommen zu haben. Dadurch war es den Branchenunternehmen möglich, weitgehend auf einen Arbeitsplatzabbau zu verzichten. Nur 15 Prozent der Mitgliedsunternehmen haben laut BDSV demnach Mitarbeiter entlassen.

Ein Drittel der BDSV-Mitglieder rechnet für 2021 wieder mit besseren Geschäften

Nachdem Schrottangebot und -nachfrage in den Sommermonaten und insbesondere nach der Ferienzeit wieder deutlich zugenommen haben, blicken die BDSV-Mitgliedsunternehmen auch mit verhaltenem Optimismus auf 2021. So ist ein Drittel der befragten Schrottrecycler davon überzeugt, dass sich ihre Geschäftslage im nächsten Jahr bessern wird. Nur 13 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung und 54 Prozent mit einer gleichbleibenden Situation.

Im Vergleich zur Vorjahresumfrage hat sich die Stimmung damit deutlich gebessert. Denn bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie erwarteten seinerzeit zwei Drittel der Mitgliedsunternehmen unter dem Eindruck der konjunkturellen Eintrübung in den für den Handel wichtigen Branchen Automobil und Maschinenbau schlechtere Geschäfte in 2020.

Trotz dieser somit wieder besseren Aussichten, sei es aber verfrüht, Entwarnung zu geben, so Entzian. Auch die Hälfte der BDSV-Mitglieder erwartet eine Rückkehr des Schrottmarkts zum Vor-Corona-Niveau erst nach 2021. Hinzu kommt, dass sich die Branchenunternehmen abseits der Corona-Pandemie mit einer Vielzahl von weiteren Problemen konfrontiert sehen.
Den vollständigen Artikel zur BDSV-Mitgliederumfrage und zur Positionierung der Verbandsspitze lesen Sie in Ausgabe 46/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr, als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper – EUWID Recycling und Entsorgung

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