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Forderungen der Stahlwerke nach sinkenden Schrottpreisen stoßen auf großen Widerstand

Die Preisverhandlungen zwischen Schrotthandel und Stahlwerken in Deutschland zogen sich im Oktober lange, bis zum Ende der letzten Woche hin. Die Werke drängten angesichts eines schwächelnden Exports auf Preissenkungen, dem die Händler mit Verweis auf die nach wie vor eher knappe Schrottverfügbarkeit und den geringen Verhandlungsspielraum im Einkauf nicht folgen wollten. Letztlich blieb es bei zumeist unveränderten Preisen mit leichten Anpassungen nach unten und vereinzelt auch nach oben, in Abhängigkeit vom werksspezifischen Preisniveau des Vormonats.
Der Schrotthandel bekommt seine „Sandwich“-Position zwischen Stahlherstellung und Stahlverbrauch momentan besonders deutlich zu spüren. „An beiden Enden wird mit allen Mitteln versucht, die Margen auszubauen“, berichtet ein Händler. „Die Stahlwerke wollen trotz steigender Stahlpreise unbedingt Preisabschläge im Schrotteinkauf durchsetzen, um einen Teil der bis dato in 2020 angehäuften Verluste zu kompensieren.“
Auf der anderen Seite üben die großen Automobilkonzerne den Angaben zufolge derzeit großen Preisdruck auf ihre Zulieferer aus und spielen diese gegeneinander aus. „Wie die OEMs mit den Zulieferern und damit unseren Kunden umgehen, ist teilweise unter aller Würde“, „den letzten beißen die Hunde“, kritisierten Gesprächspartner mit deutlichen Worten das aktuelle Marktgeschehen, dass schon für einige Insolvenzen, vor allem bei den Gießereien, gesorgt habe.

Automobilbranche nimmt wieder Fahrt auf, Flugzeug- und Schiffsbau bleiben schwach

Die jüngste Mengenentwicklung beim Neuschrott gibt dem Handel aber Hoffnung auf einen guten Jahresausklang. Vor allem in der Automobilindustrie werde wieder mehr produziert und das Aufkommen an Produktionsschrotten nehme zu. Weiterhin mit großen Schwierigkeiten und einer geringen Auftragslage zu kämpfen haben laut Händlern dagegen der Maschinenbau sowie insbesondere der Luftfahrtsektor und der Schiffsbau. Die Auslastung der Schrotthandelsbetriebe ist daher weiterhin stark vom individuellen, regionalen Kundenstamm abhängig.

Den vollständigen Bericht zum deutschen Stahlschrottmarkt inklusive der Preisangaben lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 43/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen der Bericht sowie die Preistabelle schon jetzt online zur Verfügung:

EUWID Preisspiegel Stahlschrott Deutschland

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