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Aufkommen an Siedlungsabfall steigt weltweit deutlich an

Das Aufkommen an Siedlungsabfällen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das hat der Präsident der International Solid Waste Association (ISWA), Antonis Mavropoulos, Ende September bei der Online-Konferenz “Rethinking Waste” kundgetan.
Mavropoulos präsentierte bei der Konferenz einige Zahlen aus der Neuauflage des zusammen mit dem UN-Umweltprogramm erstellten Berichts „Global Waste Management Outlook“ (GWMO). Der Bericht war zuletzt 2015 erschienen und soll in diesem Jahr aktualisiert werden. Demnach sind im vergangenen Jahr weltweit rund 2,7 Mrd Tonnen Siedlungsabfall angefallen, etwa 700 Mio Tonnen oder 35 Prozent mehr als 2014.
Mavropoulos zufolge steigt das Aufkommen an Siedlungsabfällen damit deutlich schneller, als das Gesamtabfallaufkommen. So sollen im vergangenen Jahr weltweit insgesamt rund  20 Mrd Tonnen Abfall angefallen sein. 2014 waren es rund 18 Mrd Tonnen. Das entspricht einem Anstieg um rund zehn Prozent und korreliert mit dem weltweiten Wirtschaftswachstum: ISWA zufolge stieg das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im selben Zeitraum um 12,5 Prozent. Die Weltbevölkerung stieg zudem von 7,3 Mrd Menschen auf 7,7 Mrd Menschen, was einem Anstieg von 5,4 Prozent entsprach. 

Die Menschheit wächst, verbraucht mehr Ressourcen und erzeugt mehr Abfall

Das globale Wachstum wiederum ging einher mit einem Anstieg des Ressourcenverbrauchs um 17,0 Prozent sowie einer Zunahme des Energieverbrauchs um 7,6 Prozent. Mit anderen Worten: Die Weltbevölkerung wächst, verbraucht dabei immer mehr Energie und Ressourcen und erzeugt immer mehr Abfälle. Diese Abfälle werden nur in den wenigsten Fällen stofflich oder energetisch verwertet beziehungsweise fachgerecht behandelt.
 
Überhaupt: Von einer „Kreislaufwirtschaft“ ist die Menschheit global betrachtet weiter weg als vor fünf Jahren. Insbesondere von den Siedlungsabfällen landen immer mehr Abfälle unkontrolliert auf Müllkippen oder werden offen verbrannt. Der Grund ist der rasante Anstieg des Abfallaufkommens. Denn den im Vergleich zu 2014 zusätzlichen 700 Mio Tonnen Siedlungsabfall steht lediglich eine zusätzliche Entsorgungsinfrastruktur für 243 Mio Tonnen Siedlungsabfall gegenüber. Für das Delta von 457 Mio Tonnen gibt es demnach keine Entsorgungsanlagen.

Jede fünfte Tonne Siedlungsabfall landet unkontrolliert auf einer Müllkippe

Im vergangenen Jahr sind daher rund 565 Mio Tonnen Siedlungsabfall irgendwo hingekippt worden. Diese Müllkippen („Dumpsites“) verseuchen und entwerten früher oder später entweder die im Prinzip fruchtbaren Böden oder die Abfälle werden über kurz oder lang über Verwehungen in die Flüsse und damit in die Weltmeere eingetragen. Ebenso viele Abfälle sind laut ISWA im vergangenen Jahr offen verbrannt worden – mit entsprechenden gesundheitlichen Folgeschäden.
Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 42/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung.

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