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Streik bei der Stadtreinigung Hamburg – Verdi erhöht Druck im Tarifstreit

Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst geht in die heiße Phase. Nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi am vergangenen Wochenende den eigenen Angaben zufolge zu Warnstreiks aufgerufen. Seit Dienstag, den 22. September, kommt es so zu vereinzelten Streiks unter Coronabedingungen in Deutschland. Auch die Entsorgungsbranche ist zum Teil davon betroffen.
Für heute hat Verdi insgesamt mehr als 5.000 Tarifbeschäftigte bei der Stadtreinigung Hamburg als auch der Port Authority dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Auch am morgigen Samstag soll der Arbeitskampf bei der Stadtreinigung mit dem Schwerpunkt auf Recyclinghöfen weitergehen. In Hamburg sind insgesamt rund 45.000 Beschäftige von dieser Tarifrunde betroffen. Auch in anderen Regionen Deutschland kam es bereits zu Streiks in der Entsorgungsbranche. So sollen laut Verdi Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bei den Recyclinghöfen in Unna und Duisburg sowie in der Entsorgung in Remscheid gestreikt haben.

Verdi-Vorsitzender Frank Werneke kritisiert „Verzögerungstaktik“ der kommunalen Arbeitgeber

„Die öffentlichen Arbeitgeber haben sich zwei Runden lang eingemauert. Von Respekt und Anerkennung gegenüber den Beschäftigten war nichts zu spüren“, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke nach dem Ende der zweiten Verhandlungsrunde. Damit seien Warnstreiks unvermeidlich.
Werneke kritisiert die „Verzögerungstaktik“ der kommunalen Arbeitgeber und zeigte sich enttäuscht vom schleppenden Verlauf der Verhandlungen. Die Arbeitgeberseite habe auch in dieser Runde kein Angebot vorgelegt. Gleichzeitig beharren sie auf eine Laufzeit bis 2023. Ihnen sei der Ernst der Situation nicht bewusst. Daher sei der Arbeitskampf unvermeidlich, um den festgefahrenen Verhandlungen wieder Schwung zu geben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

Verdi fordert Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent

Verdi fordert für die rund 2,3 Mio Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 € pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungs- und Praktikantenentgelte sollen um monatlich 100 € angehoben werden. Des Weiteren ist eine zentrale Forderung der Gewerkschaft die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit. Ebenso soll das Thema der Entlastung der Beschäftigten in den Tarifverhandlungen behandelt werden, heißt es von Verdi.
Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kritisierte die Warnstreiks. „Wir lehnen es rigoros ab, dass die Menschen in unseren Kommunen durch Streiks in Mitleidenschaft gezogen werden – gerade in einer Zeit, in der in vielen Teilen der Wirtschaft Insolvenzen und der Verlust von Arbeitsplätzen drohen“, sagte VKA-Hauptgeschäftsführer Niklas Benrath der Düsseldorfer Rheinischen Post. Zum jetzigen Zeitpunkt seien aus seiner Sicht Streiks unverhältnismäßig. (eigener Bericht / dpa)
Den kompletten Bericht lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 40/2020. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr, als E-Paper zur Verfügung:

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