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Prognos: Verbrenner auch 2040 noch ausgelastet

Die Müllverbrennungsanlagen und Ersatzbrennstoff-Kraftwerke in Deutschland werden auch im Jahr 2040 noch ausgelastet sein. Zu diesem Ergebnis kommen das Beratungsunternehmen Prognos und der Wissenschaftler Martin Faulstich in einer im Auftrag der Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) erstellten Untersuchung zu den künftigen Kapazitäten und Mengenpotenzialen.

Auf Basis der unter anderem von Destatis und dem Umweltbundesamt veröffentlichten Zahlen für das Jahr 2017 errechneten die Berater von Prognos zusammen mit dem inzwischen an der TU Dortmund lehrenden Faulstich ein Status-Quo-Szenario für das Jahr 2040. In diesem Szenario wurden insbesondere Annahmen über die konjunkturelle und demographische Entwicklung berücksichtigt, ansonsten aber davon ausgegangen, dass in der abfallwirtschaftlichen Praxis alles mehr oder weniger so bleibt wie es ist.

Demnach standen 2017 mit einem thermisch zu behandelnden Abfallaufkommen von rund 34,51 Mio € in etwa ebenso viele Verbrennungskapazitäten in klassischen Müllverbrennungsanlagen, Ersatzbrennstoff-Kraftwerken sowie Zemenentwerken und Kohlekraftwerken gegenüber. Im Status-Quo-Szenario – in dem für Deutschland von einem moderaten Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 1,2 Prozent sowie einer Fortschreibung der demographischen Entwicklung ausgegangen wird – steigt das Abfallaufkommen deutlich um 2,25 Mio Tonnen an.

Gegenläufige Entwicklungen heben sich zum Teil auf

Die Fortschreibung des Status Quo dient als Referenz für die anderen Szenarien, die von einer deutlichen Steigerung des Recyclings ausgehen beziehungsweise die Umstellung der Berechnung der Recyclingquote für Siedlungsabfälle berücksichtigen. In diesen Szenarien sinkt der thermisch zu behandelnde Abfall zum Teil deutlich: Über sechs Mio Tonnen landen im progressivsten Szenario weniger in den thermischen Abfallbehandlungsanlagen.
Doch dieser Rückgang wird zum Teil durch gegenläufige Entwicklungen bei anderen Abfällen ausgeglichen: So gegen Prognos und Faulstichin der Studie davon aus, dass künftig andere Abfallfraktionen stärker in die Thermik drücken, neben Klärschlamm etwa die Schredderleichtfraktion aus der Altfahrzeugaufbereitung, Feinfraktionen aus gemischten Bau- und Abbruchabfällen sowie POP-haltige Abfälle. Gleichzeitig sinken die Behandlungskapazitäten, unter anderem durch den Kohleausstieg und die Schließung beziehungsweise Umwidmung von mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen.
Rechnet man sämtliche Faktoren gegeneinander auf, könnten – trotz einer Steigerung des Recyclings – im Jahr 2040 sogar Kapazitäten für die thermische Abfallbehandlung in Deutschland fehlen: Bei einer für Revisionen benötigten Kapazitätsreserve von fünf Prozent kommen Prognos und Faulstich auf eine fehlende Behandlungskapazität von rund 0,8 Mio Tonnen im Jahr 2040.
Einen ausführlichen Artikel zur Studie lesen Sie in Ausgabe 35/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung.

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