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ZSVR: Hersteller sollen mehr Kunststoff-Rezyklate einsetzen

Die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) schlägt Alarm. „Die aktuell geringe Nachfrage nach Kunststoff-Rezyklaten führt bei mehreren Recyclingbetrieben zur Existenzfrage“, warnt die Chefin der Stiftung, Gunda Rachut, am Freitag in Osnabrück. „Die Hersteller müssen gegensteuern und die Lücken zügig schließen. Kostenargumente allein greifen deutlich zu kurz.“
Die Recyclingbranche befindet sich seit mehreren Jahren in einer angespannten Situation, da recyceltes Material unter anderem wegen der Wiederaufbereitungsschritte teurer ist, sagt Rachut. Die Corona-Pandemie habe zu einer dramatischen Verschärfung geführt. Hinzu komme jetzt, dass die Märkte für Rezyklate eingebrochen sind. Der Preis für Rohöl als Grundstoff für Kunststoffprodukte erreiche immer neue Tiefststände. Entsprechend werde Neuware immer billiger und die Preisdifferenz zu den Rezyklaten wachse weiter an.
Die ZSVR kontrolliert die Recyclingquoten und schlägt Alarm: „So können die vom Verpackungsgesetz vorgegebenen Recyclingquoten nicht eingehalten werden. Wenn die verantwortlichen Hersteller und Abfüller den Rezyklateinsatz nicht deutlich steigern, muss der Gesetzgeber sie zwingen.“ Die hohen Recyclingquoten bräuchten eigentlich zusätzliche Infrastruktur, sagte Rachut. „Doch angesichts der derzeitigen Lage gibt es keine Investitionen, und Pioniere des Kunststoffrecyclings stehen vor dem Aus.“
Rachut mahnte eine engere Zusammenarbeit aller Akteure des Wertstoffkreislaufes an, damit die im Verpackungsgesetz festgelegten Quoten auf dem Weg zu einem funktionierenden Recyclingmarkt erreicht werden können. Sie sieht vor allem die Hersteller gefordert. Das gesamte System stehe vor einer Bewährungsprobe. Andernfalls fordere der schwere „Corona-Rucksack“ möglicherweise auch ökonomische Opfer in der Recyclingbranche. Von allen Beteiligten seien überdurchschnittliche Anstrengungen gefordert, die Recyclingziele auch tatsächlich zu erreichen.

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