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Rohstahl-Statistik zeigt Corona-Schock: Weltweit bricht Output ein – aber China wächst

Nachdem die Weltstahlproduktion 2019 noch einen neuen Rekordstand erreicht hatte, lassen der Ausbruch der Corona-Pandemie und die eingeleiteten Gegenmaßnahmen die Produktionszahlen in diesem Jahr in vielen Ländern regelrecht einbrechen. Das zeigt die gestern vom Weltstahlverband Worldsteel veröffentlichte Produktionsstatistik für das erste Halbjahr 2020. Auffällig dabei sind die geringen Auswirkungen der Coronakrise auf die chinesische Rohstahlproduktion. Das Land hat sich offenbar vom Lockdown am Jahresbeginn schnell erholt und konnte nach sechs Monaten letztlich die Vorjahresproduktion sogar übertreffen.
Insgesamt wurden zwischen Januar und Juni in den 64 an Worldsteel meldenden Ländern rund 873 Mio Tonnen Rohstahl erzeugt. Das waren sechs Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Wie in den Vormonaten weist der Weltstahlverband aber darauf hin, dass die veröffentlichten Zahlen aufgrund der fortdauernden Probleme durch die Corona-Pandemie vielfach nur geschätzt sind und in den Folgemonaten nochmals revidiert werden könnten.
Mit 499 Mio Tonnen wurden im ersten Halbjahr 57 Prozent der weltweiten Stahlproduktion von der Volksrepublik China erzeugt. Das waren 1,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im jüngsten Berichtsmonat Juni lag der Output Chinas sogar 4,5 Prozent höher als im Vorjahr, während Worldsteel weltweit einen Produktionsrückgang von sieben Prozent meldete.

Zweistellige Produktionsrückgänge in der EU, USA, Indien und Japan

Von den größten Stahl produzierenden Ländern und Regionen verzeichneten im ersten Halbjahr Europa, die USA, Indien und Japan die höchsten Produktionseinbußen. Laut Worldsteel lag der Ausstoß der EU (noch inklusive Großbritanniens) bei nur noch 68,3 Mio Tonnen. Das waren 15,7 Mio Tonnen bzw. fast 19 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2019. Zu den negativen Spitzenreitern gehörten Spanien und Frankreich, die jeweils einen Rückgang der Erzeugungsmenge um knapp 26 Prozent verzeichneten.

In Deutschland wurden im ersten Halbjahr den Angaben zufolge 17,5 Mio Tonnen Rohstahl und damit 16 Prozent weniger als im Vorjahr produziert. In Schweden, das auf Lockdown-Maßnahmen verzichtet hatte, betrug der Produktionsrückgang dagegen nur 7,8 Prozent.
Für die USA meldet Worldsteel ein Minus der Stahlproduktion um 18 Prozent auf rund 36,2 Mio Tonnen. In Indien wurden 43,1 Mio Tonnen und damit 24 Prozent weniger Rohstahl produziert und auch in Japan sank der Output von 51,1 auf 42,2 Mio Tonnen zweistellig.

Nur moderater Rückgang in Russland und der Türkei

Verhältnismäßig moderat fiel der Produktionsrückgang dagegen in Russland und der Türkei aus. Die russischen Stahlwerke erzeugten zwischen Januar und Juni den Angaben zufolge 35,3 Mio Tonnen Rohstahl und die türkischen Werke 16,3 Mio Tonnen. Das waren nur drei bzw. vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Iran zählte neben China zu den wenigen Ländern, die ihre Produktion im Berichtszeitraum steigern konnten. Das Plus fiel mit zehn Prozent auf 13,9 Prozent sogar besonders hoch aus.

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