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China rückt wieder in den Fokus für Recyclingwirtschaft

Experten aus der Recyclingwirtschaft erwarten, dass China eine Schlüsselrolle für die Sekundärrohstoffmärkte nach der Coronakrise spielen wird. Aber die Rolle wird möglicherweise anders sein als zuvor, weil internationale Konzerne ihre Abhängigkeit von der Produktion in China hinterfragen.
Im “globalen eForum” des Weltrecyclingverbands BIR über Handelsfragens sprach Tom Bird, der Präsident der Organisation, von einer Tendenz, industrielle Produktionsaktivitäten aus China wieder zurück in die ursprünglichen Länder zu verlagern. “Ich glaube, dass dies das Hauptthema wird, wenn das alles vorbei ist”, so Bird.

Regionale Beschaffung minimiert Risiken

David Chiao vom US-Metallrecycler Uni-All Group wies in der Konferenz auf Parallelen zur Standortverlagerung von Industrieunternehmen aus Japan in den 1960er und 1970er Jahren hin. Joost van Kleef of Oryx Stainless berichtete mit Blick auf den Handel mit rostfreien Stahlschrotten, dass in der Krise Material für den Einsatz in Europa innerhalb des Kontinents gekauft wurde. Die regionale Beschaffung sei ein Mittel, um in unsicheren Zeiten Risiken zu vermindern.
Max Craipeau vom Hongkonger Unternehmen Greencore Resources Ltd berichtete, dass er mit japanischen Kunden zusammenarbeite, die in China operierten, aber an der Nutzung des Recyclingwerks von Greencore in Indonesien interessiert seien, weil ein Umzug ihrer eigenen Aktivitäten längere Zeit in Anspruch nehme. Der Zeitbedarf für solche Verlagerungen liegt nach seinen Angaben in einer Größenordnung von mehreren Monaten bis Jahren.

Verlagerung der Produktion dauert mehrere Jahre

Auch Mark Sellier vom Global Metals Network unterstrich, dass eine Verlagerung von Produktionsaktivitäten mehrere Jahre in Anspruch nehme. Auf kurze Sicht sieht er als ein ernsteres und direkt mit der Coronakrise in Zusammenhang stehendes Problem die Arbeitslosigkeit in China und wie sich die Wirtschaft des Landes erhole.
“Es wird ein Konjunkturpaket von der chinesischen Regierung geben, aber wie werden sie dafür bezahlen, was wird aus dem Renminbi werden und wie wird sich das auf die Gesamtdynamik der chinesischen Gesamtwirtschaft auswirken?” Die nächsten Monate würden sehr interessant werden, so Sellier.
Mehr zum globalen eForum des Weltrecyclingverbandes BIR lesen Sie in Ausgabe 24/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung.

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