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Massiver Anstieg der deutschen Ersatzbrennstoff-Importe im März

Deutschland hat im ersten Quartal 2020 mit 106.800 Tonnen exakt die gleiche Menge Ersatzbrennstoffe aus England importiert wie im Vorjahr. Ein genauerer Blick auf die von der britischen Umweltbehörde Anfang Mai veröffentlichten Daten zeigt allerdings, dass die Einfuhren nach einer tendenziell stagnierenden bis leicht rückläufigen Entwicklung in den ersten beiden Jahresmonaten im März wieder sprunghaft angestiegen sind.
Wie aus Marktkreisen zu hören, ist das hiesige Aufkommen an Gewerbeabfällen für die thermische Verwertung (AzV) bereits seit Jahresbeginn rückläufig, was sich durch den Ausbruch der Coronakrise allerdings deutlich verschärft hat. Dies könnte den Bedarf für Abfallimporte erhöht haben.

MHKW Essen-Karnap mit hohem Importbedarf

Mit rund 50.000 Tonnen importierten die deutschen Verbrennungsanlagenbetreiber im März der Statistik zufolge annähernd genauso viel Ersatzbrennstoff (EBS) aus England wie im Januar und Februar zusammen. Vor allem RWE mit seiner Anlage in Essen-Karnap hatte offenbar einen größeren Importbedarf. In den vorangegangen zwölf Monaten hatte RWE im Durchschnitt 3.600 Tonnen und nie mehr als 7.000 Tonnen EBS pro Monat aus England importiert. Allein im März waren es nun aber rund 27.500 Tonnen.

Vergleichbar deutliche Abweichungen von der bisherigen Entwicklung der Importzahlen sind bei den anderen Anlagenbetreibern indes nicht feststellbar. Zwar zeigt die Statistik, dass die britischen EBS-Lieferungen an die Bremer swb-Gruppe und die Interargem-Tochter Enertec Hameln in den ersten drei Monaten ebenfalls insgesamt leicht zugenommen haben. Deutschlands größter Abfallverbrenner EEW importierte im ersten Quartal 2020 dagegen etwas weniger EBS als im Vorjahr.

Englische EBS-Exporte tendenziell rückläufig

Insgesamt zeigen die von der britischen Umweltbehörde veröffentlichten Zahlen eine rückläufige Entwicklung bei den britischen Ersatzbrennstoff-Exporten. So summierten sich die Lieferungen auf das europäische Festland zwischen Januar und März auf 614.000 Tonnen. Daraus ergibt sich ein Monatsdurchschnitt von 205.000 Tonnen. Im letzten Jahr lagen die Ausfuhren dagegen noch bei durchschnittlich 219.000 Tonnen pro Monat, im ersten Quartal 2019 sogar bei 272.000 Tonnen.

Hauptabnehmer für englischen Ersatzbrennstoff bleiben die Niederlande. Allerdings sind die Lieferungen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum massiv von 354.000 Tonnen auf 209.000 Tonnen stark gesunken, was mit der seit Jahresbeginn von den Niederlanden erhobenenImportsteuer für Verbrennungsabfälle zusammenhängen dürfte. So zeigt die Statistik der britischen Umweltbehörde, dass etwa Veolia seine EBS-Exporte aus England nahezu komplett eingestellt hat. 
Die vollständige Auswertung der englischen Ausfuhrstatistik für Ersatzbrennstoffe lesen Sie lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 20/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper – EUWID Recycling und Entsorgung

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