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Titandioxid: Verpackungsabfälle sind von Einstufung als karzinogen nicht betroffen

Auf die Entsorgung von Verpackungsabfällen hat die Einstufung von Titandioxid als karzinogen bei Einatmen keinen Einfluss. Zu diesem Ergebnis kommt die Rechtsanwaltskanzlei Kopp-Assenmacher & Nusser in einer aktuellen Mandanteninformation zur Bewirtschaftung Titandioxid-haltiger Abfälle. Zwar gebe es für die Abfallarten Verpackungen aus Kunststoff und gemischte Verpackungen einen entsprechenden Spiegeleintrag im Anhang der Abfallverzeichnisverordnung (AVV). Doch der führe im Falle von Titandioxid nicht zu einer Einstufung als gefährlicher Abfall, heißt es in dem Informationsschreiben.
Denn beim Abfallschlüssel 15 01 10* gehe es um „Verpackungen, die Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind“. Der Titandioxid-Gehalt in den Kunststoffverpackungen sei jedoch kein „Rückstand“ eines gefährlichen Stoffes, denn damit seien Rückstände des Produkts gemeint, das sich in der Verpackung befand. Das Verpackungsmaterial selbst falle jedoch nicht darunter. Darüber hinaus sei der Titandioxid-Gehalt in den Kunststoffverpackungen keine „Verunreinigung“ durch einen gefährlichen Stoff.

Sperrmüll ebenfalls nicht betroffen

Auch andere Abfallarten sind trotz ihres Titandioxid-Gehalts nicht von der Einstufung als teilweise karzinogen betroffen. So werden beispielsweise mit titandioxidhaltigen Chemikalien behandelte Möbel – beispielsweise mit Farbanstrichen, Lackierungen oder sonstigen Beschichtungen – in aller Regel als Sperrmüll entsorgt.
Für den Sperrmüll-Abfallschlüssel 20 03 07 gibt es keinen Spiegeleintrag, das heißt, diese Abfallart gilt grundsätzlich als nicht gefährlich. Daher habe die teilweise Karzinogen-Einstufung von Titandioxid keine Auswirkungen auf die Entsorgung von Sperrmüll. Entsprechendes gelte für vergleichbare Abfälle, die ebenfalls als Sperrmüll entsorgt werden.
Den vollständigen Bericht zur Einschätzung lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 15/2020. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht das Interview bereits in unserem E-Paper zur Verfügung:

E-Paper – EUWID Recycling und Entsorgung

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