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Prezero Dual: Droht dem System der Schwarz-Gruppe das vorläufige Aus?

Droht Prezero Dual, dem dualen System der Lidl- und Kaufland-Mutter Schwarz, das vorläufige Aus? Wer bundesweit Produkte vertreibt, muss die Verpackungen bei einem bundesweit genehmigten dualen System beteiligen. Auf diese Kurzformel lässt sich der Inhalt eines aktuellen Schreibens der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) bringen. Die Konsequenz daraus könnte fatal sein, vor allem für Prezero Dual.
Denn das System der Schwarz-Gruppe hätte mit solchen Verpackungen zu Jahresbeginn gar nicht den Systembetrieb aufnehmen dürfen, da es nicht in allen 16 Bundesländern genehmigt ist. Beim Neckarsulmer Systembetreiber stößt diese Sichtweise der Behörde auf Verwunderung.

Notbremse nach sechs Wochen

Tatsächlich ist Prezero Dual seit Jahresbeginn in sieben Bundesländern aktiv und hat dafür Verpackungen für Produkte lizenziert, die bei Lidl und Kaufland vertrieben werden. Die Mengen wurden für das erste Quartal 2020 gemeldet und die Anteile von der Zentralen Stelle veröffentlicht.
Gut sechs Wochen später zieht die Zentrale Stelle mit ihrem Brief überraschend die Notbremse. Anlass dafür waren Fragen der Systembetreiber an die Zentrale Stelle von Mitte Dezember zur Marktanteilsberechnung und Aufnahme des operativen Systembetriebs. Darin macht die Behörde nun ihre Rechtsauffassung in “Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt” klar: Ein Hersteller dürfe sich nur an einem System beteiligen, das sein komplettes Einzugsgebiet abdeckt.
Sofern die Verpackungen des Herstellers in sämtlichen Bundesländern in Verkehr gebracht werden, muss das System ebenfalls in sämtlichen Bundesländern genehmigt sein und eine flächendeckende Erfassung und Verwertung sicherstellen, z.B. durch Beteiligung an den Sammelstrukturen. Demnach dürfte Prezero Dual nur Verpackungsmengen von Firmen unter Vertrag nehmen, deren Produkte nur in den Bundesländern vertrieben werden, für die der Systembetreiber eine Genehmigung hat.  
Bis zu dem aktuellen Schreiben der Behörde habe es keinerlei Anzeichen dafür gegeben, dass der Systemstart womöglich als ein unzulässiger Frühstart angesehen werden könnte, hieß es. In den anderen neun Bundesländern hatten Lidl und Kaufland ihre Verpackungsmengen beim Systembetreiber Noventiz unter Vertrag gegeben. Aktuell ist Prezero Dual in zwölf Bundesländern als duales System genehmigt.

Prezero Dual: Halten am Plan fest

Die Sichtweise der Zentralen Stelle sorgt in der Branche für Überraschung und bei Prezero Dual für erhebliches Unverständnis. Systembetreiber sprachen von einer “Bombe”. Auf Anfrage von EUWID erklärte Prezero Dual: „Den Start von Prezero Dual und unsere Planungen haben wir den vergangenen Monaten sehr eng mit der Zentrale Stelle abgestimmt. Die Art und Weise unseres Markteintritts ist in der Branche der dualen Systeme nicht neu. Andere Systeme sind in der Vergangenheit ähnlich gestartet. Wir sind überzeugt davon, dass wir als starker Partner die Stellung der dualen Systeme im Markt insgesamt stärken werden und halten an unseren Plänen fest.”
Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 09/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung.

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