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Gunda Rachut: Defizite von 25 Jahren nicht in neun Monaten aufzuarbeiten

Die Chefin der Zentralen Stelle Verpackungsregister, Gunda Rachut, äußert sich im Interview mit EUWID zur Lage des Verpackungsrecyclings in Deutschland, geht auf den Stand der Quotenerreichung ein, nimmt Stellung zu möglichen Förderinstrumenten und erklärt, warum die aktuelle Diskussion über Kunststoffe nicht hilfreich ist.
Frau Rachut, Deutschland galt lange Zeit als Weltmeister im Verpackungsrecycling – wie stehen wir derzeit im internationalen Vergleich da?
Jeder Mensch, der ins Ausland in den Urlaub fährt, bekommt mit, dass die Getrenntsammlung international zwar ausgebaut wird, aber immer noch kein Vergleich zur haushaltsnahen Sammlung in Deutschland darstellt. Hier werden alle Verpackungen, unabhängig von der Recyclingfähigkeit, gesammelt und die privatwirtschaftliche Lösung muss beweisen, dass sie die Recyclingquoten schafft. Diese sind mit dem VerpackG deutlich anspruchsvoller geworden und sicherlich kein Selbstläufer. Sie werden möglicherweise auch nicht auf Anhieb geschafft, was zeigt, dass die Umweltpolitik hohe Anstrengungen bei Innovation und Investition einfordert.
Der Importstopp Chinas erhöht die Herausforderung: Nicht, weil bislang Kunststoffe aus dem dualen System nach China geliefert wurden – das gehört in den Bereich „Mythen und Märchen“. Sondern die qualitativ hochwertigeren Gewerbekunststoffe, bei denen die Chinesen bislang die Sekundärrohstoffmärkte mit unerreichbaren Zuzahlungen leergekauft haben, drängen nun wieder auf die europäischen Märkte. Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, in denen in Deutschland die Folienrecycler um ihr Überleben gekämpft haben, weil sie bei den horrenden Zuzahlungen aus dem chinesischen Markt nicht mithalten konnten. Jetzt sind diese Recycler vom europäischen Markt verschwunden und die Kapazitäten müssen mühsam wiederaufgebaut werden. Die Gewerbekunststoffe konkurrieren mit den Kunststoffen aus dem dualen System, das führt letztendlich zu höheren Kosten im System. Das ist oft schwer, dies den zahlenden Herstellern zu vermitteln.
Aber die Systeme werden alles geben, um die Recyclingquoten zu erfüllen. Alternativ drohen Bußgelder und Gewinnabschöpfungen, das ist im Ergebnis deutlich teurer als die Quoten zu erfüllen.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Gunda Rachut in Ausgabe 44/2019 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht das Interview ab Dienstag 14.00 Uhr im E-Paper zur Verfügung.

E-Paper – EUWID Recycling und Entsorgung

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