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MVA: Klimaschutz mit Wasserstoff und CO2-Rückgewinnung

Die Herstellung von Wasserstoff und die Rückgewinnung von Kohlendioxid aus den Abgasen entwickeln sich zunehmend zu den Kernstrategien der Betreiber von Müllverbrennungsanlagen im Klimaschutz. Das wurde auf der VDI-Konferenz Thermische Abfallbehandlung in der vergangenen Woche in Würzburg deutlich. Unterstützung hierfür kommt unter anderem aus der Wissenschaft.
Michael Carus vom Nova Institut in Hürth stellte ein Konzept vor, bei dem Kohlenstoff zwischen der Technosphäre, der Biosphäre und der Atmosphäre zirkuliert. Die „Renewable Carbon“ genannte Idee betrachtet den im CO2 gebundenen Kohlenstoff als einen Rohstoff, der für industrielle Prozesse beispielsweise in der chemischen Industrie benötigt wird, der aber zum Schutz des Klimas nicht mehr aus der Geosphäre gewonnen, sondern aus Abgasen rezykliert werden sollte. „Der Begriff Dekarbonisierung macht vor diesem Hintergrund keinen Sinn“, sagte Carus und warb dafür, bei industriellen Prozessen von „Renewable Carbon“ zu sprechen, um die Herkunft der verwendeten Kohlenstoff-Verbindung in den Mittelpunkt zu rücken.
Damit das System funktioniert, wird ausreichend grüner Wasserstoff benötigt, also H2, das ebenfalls mit erneuerbaren Energien per Elektrolyse Wasserstoff aus Wasser gewinnt. Im Klimaschutzpaket der Bundesregierung spielt auch Wasserstoff eine Rolle – und dass bis Ende des Jahres eine nationale Wasserstoffstrategie erarbeitet werden soll, wurde von den meisten Referenten und Teilnehmern der Konferenz positiv aufgenommen.

ITAD tritt „Initiative Get H2“ bei

Doch die Produktion von grünem Wasserstoff ist nicht nur auf sehr viel erneuerbaren Strom angewiesen, sondern benötigt darüber hinaus eine Infrastruktur für den Transport. Aus diesem Grund haben Wirtschafts-Schwergewichte wie RWE, Salzgitter, Deutsche Post, BASF und Siemens mit zahlreichen anderen assoziierten Partnern die „Initiative Get H2“ ins Leben gerufen. Die Plattform will eine bundesweite Wasserstoffinfrastruktur aufbauen, um das hergestellte H2 möglichst kostengünstig transportieren zu können.

Martin Treder von der Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) berichtete in Würzburg, dass der Verband dieser Initiative beigetreten ist. Ziel ist es, die Müllverbrennungsanlagen in Deutschland an das bundesweite H2-Netz anzuschließen. Treder präsentierte in Würzburg eine Karte, die ITAD und der Gasnetzbetreiber Nowega erstellt haben. Sie zeigt die in der ITAD organisierten Thermischen Abfallbehandlungsanlagen einerseits und das geplante Wasserstoff-Netz andererseits. Zahlreiche MVA liegen demnach in unmittelbarer Nähe des Wasserstoff-Netzes, andere sind deutlich davon entfernt. Treder zufolge handelt es sich bei dem auf der Karte dargestellten Netz allerdings um eine „Vision“.
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