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Prezero einigt sich mit Verdi auf neuen Tarifvertrag

Der zur Schwarz-Gruppe gehörende Entsorger Prezero und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf die Inhalte eines neuen Tarifvertrags geeinigt. Die Vereinbarung sieht bundesweit einheitliche Standards für 1.500 Beschäftigte vor und beinhaltet unter anderem einen Einstiegslohn von über zwölf € pro Stunde. Die Unterzeichnung des Vertrags wird für das erste Quartal 2020 angestrebt. Bis dahin müssten aber noch Gespräche und Verhandlungen mit den Betriebsräten vor Ort geführt werden. Die Laufzeit des Vertrags soll dann bei zwei Jahren liegen.
Konkret sieht der Entgelttarifvertrag beim Einstiegslohn eine Eckvergütung ab 12,33 € pro Stunde für ungelernte Tätigkeiten vor. Bisher liegen die Löhne bei Prezero ähnlich wie in anderen Branchenunternehmen für vergleichbare Tätigkeiten zum Teil „weit unter“ der Marke von zwölf €, erklärte Personalleiter Oliver Vossenberg. Wie hoch die Lohnerhöhung für die Beschäftigten durch den neuen Tarifvertrag tatsächlich ausfällt, könne aber erst nach der Eingruppierung genau festgestellt werden.
Die tarifliche Arbeitszeit soll bei 38 Stunden in der Woche bzw. 165 Stunden im Monat liegen. Da in der Logistik jedoch Arbeitszeiten von 195 Stunden im Monat üblich seien, habe man im Tarifvertrag einen Arbeitszeitkorridor eingeführt, um die dafür notwendige Flexibilität herzustellen, erklärte Gerd Walter, Landesfachgruppenleiter Entsorgung bei Verdi in NRW. Mit dem Korridor wolle man zum einen Transparenz bei den Arbeitszeiten herstellen und zum anderen für eine Vereinheitlichung der bisher sehr unterschiedlichen Arbeitszeitregelungen sorgen, ergänzte Personalleiter Vossenberg.
Rund 1.500 Prezero-Beschäftigte sollen unter den neuen Tarifvertrag fallen. Wichtig sei dem Unternehmen die bundesweit einheitliche Lohnstruktur des Vertrags, die dafür sorge, dass man den Grundsatz „Gleiche Arbeit für gleiches Geld“ erfülle, betonte Vossenberg. Lohnunterschiede zwischen Ost und West gibt es damit künftig bei Prezero nicht mehr.

Neue Eingruppierungsmerkmale sollen Qualifikation besser abbilden

Prezero und Verdi hoben vor allem die Änderungen bezüglich der Eingruppierungsmerkmale hervor. Diese würden den Tätigkeitsprofilen der Beschäftigten in der Kreislaufwirtschaft besser gerecht werden. „Erstmalig werden die Vergütungsgruppen nicht mehr von technischen Parametern beeinflusst, sondern von den Fähigkeiten der Menschen, die diese Technik bedienen“, so der Verdi-Vertreter.
Beispielsweise orientiere sich die Eingruppierung von Fahrern bisher an den Fahrzeugen, die er fährt. Das neue Modell denke nun von den Qualifikationen der Fahrer aus und berücksichtige dabei die technischen Fähigkeiten zur Bedienung von verschiedenen Fahrzeugen und Maschinen. Durch diese Änderungen könnten die Fahrer bei Prezero wahrscheinlich in einer höheren Vergütungsgruppe eingruppiert werden als im Rest der Branche, erwartet Walter.
Prezero und Verdi gehen davon aus, dass der Tarifvertrag eine Signalwirkung für die Branche haben wird und einen wichtigen Beitrag zu einer angemessenen Bezahlung der Beschäftigten leisten wird. Man habe das Modell auch schon bei anderen Unternehmen skizziert und sei dort auf großes Interesse gestoßen, erklärte Gewerkschaftsvertreter Walter.

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