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Carbon Hubs: Schweizer Müllverbrenner diskutieren Klimaschutz-Konzept für die MVA

In der Schweiz diskutieren die Betreiber von Müllverbrennungsanlagen derzeit, welchen Beitrag sie zum Klimaschutz leisten können. Der Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) hat hierfür eine Diskussionsgrundlage von der Sustainability in Business Lab (Suslab) der ETH Zürich erarbeiten lassen, die der Frage nachgeht, ob die CO2-Rückgewinnung für die Zeit nach 2020 einen relevanten Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen aus Kehrichtverbrennungsanlagen leisten kann.
Der VBSA unterscheidet in seinem Diskussionspapier zwischen Sektoren, die sich grundsätzlich dekarbonisieren lassen und Wirtschaftszweigen, bei denen das nicht so ohne Weiteres möglich ist. Zu diesen Sektoren zählen neben der thermischen Abfallverwertung unter anderem die Zementindustrie, die chemische Industrie sowie Stahlwerke und große Holzkraftwerke. Während andere Teile des öffentlichen Lebens nach und nach dekarbonisiert und beispielsweise fossile Heizungen durch Fernwärme, Wärmepumpen oder Solarthermie ersetzt werden, produzieren diese „Carbon Hubs“ weiterhin Kohlendioxid in großen Mengen – weil sie nur schwer dekarbonisiert werden können.

Kontinentales Netz an CO2-Leitungen

Auf Basis der Arbeiten von Suslab hat der VBSA eine Vision erarbeitet, in der die Carbon Hubs auch weiterhin Kohlendioxid produzieren werden – einfach weil bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material CO2 entsteht. Anders als bislang emittieren diese Treibhausgas-Hotspots das Kohlendioxid jedoch nicht einfach in die Atmosphäre, sondern scheiden es zum großen Teil ab. Der VBSA spricht von einer Abscheidungsquote von rund 90 Prozent.
Dieses Kohlendioxid wird in ein kontinentales Leitungsnetz eingespeist, das zu geologischen CO2-Speichern führt. Diese CO2-Speicher – in der Fachsprache wird diese in Deutschland umstrittene Technik Carbon Capture and Storage (CCS) genannt – können leere Gasfelder oder geeignete Gesteinsformationen sein. Auch Produktionsanlagen für synthetischen Treibstoff könnten das Kohlendioxid aus dem CO2-Netz abzapfen, so die Vorstellung des VBSA.

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