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BMU will konkrete Vorschläge für Rezyklat-Einsatzquoten in Produkten

Das Bundesumweltministerium will von der Entsorgungsbranche konkrete Vorschläge für stoffspezifische Rezyklat-Einsatzquoten. Das hat die zuständige Ressortleiterin im BMU, Regina Dube, gestern beim parlamentarischen Abend des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) zum Thema „Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft“ gesagt. BDE-Präsident Peter Kurth sagte gegenüber EUWID, dass der Verband dem Ministerium innerhalb der nächsten zwei Wochen entsprechende Vorschläge unterbreiten will.
Um beim Klimaschutz voranzukommen, sollte der Einsatz von Sekundärrohstoffen in neuen Produkten deutlich erhöht werden. Darauf hatte Martin Faulstich vom Institut für die Zukunft der Industriegesellschaft (Inzin) bei der Veranstaltung in Berlin hingewiesen. Die Kreislaufwirtschaft benötige in Zukunft neue wirtschaftspolitische Instrumente, die den klimaverträglichen Einsatz von Recyclingrohstoffen deutlich erhöhen, so der Wissenschaftler.
Faulstich begründete seine Thesen nicht nur mit den endlichen Ressourcen der Erde, sondern auch mit der begrenzten Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre für Treibhausgase. Sekundärrohstoffe – oder Recyclingrohstoffe, wie Faulstich sie nannte – könnten die bei der Herstellung entstehenden Prozessemissionen deutlich senken und dadurch einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Aktuell hakt es nicht unbedingt beim Recycling, wohl aber beim Einsatz der Rezyklate: Faulstich zufolge machen Recyclingrohstoffe derzeit lediglich 10 bis 14 Prozent der bei Neuprodukten eingesetzten Ressourcen aus. „Das heißt, jedes neue Produkt besteht heute im Durchschnitt zu 88 Prozent aus Primärrohstoffen“, fasste BDE-Präsident Kurth zusammen. Um den Einsatz von Rezyklaten in neuen Produkten zu erhöhen, warb Faulstich für Substitutions- oder Rezyklat-Einsatzquoten.
Solche Quoten könnten beispielsweise im Klimaschutzgesetz festgeschrieben werden, das die Bundesregierung derzeit vorbereitet. Auch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) zeigte sich für entsprechende Einsatzquoten aufgeschlossen. Thomas Gäckle – im BMWi für die Rohstoffpolitik zuständig – wies jedoch auf mögliche Zielkonflikte hin. Konkrete Vorschläge müssten daher genau geprüft werden.

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