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Klärschlammverbrennung in Rostock: Bürgerschaft entscheidet im März

Anfang März soll die Bürgerschaft in der Hansestadt Rostock über den Bau der Mono-Verbrennungsanlage für Klärschlamm entscheiden. Ursprünglich hätte die Entscheidung über das Projekt Ende Januar getroffen werden sollen, aber die Mandatsträger hatten mehrheitlich dafür gestimmt, die Abstimmung zu vertagen, wie es aus Rostock hieß. Nun wird ein Großteil der Abgeordneten zunächst nach Zürich fahren, um sich dort über eine entsprechende Referenzanlage zu informieren.
Die Stadt Rostock ist Mitglied im Warnow-Wasser- und Abwasserverband (WWAV), zusammen mit den im Zweckverband Wasser Abwasser Rostock-Land organisierten Rostocker Umlandsgemeinden. Die politischen Gremien des Landkreises Rostock haben dem Bau der Anlage bereits zugestimmt, wie es hieß. Der WWAV wiederum ist seit 2012 Gesellschafterin der Klärschlamm-Kooperation Mecklenburg-Vorpommern GmbH (KKMV), die in der Branche auch schlicht „Klärschlamm-Kooperative“ genannt wird. Die KKMV ist nach eigenen Angaben die bislang größte interkommunale Kooperation dieser Art in Deutschland.

Bislang keine Monoverbrennungsanlage in Mecklenburg-Vorpommern

Bedarf an Verbrennungskapazitäten gibt es in Mecklenburg-Vorpommern zweifellos. Denn das Bundesland im Nordosten der Republik kann bislang auf keine Kapazitäten im Bereich der Monoverbrennung zurückgreifen. Von den im Jahr 2017 in Mecklenburg-Vorpommern entsorgten Mengen an Klärschlamm-Trockenmasse von rund 29.000 Tonnen sind 21.500 Tonnen Klärschlamm direkt stofflich verwertet worden. Das meiste davon – rund 18.500 Tonnen – landete auf den Äckern und Feldern des Flächenlandes.
Das soll sich nun ändern. Zwar ist die geplante Anlage mit einer Verbrennungskapazität von rund 100.000 Tonnen Originalsubstanz beziehungsweise 25.000 Tonnen Trockensubstanz ein eher kleinerer Vertreter. Doch sollte die Anlage gebaut werden, stünden nach Darstellung von KKMV-Chef Ulrich Jacobs künftig für zwei Drittel der kommunalen Klärschlämme in Mecklenburg-Vorpommern Monoverbrennungskapazitäten zur Verfügung.

Alternativen in Stavenhagen und Güstrow

Alternativen zu einer Anlage in Rostock könnten in Stavenhagen und Güstrow entstehen. In Stavenhagen plant der Anlagenbetreiber EEW eine Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage. „EEW prüft und plant den Bau einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage und hat am 16. Januar einen sehr erfolgreichen Scoping-Termin mit der Genehmigungsbehörde, dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, hinter sich gebracht“, sagte der Projektleiter von EEW, Karl-Heinz Plepla, gegenüber EUWID.
Auch in Güstrow haben die kommunalen Stadtwerke einem EUWID vorliegenden Schreiben zufolge eine fertig geplante Klärschlammverbrennungsanlage in der Schublade. In Güstrow betreibt die Remondis-Tochter Eurawasser für den Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverband Güstrow-Bützow-Sternberg (WAZ) die Wasseraufbereitung und Abwasserentsorgung. Die geplanten Anlagen in Stavenhagen und Güstrow sind mit einer Verbrennungskapazität von jeweils 32.500 Tonnen TS exakt gleich groß. Dadurch könnten sie den gesamten Klärschlamm aus Mecklenburg-Vorpommern verwerten – und nicht nur jenen, der in den Gemeinden der Klärschlamm-Kooperative anfällt.
Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 7/2019 von EUWID Recycling und Entsorgung.

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