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EPS-Recycling: IK beschwert sich über Orientierungshilfe

Über die Recyclingfähigkeit von Styroporverpackungen wird gestritten. So beschweren sich das Forum EPSY Recycling und die Fachgruppe Airpop in der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen darüber, dass Styropor als nicht recyclingfähig eingestuft worden ist. Die Kritik richtet sich gegen die Orientierungshilfe zur Bemessung der Recyclingfähigkeit von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen der Zentralen Stelle Verpackungsregister.

Die Orientierungshilfe sorge für Verunsicherung, weil Airpop, auch bekannt als expandiertes Polystyrol (EPS), von den sogenannten Gutmaterialien ausgeschlossen wird und damit nach Definition als nicht recyclingfähig gilt, kritisiert die Branche. „Die Einstufung von Airpop als nicht recyclingfähig basiert auf rein ökonomischen Entscheidungen seitens der Sortierer“, betont Mara Hancker von der IK. Zum einen seien die Mengen im Gelben Sack vergleichsweise gering und zum anderen erziele das Material ausgezeichnete Werte in der energetischen Verwertung. „Mit der tatsächlichen physikalischen Recyclingfähigkeit des Materials hat diese Einstufung nichts zu tun.“

„Nicht gerechtfertigte Stigmatisierung“

Die Branchenvertreter halten dagegen: Nach ihren Angaben sind Verpackungen aus Airpop/Styropor recyclingfähig und werden auch erfolgreich recycelt. Die Recyclingquote läge in Deutschland bei etwa 50 Prozent. Für die kleinen bisher noch nicht recycelten Mengen aus dem Gelben Sack arbeite die Industrie Hand in Hand mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette an Lösungen.

„Mit der aus unserer Sicht nicht gerechtfertigten Stigmatisierung wird das Material trotz ökologischer Vorteile gegenüber anderen Materialien schlechter gestellt“, so Hancker. Die Einstufung wirkt verunsichernd auf die maßgeblichen Industrien. „Eine Substitution durch ökologisch nachteiligere Materialien ist dabei nicht im Sinne der Umwelt und auch nicht im Sinne des Verpackungsgesetzes.“ Hancker verweist darauf, dass rund 80 Prozent der im Markt befindlichen Airpop-Menge gar nicht aus dem Gelben Sack stamme, sondern zum Großteil bei den Herstellern in den Haupteinsatzgebieten Weiße Ware sowie Möbel gesammelt und an spezialisierte Recycler weitergegeben werde.

Die Fachgruppe Airpop will das EPS-Recycling weiter ausbauen. Unterstützt werde der Aufbau innovativer Recyclingverfahren wie das EU-geförderte PolySytyrene-Loop oder das kanadische PolyStyvert-Verfahren. Zurzeit findet in Kanada beispielsweise ein PolyStyvert-Testlauf mit in Deutschland aussortierten Airpop-Verpackungen aus dem Gelben Sack statt. Besonders auch das chemische Recycling durch die Rohstoff herstellende Industrie werde als Option für hochwertiges Recycling intensiv verfolgt. Über den europäischen Verband EUMEPS wird zudem international an Lösungen gearbeitet.

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