Nachwuchsförderung

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen zu gestalten, indem wir gemeinsam mit Trainern, Betreuern und Eltern eine optimale sportliche Ausbildung verbunden mit positiven sozialen und charakterlichen Eigenschaften ermöglichen wollen. In diesem Rahmen sei die Überlegung gestattet, dass es durchaus Sinn macht, vereinsübergreifend zu denken. Denn Sportvereine haben vorrangig erst einmal einen sozialen Stellenwert und sollten versuchen, sich gegenseitig zu helfen, um daraus einen gemeinsamen Nutzen zu erzielen und sich nicht als Konkurrenten anzusehen – außer natürlich im sportlichen Vergleich, da uns alle eine schwierige Zukunft erwartet, in der wir im Wettbewerb um Nachwuchs für unsere Vereine stehen werden.

Artikel vom 04.09.2013 in der "Aktiv" Wirtschaftszeitung

Warum zwölf Betriebe jetzt gemeinsam junge Kicker fördern

Versmold. Azubis werden langsam knapp: „Fast alle Unternehmen haben erkannt, dass wir da auf eine schwierige Zukunft zusteuern“, betont Stephan Potthoff-Wenner, Chef des Vollpappen-Verarbeitungswerks Friedrich Wenner. „Wie aber können wir uns jungen Menschen nähern – ihnen vermitteln, was wir im betrieblichen Alltag tun?“

Auf diese Frage hat der Unternehmer im münsterländischen Versmold eine ungewöhnliche Antwort gefunden: die sehr enge Zusammenarbeit mit einem Sportverein. Zwölf Firmen aus verschiedenen Branchen fördern das „Jugend-Ausbildungskonzept“ des SC Peckeloh (1.200 Mitglieder). Und dabei geht es um mehr als Geld und Bandenwerbung.

Erstens sollen die jungen Sportler auch „fürs Arbeitsleben nützliche Charaktereigenschaften“ lernen, so Potthoff-Wenner, der selbst im Ehrenamt Vorsitzender dieses Sportvereins ist. Also stehen in den Trainingsplänen auch Lehrstunden über Benimm oder Ernährung! „Wir möchten zu sozialem und fairem Verhalten anleiten, was wir natürlich eng mit den Eltern abstimmen.“

Und zweitens wird den Jugendlichen über den Verein das örtliche Wirtschaftsleben nähergebracht, etwa bei Betriebsbesichtigungen oder Praktika. So waren kürzlich Fußballteams eingeladen, sich mal die Kartonagen-Herstellung bei Wenner anzusehen. Die Führung übernahm Cüneyt Üstün (31), der einst selbst über den Verein in den Betrieb gekommen war: Geduldig zeigte er Maschine um Maschine und die Produkte, die rund 60 Mitarbeiter für die Lebensmittel-Industrie fertigen.

„Wir wollen den Betrieb über die Jahre positiv im Gedächtnis der jungen Leute verankern“, erklärt Potthoff-Wenner das langfristige Ziel des Konzepts. Wobei es machmal auch ganz schnell gehen kann: „Eine Woche nach dieser Führung hat sich schon der erste junge Mann bei uns für ein Praktikum beworben.“

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