
Weltweit einmalige Druckstraße
Friedrich Wenner Vollpappen-Verarbeitungs GmbH bedruckt seit rund 80 Jahren Kartonagen

Experte für Verpackungen: Betriebsleiter Lazar Cvetkovic zeigt eine typische Faltkartonage. Im Hintergrund ist die Druckmaschine zu sehen.
Wohin der Weg auch führt – immer gilt es, die Ware im Transport zu schützen, vorteilhaft vor Ort zu präsentieren und anzubieten. Erst recht, wenn es sich dabei um Lebensmittel handelt. Bereits vor 70 Jahren hat Friedrich Wenner die Vorzüge der Faltkartonage im Transportwesen erkannt.
Raumsparend, stabil und leicht sind sie, die Transportbehälter, Versandschachteln oder Displays. Heute ist die Friedrich Wenner Vollpappen-Verarbeitungswerk GmbH einer der führenden Hersteller von Versand- und Präsentationskartonagen in Deutschland.
Egal, ob in grau,weiß, vierfarbig einseitig oder komplett bedruckt, ob als Aufrichteschachtel, Faltboden oder Stapeltray – es gibt im Vollpappensegment nichts, das die Friedrich Wenner Vollpappen-Verarbeitungswerk GmbH nicht herstellen könnte. „Die Druckbilder sind im Laufe der Jahre immer aufwendiger geworden“, so Stephan Potthoff-Wenner, Geschäftsführer des Unternehmens. „Wir haben uns im Flexo-Druck weiter entwickelt. Vor fünf Jahren ist dann die Entscheidung gefallen: nur über neueste und hochwertige Technik wird man sich auch in Zukunft behaupten können.“
50 Mitarbeiter sorgen in einem hoch effizienten Einschicht-System für die Produktion der Waren. Von Deutschland über Holland bis hin nach Ungarn werden Kunden beliefert.„Der Schwerpunkt aber liegt natürlich im Umkreis von 200 Kilometern um den eigenen Schornstein“, schmunzelt Stephan Potthoff-Wenner. 25.000 Tonnen Pappe werden pro Jahr in Versmold verarbeitet. „Wir sind ein Spezialanbieter, im Bereich der Vollpappe in hohen Grammaturen wohl einer der größten in Deutschland“.
25.000 Quadratmeter Fläche unter Dach findet man auf dem Areal der Firma Wenner im Industriegelände 29 in Versmold. 6.500 Quadratmeter entfallen dabei auf die Produktionsfläche. „Der Rest“, erklärt der 50-Jährige,„ist Lagerfläche“. „Der Kunde kann damit auch sehr kurzfristig über Verpackungsmaterial verfügen“, beschreibt er die Flexibilität des Unternehmens.„Die Kurzfristigkeit, in der wir produzieren und liefern müssen, hat sich in den letzten Jahren enorm gesteigert. Dem haben wir Rechnung getragen und die Produktion modernisiert.“
Jüngst hat sich die Firma deshalb auch entschlossen, mutig in die Zukunft zu investieren. 4,5 Millionen Euro hat die neue Offset-Druckmaschine, die seit Mitte September in Betrieb ist, gekostet. „Zusammen mit der Logistik-Lösung ist die so einmalig in der Welt“, erklärt Stephan Potthoff-Wenner. Um eine optimale Nutzung und kurze Wege zu garantieren, baute man eine 700 Quadratmeter große, neue Druckhalle für die 26 Meter lange und 100 Tonnen schwere Maschine gleich hinzu. Als Teil der Gesamtinvestition, versteht sich. Bis zu 15.000 Pappbögen können die Maschine je Stunde durchlaufen. Das Besondere: Selbst Kartonagen mit einer Stärke von 1,6 Millimeter sind damit bei Wenner bedruckbar. Ein hohes Risiko in Krisenzeiten?„Wir sind stark der Lebensmittel-Industrie zugetan“, erklärt Stephan Potthoff-Wenner. „Und die ist von der Krise nicht so sehr gebeutelt.“ Keine Frage: Eine Menge Energie ist für die Anlage notwendig. Aber auch diesem Problem hat sich die Wenner GmbH gestellt. Die Lösung: eine Photovoltaik-Anlage. „Die erbringt eine Jahresleistung von 400.000 Kilowattstunden“, so Stephan Potthoff-Wenner.Seit Juni diesen Jahres ist sie in Betrieb. „Alleine bis zum heutigen Tage“, rechnet Potthoff-Wenner vor, „haben wir der Umwelt damit rund 277 Tonnen CO2 erspart.“
Die Firmengeschichte
Im August 1930, nicht einmal ganz ein Jahr nach dem großen Börsen-Crash an der New Yorker Wall Street, ist Friedrich Wenner mutig genug, seine Holzkistenfabrik ins Leben zu rufen. Verpackungen für die Lebensmittel-Industrie sind auch damals schon sein Schwerpunkt. Bis 1997 führt sein Sohn, Ewald Wenner (1914–1997) die Geschäfte, siedelt sich 1968 als erster Unternehmer überhaupt im just ausgewiesenen Industriegebiet Versmold an und führt in den 50er Jahren die Umstellung auf Kartonagen aus Pappe ein. Seit 1997 ist mit Stephan Potthoff-Wenner und Achim Potthoff die dritte Generation der Familie Wenner mit im Boot. Bis heute zählen die Firmen der Nahrungsmittel-Produzenten zu den Kunden und Geschäftspartnern der Wenner GmbH.
Namen wie Westfleisch, Reinert, Nölke, Wiltmann, Windau oder die Vion-Food-Group zählen bis heute zu den Kunden des mittelständischen Unternehmens.
Quelle: Neue Westfälische, Verlagsbeilage Mut zur Zukunft vom 30.10.2009
Autor und Fotograf: Alexander Heim
